Schlagwort: Afrika

Ende Juni 2024 waren weltweit 122,6 Millionen Menschen aufgrund von Verfolgung, Konflikten, Gewalt, Menschenrechtsverletzungen gewaltsam aus ihrer Heimat vertrieben worden oder 1 von 67 Personen weltweit. Außerdem gab es 72,1 Millionen Binnenvertriebene und 8 Millionen Asylbewerber. In 16 Ländern kam es zu neuen Binnenvertreibungen, wobei auf sechs dieser Länder – Sudan, Myanmar, Demokratische Republik Kongo, Ukraine, Haiti und Mosambik – 90 % der Menschen entfielen, die 2024 innerhalb ihres eigenen Landes fliehen mussten. Report

Die Nachrichtenagentur „AP“ verfolgte, über Satellitenbilder und Funksignale, einen Konvoi russischer Schiffe, die, trotz westlicher Sanktionen, Kriegsgeräte transportieren. Russland hat laut „AP“ bereits im Mai Waffen über Conakry, Guinea, nach Mali geliefert. Mali bestätigte den Empfang neuer Ausrüstung. Laut „AP“ sagte Kreml-Sprecher Peskow zu den Vorgängen: „Wir beabsichtigen, unsere Zusammenarbeit mit afrikanischen Ländern in allen Bereichen zu erweitern.“ Russland will seine Präsenz in Afrika stärken, es konkurriert dabei mit den USA, Europa und China.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte, dass der Mpox-Ausbruch weiterhin einen Gesundheitsnotstand sei. Mpox, früher bekannt als Affenpocken, ist eine Viruserkrankung, die durch engen Kontakt mit infizierten Personen, Tieren oder kontaminierten Materialien übertragen wird. Im Jahr 2022 wurden Ausbrüche in mehr als 70 Ländern gemeldet, in denen zuvor keine Mpox-Erkrankungen registriert worden waren. In Afrika wurde sind die Demokratische Republik Kongo, Ruanda, Uganda, Tansania und Burundi besonders betroffen. Ghana hat nun neue Fälle gemeldet.

Im Rahmen des Forums für die Zusammenarbeit zwischen China und Afrika hat Chinas Außenminister Wang Yi hat sich mit den Außenminister aus Kenia, Senegal, Tansania, Namibia, Botswana und Angola getroffen. Wang sagte, China sei bereit, weiterhin neue Entwicklungsmöglichkeiten mit den afrikanischen Ländern zu vereinbaren und ihnen bei der Modernisierung zu helfen.

Die Afrikanische Union hat ihre tiefe Besorgnis über das von US-Präsident Donald Trump verhängte umfassende Einreiseverbot für Bürger aus sieben afrikanischen Ländern zum Ausdruck gebracht und davor gewarnt, dass die Beschränkungen, die jahrzehntelang sorgfältig gepflegten diplomatischen und kommerziellen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Kontinent beeinträchtigen werden. Die Afrikanische Union erklärt weiter, sie erkenne zwar das souveräne Recht der Länder an, ihre Grenzen zu schützen, fordere die USA jedoch auf, „dieses Recht in einer Weise auszuüben, die ausgewogen und evidenzbasiert ist und die langjährige Partnerschaft zwischen den Vereinigten Staaten und Afrika widerspiegelt“.  Der Tschad, eines der betroffenen Länder, reagierte mit einem Visastopp für US-Bürger, während Somalia, erklärte, es erkenne seine „langjährigen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten an und sei bereit, in einen Dialog einzutreten, um die vorgebrachten Bedenken auszuräumen“.

In Tunesien ist ein Landkonvoi, mit Ärzten, Rechtsanwälten, Aktivisten und Journalisten aus ganz Nordafrika, auf dem Weg in Richtung Gaza, um die israelische Belagerung zu durchbrechen. Der Konvoi „Soumoud“, was auf Arabisch „Standhaftigkeit“ bedeutet, soll das Leid der belagerten Bewohner des Gazastreifens lindern und die palästinensische Sache unterstützen. Es ist geplant über Libyen und Ägypten zum Grenzübergang Rafah zu gelangen. Die ägyptischen Behörden müssen die Einreise der Gruppe in ihr Hoheitsgebiet noch genehmigen. Israel sieht sich zunehmendem internationalen Druck ausgesetzt, mehr Hilfsgüter nach Gaza zu lassen.

Petrobras, ein halbstaatliches brasilianisches Mineralölunternehmen, will Afrika zu seiner wichtigsten Entwicklungsregion außerhalb Brasiliens machen. Die Ivory Coast hat Petrobras den „roten Teppich“ für die Erkundung tiefer und ultratiefer Gewässer vor ihrer Küste ausgerollt, das Land gab dem Unternehmen den Vorzug beim Kauf von neun Offshore-Explorationsblöcken. Im Jahr 2023 erwarb das Unternehmen eine Beteiligung an einem Offshore-Ölfeld in Südafrika und Anfang 2024 eine Beteiligung an Feldern im Inselstaat São Tomé und Príncipe. Nigeria, Angola und Namibia haben auch Interesse an einer Zusammenarbeit mit dem brasilianischen Riesen bekundet hätten. Petrobras ist ein Eckpfeiler der brasilianischen Wirtschaft. Die Regierung Lula will aber durch neue Steuerpläne dem Staatskonzern Milliarden entziehen.  

Ruanda kündigte seinen Austritt aus der Wirtschaftsgemeinschaft Zentralafrikanischer Staaten (ECCAS) an und warf seinem Nachbarn, der Demokratischen Republik Kongo (DRK), vor, den Block mit Unterstützung bestimmter Mitgliedstaaten zu instrumentalisieren“. Ruanda hatte erwartet, bei einem Treffen am Samstag in Äquatorialguinea die Führung des 11-köpfigen Blocks zu übernehmen. Stattdessen beschloss der Block, dass Äquatorialguinea diese Rolle weiterhin ausüben soll, was das ruandische Außenministerium als Verletzung seiner Rechte verurteilte. CEEAC oder ECCAS wurde am 18. Oktober 1983 Libreville (Gabun) gegründet. Die Gemeinschaft umfasst knapp 140 Millionen Menschen. Mitgliedstaaten sind: Angola, Äquatorialguinea, Burundi, Gabun, Kamerun, Demokratische Republik Kongo, Republik Kongo, Ruanda, São Tomé und Príncipe, Tschad, Zentralafrikanische Republik.

Präsident Donald Trump hat ein Markenzeichen seiner ersten Amtszeit wiederbelebt. Er kündigte an, dass Bürger aus 12 Ländern nicht mehr in die Vereinigten Staaten einreisen dürfen und Bürger aus sieben weiteren Ländern mit Einschränkungen rechnen müssen. Einige, aber nicht alle, 12 Länder standen auch in Trumps erster Amtszeit auf der Liste der verbotenen Länder. Das neue Verbot umfasst Afghanistan, Myanmar, Tschad, die Republik Kongo, Äquatorialguinea, Eritrea, Haiti, Iran, Libyen, Somalia, Sudan und Jemen. Für Besucher aus Burundi, Kuba, Laos, Sierra Leone, Togo, Turkmenistan und Venezuela gelten verschärfte Beschränkungen.

Der Norwegischen Flüchtlingsrats (NRC) veröffentlichte seinen Bericht über die „Most Neglected Crises“.  Die afrikanischen Länder führen erneut die Liste der weltweit am meisten ignorierten Krisen an. Von 34 untersuchten Ländern waren dem NRC-Bericht zufolge die „unsichtbarsten“ Länder: Kamerun, Äthiopien, Mosambik, Burkina Faso, Mali, Uganda, Iran, die Demokratische Republik Kongo, Honduras und Somalia. „Gebermüdigkeit“ und zunehmende nationalistische Politik in den traditionellen Geberländern veranlassen die reichsten Länder dazu, die Mittel für die Auslandshilfe zu reduzieren. Auch die mangelnde Nähe zu Notfällen beeinträchtigt die Aufmerksamkeit „Zu viele Krisen auf dem Kontinent bleiben im Verborgenen – sie werden ignoriert, weil sie keine Schlagzeilen machen oder weil sie für die internationalen Partner nicht von unmittelbarem strategischem Interesse sind“, so der Bericht. Vollständiger Bericht „The world’s most neglected displacement crises in 2024”

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