Schlagwort: Afrika – Länder

Eine Tochtergesellschaft des Bergbau- und Rohstoffhandelsriesen Glencore hat sich vor einem Londoner Gericht in 7 Fällen der Schmiergeldzahlung schuldig bekannt. Die Vertreter und Mitarbeiter des Unternehmens zahlten zwischen 2011 und 2016 mit Zustimmung des Unternehmens Bestechungsgelder im Wert von über 25 Mio. USD für einen bevorzugten Zugang zu Öl, so das Serious Fraud Office (SFO). Die Bestechungsgelder wurden in Kamerun, Äquatorialguinea, der Elfenbeinküste, Nigeria und dem Südsudan gezahlt.

Der Verwaltungsrat der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB) gab bekannt, dass er eine Finanzhilfe in Höhe von 1,5 Mrd. USD bewilligt hat, um die afrikanischen Länder bei der Abwendung einer drohenden Nahrungsmittelkrise, aufgrund der Unterbrechung der Nahrungsmittellieferungen infolge des Krieges zwischen Russland und der Ukraine, auf dem Kontinent zu unterstützen. 20 Millionen afrikanische Kleinbauern werden im Rahmen dieser Initiative mit zertifiziertem Saatgut versorgt und erhalten besseren Zugang zu Düngemitteln. Akinwumi Adesina, Präsident der AfDB-Gruppe, sagte: „Nahrungsmittelhilfe kann Afrika nicht ernähren. Afrika braucht keine Schüssel in der Hand. Afrika braucht Saatgut in der Erde und mechanische Erntemaschinen, um die vor Ort produzierten Lebensmittel in Hülle und Fülle zu ernten. Afrika wird sich selbst mit Stolz ernähren, denn es ist unwürdig, um Nahrung zu betteln.“

Humanitäre Organisationen haben davor gewarnt, dass in Äthiopien, Somalia und Kenia alle 48 Sekunden ein Mensch an akutem Hunger stirbt. Erwähnte Gründe sind Konflikte, die Klimakrise und die steigenden Lebensmittelkosten. Oxfam und Save the Children schätzen, dass in diesem Jahr weltweit 181 Millionen Menschen von Hungerkrisen betroffen werden. Hunger sei ein politisches Versagen. Die internationale Gemeinschaft steht in der Kritik, dass sie zu spät und zu schwach reagiert hat, um vorhersehbare Krisen zu verhindern.

Macky Sall, amtierender Präsident der Afrikanischen Union (AU) und Präsident vom Senegal, soll im Auftrag seiner afrikanischen Amtskollegen nach Russland und in die Ukraine reisen, um Friedensverhandlungen zu führen und die Versorgung Afrikas mit Agrarprodukten und Düngemitteln zu sichern.

Biniam Girmay schrieb Geschichte: als erster Schwarzafrikaner gewann er eine Grand-Tour-Etappe. Der 22-jährige Eritreer gewann die 10. Etappe des Giro d’Italia im Zielsprint vor Mathieu van der Poel. Girmay fährt für Intermarche-Wanty-Gobert und gibt beim diesjährigen Giro sein Debüt bei der Grand Tour. Als er die Etappe gewann, erhielt er von Van der Poel einen Daumen hoch, als der niederländische Superstar seine Niederlage einräumte.

Die wirtschaftliche Erholung in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara hat in der zweiten Jahreshälfte 2021 positiv überrascht. In diesem Jahr wurde dieser Fortschritt jedoch durch die russische Invasion in der Ukraine gefährdet, die einen globalen wirtschaftlichen Schock ausgelöst hat, der die Region zu einer Zeit trifft, in der der politische Spielraum der Länder, darauf zu reagieren, minimal bis nicht vorhanden ist. Vor allem die steigenden Öl- und Lebensmittelpreise belasten die Außenhandels- und Haushaltsbilanzen der rohstoffimportierenden Länder und haben die Sorge um die Ernährungssicherheit in der Region verstärkt. Darüber hinaus verschärft der Schock einige der drängendsten politischen Herausforderungen der Region, darunter das soziale und wirtschaftliche Erbe der COVID-19-Pandemie, der Klimawandel, erhöhte Sicherheitsrisiken in der Sahelzone. Vollständiger Report

Laut UNICEF sind 10 Millionen Kinder am Horn von Afrika von schwerer Dürre betroffen; schätzungsweise 3 Mio. mehr als noch vor 2 Monaten. Wenn in dem schlimmsten klimabedingten Notfall seit 40 Jahren nicht bald Regen fällt und Hilfe von außen kommt, können die Menschen nicht überleben. UNICEF benötigt 250 Mio. US Dollar für humanitäre Hilfe für Äthiopien, Somalia, Kenia, Eritrea und Dschibuti. Die Krise wird durch die Heuschreckenplage, die Pandemie und den Ukrainekrieg noch gesteigert. Die durch letzteren bedingten Preissteigerungen für Lebensmittel und die Schrumpfung von Liefermengen könnten zu „Brotunruhen“ führen.

Der 25. April würdigt den weltweiten Kampf gegen die tückische, von den Anopheles Mücken übertragene, Infektionskrankheit. Zeitig zu diesem Tag hat die WHO in Genf eine positive Bilanz eines  Pilotprojekts vorgestellt. Über eine Million Kinder in Ghana, Kenia und Malawi haben mit dem neuen Wirkstoff RTS,S Impfungen gegen Malaria erhalten. Das Vakzin soll einen weitreichenden Schutz gegen die Infektion bieten, ist sicher und leicht  zu verabreichen. Jährlich könnte mit einer Impfung das Leben von zehntausenden afrikanischen Kindern gerettet werden. Bisher traten 94% aller Malaria Fälle in Afrika auf. In 2019 sind von 229 Mio. Malariaerkrankungen weltweit 409.000 Menschen im Zusammenhang mit der Krankheit gestorben.

Europa sucht nach Wegen, sich von russischen Gas- und Erdölimporten unabhängig zu machen. Langfristig soll die Wirtschaft von fossilen, klimaschädlichen Energie-trägern auf Wasserstoff umgestellt werden. Für beides wäre Afrika der natürliche Partner. Aber es gibt Hindernisse…..mehr dazu im „Hintergrundpapier 2.2022 – Erdgas aus Afrika für Europa“  siehe Publikationen

Eine Studie des Internationalen Währungsfonds zeigt, dass die Temperaturen in der arabischsprachigen MENA Region (Middle East & North Africa) um 1,5°C gestiegen sind – doppelt so hoch wie der weltweite Anstieg 0,7°. Die Klimakatastrophen in der Region haben in einem Jahr durchschnittlich 7 Millionen Menschen verletzt und vertrieben, mehr als 2.600 Todesopfer gefordert und Sachschäden in Höhe von 2 Milliarden Dollar verursacht.

Länder