Schlagwort: Afrika

Die UNESCO wird ihren ersten Generaldirektor aus der arabischen Welt begrüßen, nachdem der ehemalige ägyptische Minister für Tourismus und Altertümer, Khaled el-Anani, vom Exekutivrat der Organisation nominiert wurde. Wenn er von der Generalkonferenz im November bestätigt wird, wird der 54-jährige el-Anani eine Behörde übernehmen, die vor großen finanziellen und politischen Herausforderungen steht – darunter der jüngste Rückzug der USA und die wachsende globale Spaltung über die Konflikte in Gaza und der Ukraine.

Einer der wichtigsten Indikatoren für finanzielle Inklusion weltweit ist der Kontobesitz, der sich auf die Fähigkeit einer Person bezieht, ein Bankkonto oder ein mobiles Geldkonto zu besitzen und zu verwalten. Der Besitz eines Kontos ist in Afrika besonders wichtig, wo Millionen von Menschen in der Vergangenheit von formellen Finanzsystemen ausgeschlossen waren. Die 10 Länder, in denen die meisten Erwachsene ein Geldkonto haben sind: Kenia 90%, Mauritius 90%, Ghana 81%, Südafrika 81 %, Senegal 76%, Namibia73%, Uganda 73%, Sambia 73%, Gabun 68%, Eswatini65%. Nach Angaben der Weltbank besitzen 79 % der Erwachsenen weltweit ein Konto bei Finanzinstituten oder Anbietern von mobilem Geld.

Der italienische Kabelhersteller Prysmian hat den Zuschlag für den Bau eines Seekabels zwischen Italien und Tunesien erhalten. Die Stromleitung wird zwischen dem Umspannwerk Partanna in Sizilien und dem Umspannwerk Mlaabi auf der tunesischen Halbinsel Cap Bon verlaufen und entlang der Straße von Sizilien eine maximale Wassertiefe von rund 800 Metern erreichen. Die Installation wird mit dem Schiff Prysmian Monna Lisa durchgeführt. Das Elmed-Projekt auch bekannt als Tunesien-Italien-Verbindungsleitung, ist ein geplantes 200 km langes Hochspannungs-Gleichstrom-Seekabel mit einer Leistung von 600 MW zwischen Italien und Tunesien. Es wird eine Energiebrücke zwischen Europa und Afrika schaffen, um eine größere Energiesicherheit zwischen den beiden Kontinenten zu gewährleisten.

Der African Growth and Opportunity Act (Agoa), ein Handelsabkommen, das seit 25 Jahren einigen afrikanischen Waren zollfreien Zugang zum US-Markt gewährt, läuft am 30.09.2025 aus. Agoas Ziel war es, den Kontinent zu industrialisieren, Arbeitsplätze zu schaffen und Dutzende von Ländern aus der Armut zu befreien. Er basierte auf der Philosophie, Hilfe durch Handel zu ersetzen. Das Schicksal Tausender Arbeiter ist mit seiner Zukunft verbunden. Das Ende des Deals könnte das Ende ihres Jobs bedeuten. Zum Beispiel im Jahr 2024 exportierte Kenia Kleidung im Wert von 470 Mio. $ in die USA und unterstützte damit mehr als 66.000 direkte Arbeitsplätze, von denen drei Viertel von Frauen ausgeübt wurden. Gesandte aus verschiedenen afrikanischen Ländern sind in die USA gereist, um zu versuchen, über eine Verlängerung des Handelsabkommens zu verhandeln.

Eine starke nationale Währung für afrikanische Länder steht nicht nur für wirtschaftliche Resilienz, sondern dient auch als Puffer gegen Schocks von außen und fördert den Wohlstand. Es senkt die Kosten für Importe, die von lebensnotwendigen Gütern wie Lebensmitteln und Medikamenten bis hin zu Kapitalanlagen für Unternehmen reichen. Die 10 stärksten afrikanischen Währungen im September 2025 sind: Tunesien (Dinar), Libyen (Dinar), Marokko (Dirham), Ghana (Cedi), Botswana (Pula), Seychellen (Rupie), Eritrea (Nakfa), Südafrika (Rand), Lesotho (Loti), Namibia (Nami-Dollar).

Die Niederlande haben mit Uganda ein Abkommen über die Überstellung abgelehnter Asylbewerber unterzeichnet, was eine Abschiebung nach US-amerikanischem Vorbild bedeutet. Das Abkommen, das in einer Absichtserklärung skizziert wurde, sieht vor, dass afrikanische Migranten, die nicht direkt oder freiwillig in ihre Heimatländer zurückkehren können, zunächst in ein Transitzentrum in Uganda abgeschoben werden. Von dort aus würden sie in ihre Herkunftsländer zurückgeführt. Menschenrechtsgruppen, darunter Amnesty International, haben bereits Bedenken hinsichtlich der Rechtmäßigkeit des Plans sowohl nach niederländischem als auch nach internationalem Recht geäußert. Die Einwanderung wird ein zentrales Thema bei den niederländischen Wahlen im nächsten Monat sein.  

Ruanda ist das erste afrikanische Land, das die prestigeträchtigen UCI-Radsport-Weltmeisterschaften ausrichtet, was einen historischen Moment für den Kontinent darstellt. Die Veranstaltung wird als Wendepunkt für den Radsport in Afrika gefeiert. Die Titelkämpfe finden vom 21. September bis zum 28. September in Kigali statt.

Die vom Militär regierten Länder Niger, Mali und Burkina Faso kündigen gemeinsamen Austritt aus dem IStGH an. Die drei westafrikanischen Länder geben an, dass sie den Internationalen Strafgerichtshof verlassen, um ihre „Souveränität“ zu wahren. „Der IStGH ist ein Instrument neokolonialer Unterdrückung in den Händen des Imperialismus“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Sie fügten hinzu, dass sie „einheimische Mechanismen zur Festigung von Frieden und Gerechtigkeit“ schaffen wollten. Die drei Länder, die von Militärs regiert werden, haben bereits die Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten verlassen und stattdessen einen eigenen Block namens Allianz der Sahelstaaten gegründet. Der Austritt eines Staates aus dem IStGH wird ein Jahr nach der offiziellen Einreichung des Antrags beim Generalsekretariat der Vereinten Nationen wirksam. Der IStGH ahndet Verbrechen wie Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Er existiert seit 2002. Mehr als 120 Länder sind Vertragsstaaten, darunter Deutschland, nicht jedoch die USA, China und Russland.

Afrika zwar große Fortschritte bei der Mobilfunkkonnektivität gemacht hat, die neueste drahtlose Technologie ist jedoch für die 1,24 Milliarden Einwohner des Kontinents weitgehend unerreichbar. Nur 1,2 % der Afrikaner haben derzeit Zugang zu 5G-Netzen, verglichen mit einem weltweiten Durchschnitt von mehr als 20 %. Dies steht in starkem Kontrast zu Afrikas Erfolgsgeschichte im Mobilfunkbereich bei früheren Generationen der Drahtlostechnologie. Derzeit erreichen 3G-Netze 77 % der Bevölkerung des Kontinents, während die 4G-Abdeckung 44,3 % der Menschen umfasst. Die Satellitenkonnektivität breitet sich rasch aus. Starlink ist bereits in 14 afrikanischen Ländern aktiv, darunter Benin, Ghana, Kenia und Nigeria. Die Demokratische Republik Kongo und Somalia sind die jüngsten afrikanischen Länder, die in diesem Jahr Zugang zu Starlink erhalten haben.

Cyberkriminalität betrifft Millionen von Menschen auf dem gesamten afrikanischen Kontinent. Interpol gab am 22. August bekannt, dass es eine groß angelegte Razzia gegen Cyberkriminalität durchgeführt habe, die zur Festnahme von 1.209 Verdächtigen in ganz Afrika und zur Sicherstellung von fast 97,4 Millionen Dollar geführt habe. Die Operation Serengeti 2.0, wie die Razzia genannt wurde, brachte Ermittler aus 18 afrikanischen Ländern und dem Vereinigten Königreich zusammen, um schädliche Cyberkriminalität wie Erbschaftsbetrug, Ransomware und Business E-Mail Compromise zu bekämpfen, von denen fast 88.000 Opfer betroffen waren.

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