Libyen – Die immer stärker werdenden Kämpfer des "Islamischen Staates" haben einen Angriff auf Gadafis Geburtsstadt Sirte abgewehrt danach und blutige Rache an den Aufständischen geübt. Sirte entwickelt sich zur IS-Zentrale in Nordafrika. Die auf über 5.000 geschätzten, meist ausländischen, Dschihadisten kontrollieren inzwischen einen 200 km langen Küstenstreifen.
Die Testphase der Turbinen am größten Staudamm des Landes, Gilget Gibe III, ist angelaufen. Wenn die Versuche erfolgreich sind, soll das Wasserkraftwerk zunächst 500 Megawatt produzieren. Die volle Kapazität liegt bei 1850 MW. Das 1,8 Milliarden Dollar Projekt wurde in nur fünf Jahren fertig gestellt.
Präsident Salva Kiirs Weigerung, die Abkommen von Addis Abeba zu unterzeichnen, nachdem Rebellenführer sie Riek Machar unterschrieben hatte, schockierte die an den monatelangen Verhandlungen beteiligten Regierungen und löste neue Kämpfe vor Ort aus. Unter internationalem Druck erklärte Kiir jetzt seine Bereitschaft, die Verträge zu unterzeichnen. Die USA bereiten eine Resolution im UN-Sicherheitsrat für ein Waffenembargo vor. Ob die Vereinbarungen tatsächlich von beiden Konfliktparteien eingehalten werden, ist fraglich, da sich die Rebellen inzwischen in zwei Fraktionen gespalten haben.
Burundi – Trotz monatelanger Proteste wurde Pierre Nkurunziza als Präsident für eine dritte Amtszeit vereidigt. Die internationale Gemeinschaft stellt die Legitimität und die Transparenz der Wahlen in Frage, die von der Opposition boykottiert wurden. Durch das politische Chaos droht auch der Wirtschaft des Landes der Kollaps. Belgien hat die Auszahlung von 2,2 Millionen Dollar, die für die Organisation der Wahlen bereit standen, eingefroren. Die USA planen Burundi aus dem AGORA-Programm zu entfernen.
Präsident Obama zeigte bei seinem Besuch in Addis Abeba großes Interesse an Äthiopiens erfolgreichen Anti-Terror Strategien. Den betroffenen lokalen Gemeinschaften wird geholfen, sich selbst zu organisieren und zu verteidigen. Militärische Operationen der Armee spielen nur eine untergeordnete Rolle.
Eine Gesetzesvorlage zur "wirtschaftlichen Versöhnung" soll in Kürze im Parlament eingebracht werden. Für die Regierung handelt es sich darum, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und das Investitionsklima zu verbessern. Die Opposition sieht darin den Versuch, die Wirtschaftsverbrechen der Ära Ben Ali durch eine generelle Amnesty weiß zu waschen.
Südsudan – Der südsudanesische Rat der Kirchen (SSCC), dem alle christlichen Denominationen angehören, hat einen neuen Friedensprozess angestoßen. Durch Einfluss auf die verantwortlichen Politiker, Mediationsbemühungen und Versöhnungsarbeit der Christen vor Ort wollen die Kirchen Druck auf die Friedensverhandlungen in Addis Abeba machen. Die Kirchen sind die einzige Institution, die noch Vertrauen in der Bevölkerung genießt, nachdem Politiker und Militärs durch bodenlose Korruption und einen sinnlosen Bürgerkrieg, der 2 Millionen Menschen heimatlos gemacht hat, jede Glaubwürdigkeit verloren haben. Präsident Obama hat in Falle eines Scheiterns der Verhandlungen, Sanktionen angedroht. Präsident Kiir verlangte eine Bedenkzeit von zwei Wochen vor der Unterzeichnung des Vertragsentwurfs.
Guinea-Bissau – Wegen schwerwiegender Meinungsverschiedenheiten hat Präsident Jose Mario Vaz seinen Ministerpräsident entlassen, die Regierung aufgelöst und Parlamentswahlen angekündigt. Ex-Kolonialmacht Portugal stoppte alle Hilfsprogramme. Nach fünf Putschen seit der Unabhängigkeit kam letztes Jahr zum ersten Mal eine demokratisch legitimierte Regierung an die Macht. Beobachter befürchten eine Rückkehr ins Chaos in einem Land, dass zum Umschlagplatz von Drogen aus Lateinamerika auf dem Weg nach Europa geworden ist.
Nigeria – Laut Präsident des Tschad, Idriss Deby, wurde der Anführer der islamistischen Terrororganisation Boko Haram, Abubakar Shekau, durch Mahamat Daoud ersetzt, der verhandlungsbereiter als sein Vorgänger sein soll. Trotz mehrerer militärischer Niederlagen verüben die militanten Islamisten immer wieder blutige Anschläge.
Libyen – Seit einem Jahr ringen die zwei verfeindeten Regierungen in Tobruk und Tripolis um die Macht. Bei neuen Verhandlungen in Genf sollen auf der Basis eines gemeinsamen Grundsatzpapiers noch offene Streitpunkte geklärt werden. Die Andeutung von Ministerpräsident Abdallah al-Theni, er werde sein Amt niederlegen, macht einen Verhandlungserfolg eher unwahrscheinlich. Der UN-Sonderbeauftragte für Libyen, Bernadino Leon, sieht dennoch kleine Fortschritte, befürchtet aber im Fall eines Scheitern eine Spaltung des Landes.