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Dass Präsident Pierre Nkurunziza das umstrittene Pressegesetz, das harte Strafen für Nichteinhalten gesetzter Grenzen vorsieht, unterzeichnet hat, ist ein herber Rückschlag für Burundis junge Demokratie. Bis zu den nächsten Wahlen in zwei Jahren kann die Regierung ihre Kritiker mundtot gemacht haben.
Sechs Menschen starben und 35 wurden verletzt als die Polizei Hunderte von Anhängern der 30-jährigen Visionärin Zebiya daran hindern wollte, sich auf dem Berg zu versammeln. Im Dezember hatte die Polizei schon ein Kreuz an dem Erscheinungsort zerstört, um die die Versammlungen zu beenden. Das Verhältnis zur Regierung ist sehr angespannt, und die katholische Kirche distanziert sich von der Sekte.
Den ganzen Sonntag wüteten die Flammen im „Marché Central“, Burundis größtem Markt. Die Zahl der Todesopfer und das Ausmaß des Schadens sind noch nicht bekannt. Sicher ist, dass viele Händler ihre Existenzgrundlage verloren haben und dass die Teuerung vorangeht und die Preise für Grundnahrungsmittel weiter steigen.
Mit Kopfschütteln regierten Diplomaten und Menschenrechtsorganisationen auf den Bericht der Regierungskommission über außergerichtliche Hinrichtungen. Die Kommission konnte keine Fälle ausfindig machen, obwohl die UN seit 2011 Fälle von schweren Menschenrechtsverletzungen und willkürlichen Hinrichtungen registriert hatte.  
Lydia Nsekera hat gute Chancen als erste Frau in den Vorstand des Weltfußballverbandes FIFA gewählt zu werden. Sie ist bereits Mitglied des Internationalen Olympischen Komittees und leitet seit 2004 den burundischen Fußballverband.  
Ein 15-jähriges Albino Mädchen wurde unweit der Hauptstadt Bujumbura entführt, getötet und zerstückelt, der 18. Fall in knapp vier Jahren. Der Glaube, dass Körperteile von Albinos effektiv für okkultistische Handlungen sind, setzt die Betroffenen immer noch der Gefahr aus, ermordet zu werden, obwohl ein Gesetz strenge Strafen vorsieht.
Eine kroatische Ordensfrau und ein italienischer Volontär wurden ermordet und eine weitere Ordensschwester wurde entführt und verletzt, als zwei Bewaffnete einen Konvent bei Ngozi, etwa 100km nordöstlich von Bujumbura überfielen. Offiziell wurde dieser Überfall als Banditentum bezeichnet, aber es gibt Befürchtungen, dass es ein Aufflammen von Feinseligkeiten sein könnte.
Bei einer Schießerei in einer überfüllten Bar in der Hauptstadt Bujumbura starben 36 Menschen. Das Krankenhaus ist mit den vielen Verletzten überfordert. Burundis letzte Rebellengruppe hatte 2009 offiziell die Waffen niedergelegt. Es gab aber immer noch sporadische Angriffe. Präsident Nkurunziza hat seine Teilnahme an der UNO Vollversammlung in New York abgesagt.
In der Provinz Bubanza wurde ein Minibus mit zwei Priestern und vier Ordensschwestern von bewaffneten Männern beschossen. Zwei Schwestern wurden schwer verletzt. In den letzten Monaten gab es mehrere Überfälle durch bewaffnete Gruppen, die die Regierung als Banditen bezeichnet. Beobachter sprechen vom Beginn einer neuen Rebellion.  
Unbekannte haben die Ananas-Farm von Präsident Pierre Nkurunziza angezündet. Etliche Granatenangriffe und Überfälle auf Autos in verschiedenen Landesteilen lässt die Befürchtung aufkommen, dass es sich nicht um Einzeltäter handelt, sondern dass ein Aufstand oder Putsch im Anzug sein könnte. Schon bei den Wahlen im vergangenen Jahr, als Nkurunziza einziger Kandidat war, tauchten Spannungen auf, die auf den 12-jährigen Bürgerkrieg zurück gehen könnten.
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