Schlagwort: Afrika

Die spanische Polizei gab bekannt, dass sie neun Personen festgenommen und ein kriminelles Netzwerk zerschlagen habe, das selbstgebaute Drohnen „mit außergewöhnlicher Reichweite” (200 km) einsetzte, um Haschisch von Marokko nach Spanien zu transportieren. Die Drohnen starteten in Südspanien, holten die Drogen in Marokko ab und kehrten zurück, um die Fracht über Vejer de la Frontera und Tarifa in der Provinz Cádiz abzuwerfen. Die Pakete waren mit fluoreszierenden Markern und funkgesteuerten Geolokalisierungsgeräten ausgestattet, um die nächtliche Bergung zu erleichtern. Das Netzwerk war fast jede Nacht aktiv, startete bis zu 10 Drohnen gleichzeitig und transportierte in einer einzigen Nacht etwa 200 Kilogramm Haschisch. Der Norden Marokkos liegt nur 14 km von der südspanischen Region Andalusien entfernt, an der engsten Stelle der Straße von Gibraltar. Spanien ist aufgrund seiner Nähe zu Marokko, einem wichtigen Produzenten der Droge, ein wesentlicher Einfuhrort für Haschisch nach Europa.

Der Tschadsee, einst ein blühender Süßwassersee, der Millionen von Menschen in Nigeria, Tschad, Niger und Kamerun versorgte, ist heute nur noch ein Schatten seiner selbst. In den letzten fünf Jahrzehnten ist der See um mehr als 90 % geschrumpft und hat sich von einem riesigen Binnenmeer in verstreute Teiche und Sümpfe verwandelt. Dieser dramatische Rückgang, der durch den Klimawandel, schlechte Wasserwirtschaft und Bevölkerungsdruck verursacht wurde, hat verheerende soziale, wirtschaftliche und ökologische Folgen. Er hat Tausende von Einwohnern dazu gezwungen in städtische Zentren oder Nachbarländer abzuwandern. Der Mangel an Lebensgrundlagen hat junge Menschen im Tschadsee-Becken anfällig für die Rekrutierung durch extremistische Gruppen wie Boko Haram und die Islamische Staat Westafrika Provinz (ISWAP) gemacht. Der Tschadsee liegt am Südrand der Sahara und ist aufgeteilt unter den Staaten Tschad, Kamerun, Nigeria und Niger. Zwei Dreiländerecke befinden sich im See: Kamerun-Tschad-Nigeria im südöstlichen Teil und Niger-Tschad-Nigeria im nordwestlichen Teil. Beide werden nicht mehr von der Wasserfläche des Sees bedeckt, die verbleibende Wasserfläche verteilt sich auf den Tschad und Kamerun.

Südafrika, Eswatini und Sambia haben mit der ersten öffentlichen Verteilung von Lenacapavir begonnen, einer revolutionären HIV-Präventionsspritze. Lenacapavir wird zweimal jährlich verabreicht und senkt das Risiko einer HIV-Übertragung nachweislich um mehr als 99,9 %. Die Einführung, die von globalen Gesundheitsbehörden unterstützt wird und auf Regionen mit der weltweit höchsten HIV-Infektionsrate abzielt, ist ein wichtiger Fortschritt in der HIV-Prävention, auch wenn Befürworter einen breiteren Zugang und niedrigere Preise fordern. Die Nachbarländer Sambia und Eswatini erhielten 1.000 Dosen. In den Vereinigten Staaten kostet das Medikament 28.000 Dollar pro Person und Jahr. Generika von Lenacapavir sollen ab 2027 in mehr als 100 Ländern für etwa 40 US-Dollar pro Jahr erhältlich sein, dank Vereinbarungen von Unitaid und der Gates Foundation mit indischen Pharmaunternehmen. Laut Daten von UNAIDS 2024 leben etwa 52 % der weltweit 40,8 Millionen Menschen mit HIV im östlichen und südlichen Afrika.

Die in den USA ansässige Interessenvertretung IRAdvocates, hat in Washington Klage gegen Apple eingereicht und wirft dem iPhone-Hersteller vor, Mineralien zu verwenden, die mit Konflikten und Menschenrechtsverletzungen in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) und Ruanda in Verbindung stehen, obwohl Apple dies bestreitet. In der Klage wird behauptet, dass drei chinesische Schmelzwerke – Ningxia Orient, JiuJiang JinXin und Jiujiang Tanbre – Coltan verarbeitet haben, das laut Ermittlern der UNO und von Global Witness durch Ruanda geschmuggelt wurde, nachdem bewaffnete Gruppen Minen im Osten der DRK eingenommen hatten, wodurch das Material mit der Lieferkette von Apple in Verbindung gebracht wird. Weiter heißt es in der Klage, eine 2025 veröffentlichte Studie der Universität Nottingham habe Zwangs- und Kinderarbeit an kongolesischen Standorten festgestellt, die mit Apple-Zulieferern in Verbindung stehen. Die kongolesischen Behörden sagen, dass bewaffnete Gruppen im Osten der DRK die Gewinne aus dem Mineralienhandel zur Finanzierung des Konflikts verwenden, der Tausende Menschen das Leben gekostet und Hunderttausende vertrieben hat.

Nestlé Nigeria Plc hat auf jüngste Vorwürfe reagiert, wonach das Unternehmen seinen in Afrika verkauften Babynahrungsprodukten Zucker zusetzt, obwohl es in Europa zuckerfreie Varianten anbietet. Eine Untersuchung ergab, dass über 90 % der getesteten Cerelac-Produkte, die in 20 afrikanischen Ländern verkauft werden, zugesetzten Zucker enthalten, dessen Gehalt oft über dem in Europa vermarkteten Produkten liegt. Dies führte zu Forderungen an Nestlé, seine Rezepturen weltweit anzugleichen, um die Gesundheit von Säuglingen zu schützen.

Die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten und der Afrikanischen Union (AU) kommen in Angola zu einem Gipfeltreffen zusammen. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen Europa und Afrika auszubauen und die Beziehungen zu stärken. Bundeskanzler Friedrich Merz sagt dazu: „Wer in die Zukunft investieren will, investiert in Afrika.“  Die EU will im Rahmen ihrer Initiative „Global Gateway“ zwischen 2021 und 2027 150 Milliarden Euro in Afrika investieren. Ziel ist es von klassischer Entwicklungshilfe, hin zu Wirtschaftsbeziehungen auf Augenhöhe.

Das Abschiebungsprogramm der Trump-Regierung hat mehreren afrikanischen Ländern finanzielle Anreize und Visaerleichterungen im Austausch für die Aufnahme von aus den USA abgeschobenen Personen gewährt. Eswatini erhielt 5,1 Millionen Dollar, Äquatorialguinea 7,5 Millionen Dollar und Ghana sicherte sich Visaerleichterungen.

Eswatini, das Land mit der weltweit höchsten HIV-Infektionsrate, ist das erste afrikanische Land, das Lenacapavir erhält; die erste zweimal jährlich zu verabreichende HIV-Präventionsspritze, die von Gesundheitsbehörden weltweit als bahnbrechend im Kampf gegen das Virus gepriesen wird. UNAIDS hatte ursprünglich geplant, in diesem Jahr 250.000 Dosen an zehn Länder zu verteilen: Sambia, Botswana, Kenia, Malawi, Namibia, Ruanda, Tansania, Uganda und Simbabwe. Doch die Kürzungen von Donald Trump bei der Entwicklungshilfe haben die Gesundheitsprogramme Afrikas schwer beeinträchtigt. In Südafrika kritisieren Zivilgesellschaftliche Gruppen Gilead, den Produkthersteller, weil er lokale Hersteller von freiwilligen Lizenzvereinbarungen ausschließt, obwohl Südafrika an klinischen Studien beteiligt war.

Das UK-Innenministerium erklärt, dass keine Visa für Staatsangehörige aus Angola, Namibia und der Demokratischen Republik Kongo mehr ausgestellt werden, wenn deren Regierungen nicht verstärkt mit Großbritannien bei der Abschiebung ihrer Staatsangehörigen zusammenarbeiten. In einer Erklärung heißt es, dass Visumsverbote verhängt würden, „sofern sie nicht die Rückführung ihrer Kriminellen und illegalen Einwanderer akzeptieren … Derzeit halten sich Tausende illegaler Einwanderer und Kriminelle aus diesen Ländern im Vereinigten Königreich auf”, heißt es weiter. Das Innenministerium werde die Maßnahmen einführen, wenn in den „kommenden Monaten” keine Verbesserungen erzielt würden. Ähnliche Maßnahmen gegen andere Länder würden ebenfalls in Betracht gezogen.

Der ukrainische Außenminister Andrii Sybiha erklärte, dass mehr als 1.400 Menschen aus 36 afrikanischen Ländern bekanntermaßen für Russland im Krieg gegen die Ukraine kämpfen, und forderte die Regierungen auf, ihre Bürger davor zu warnen, sich einem Konflikt anzuschließen, in dem sie „schnell getötet werden“.

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