Schlagwort: Uganda

Ein 71-Seiten Bericht der Menschenrechtsorganisation HRW, „Wo wollt ihr, dass wir hingehen?“ spricht von ständigem Missbrauch durch die Polizei und andere Regierungsbeamten. Die Kinder werden geschlagen, erpresst, verhaftet und vergewaltigt. Manche Jugendliche seien regelrechte Verbrecher, behauptet die Polizei, doch HRW plädiert für eine bessere Behandlung der Straßenkinder. Jetzt leben sie in Angst vor den Schützern des Gesetzes. Wie viele Kinder auf der Straße leben, ist nicht sicher. Im Vorjahr könnten es 10,000 gewesen sein. Die Hälfte der Bevölkerung ist unter 15 Jahre alt, und ein Großteil ist von Armut betroffen.

Während Präsident Museveni die im Kongo verbleibenden LRA-Kämpfer militärisch besiegen will, plädierten Bischöfe aus Uganda und Sudan in einem ökumenischen Gottesdienst in Juba für Versöhnung und Reintegration der Milizen in die Gesellschaft. Die Friedensverhandlungen in Juba machen keine Fortschritte.

Der erste Präsident Ugandas, Milton Obote, wurde in einem Staatsbegräbnis in Kampala beigesetzt. Präsident Museveni nahm an der Zeremonie nicht teil.

Ugandas führender Oppositionspolitiker Kizza Besigye ist gestern von einem Zivilgericht vorläufig aus der Haft entlassen worden. Das Gericht überstimmte das Militärgericht, das den 49-Jährigen seit November unter Terrorismusverdacht festhielt. Besigye, der principale Herausforderer von Staatschef Yoweri Museveni bei der Präsidentenwahl am 23. Februar 20006 streitet alle Vorwürfe ab.

Nachdem die Friedensverhandlungen gescheitert sind, haben sich die Kämpfer der LRA aus den beiden Sammellagern in den Kongo, den Südsudan und, nach unbestätigten Berichten, auch in die Zentralafrikanische Republik zurückgezogen. Hilfsorganisationen befürchten neue Unruhen in Norduganda.

Die ugandische Regierung ist bereit, Bangladesch 60,000 Ha für kommerzielle Landwirtschaft zur Verfügung zu stellen. Als Zahlung soll Uganda 20% der erwirtschafteten Erzeugnisse erhalten. Auf einem Sechstel der Fläche will Bangladesch jährlich zwei Mal Reis anbauen, um seine wachsende Bevölkerung zu ernähren. In Zukunft könnten asiatische Unternehmer auch an Baumwolle, Kaffee und Tee aus Uganda interessiert sein.

In offiziellen Mitteilungen heißt es, daß drei Mitglieder der LRA Rebellen, die sich selbst an die Monuc in der DRKongo auslieferten, den Tod von Vincent Otti bestätigten. Dieser soll am 2. Oktober auf Anordnung von Kony mit anderen Kommandanten der LRA getötet worden sein.

Die seit 16 Monaten laufenden Friedensverhandlungen zwischen der Regierung und LRA-Rebellen hängen in der Schwebe. Präsident Museveni wollte sie vor Jahresende beenden, die LRA verlangt mehr Zeit. Der Friedenswille der LRA wird bezweifelt, nachdem ihre Milizen eine Pfarrei der Comboni Missionare in Duru angegriffen und ausgeplündert haben.

Präsident Museveni, unterstützt von seinem Verteidigungsminister, droht den Parlamentsabgeordneten einen Putsch an. Die Armee würde „Verwirrung“ und „schlechte Politik“ im Parlament nicht dulden. Die Bevölkerung reagiert mit Unverständnis und Kritik.

Die Polizei hat mehrere Demonstrationen der Oppositionspartei FDD von Dr. Kizza Besigye mit Gewalt gestoppt. Die Partei wollte in Zentrum Kampala Mitgliedskarten der Partei verteilen. Besigye beschuldigt Präsident Musenveni die Verfassungsrechte einzuschränken und Staatsterrorismus zu praktizieren.

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