Schlagwort: Tunesien

Nach wochenlangen Protesten ist der tunesische Ministerpräsident nun zurückgetreten, um weiteres Blutvergießen zu verhindern. Ghannouchi, langjähriger Regierungschef unter Ben Ali, wollte erst nach den Neuwahlen im Juli gehen, aber der Unmut der Tunesier gegen seinen Verbleib im Amt, der am Wochenende noch drei Todesopfer forderte, brachte die schnelle Entscheidung.

Die zehn Anraierstaaten des Mittelmeers diskutieren während eines Treffens in Tunesien Möglichkeiten, neue Arten von Tourismus zu entwicklen, der nicht nur der Wirtschaft der Region nützt, sondern die Umwelt schützt und der Völkerverständigung dient. Die Mittelmeerregion zieht weltweit ein Drittel aller Touristen an.

Kurz vor dem ersten Jahrestag der Revolution, die Ben Ali stürzte, wurde das Land von einer Reihe Selbstverbrennungen erschüttert. Ein Versuch aus sechs endete tödlich. Mit einer Selbstverbrennung hatten die Massenproteste im Dezember 2010 begonnen. Jetzt klagen viele Tunesier, dass es ihnen wirtschaftlich schlechter geht als zuvor.

Die drei stärksten Parteien haben die Ämter unter sich verteilt. Regierungschef wird Kamadi Jebali von Ennahda, Präsident Moncef Marzouki von CPR, und Mustafa Ben Jaafar wird der Leiter der verfassungsgebenden Versammlung. Diese ist es, die die Ämter bestätigt, die Verfassung neu schreibt und Wahlen ansetzt. Alle drei waren Gegner von Ben Ali und haben Verfolgung, Gefängnis und Exil erduldet.

Auf seinem Staatsbesuch in Marokko versucht Tunesiens neuer Präsident Moncef Marzouki, den Jahre alten Traum von einer Maghreb Union wiederzubeleben. Die Arab-Maghreb-Union (UMA) wurde 1989 als Handelspakt zwischen Algerien, Marokko, Tunesien, Libyen und Mauretanien gegründet, ist aber seit 1994 wegen dem Westsahara-Konflikt und mangelndem Interesse inaktiv. Nun soll es in Tunis einen regionalen Gipfel geben, wo es neben Wirtschaftsfragen auch um Zusammenarbeit, Bewegungsfreiheit und Sicherheit geht.

Sie kommen aus 21 afrikanischen Ländern und belegen Fächer wie Wirtschaft, Informatik und Hotelmanagement, die ihnen nach dem Abschluss eine Chance für gutbezahlte Arbeit in der EU geben würden. Dazu lernen sie Fremdsprachen, um für ihre neue Arbeitswelt gerüstet zu sein. Ihre Eltern – viele von ihnen haben auch außerhalb ihrer Länder studiert – müssen ziemlich wohlhabend sein, denn die private Université Internationale de Tunis (UIT) ist nicht billig.

Das Parlament hat fast einstimmig die neue Verfassung angenommen, die erste seit dem Sturz Ben Alis. Abgeordnete hissten die Nationalflagge und umarmten sich vor Freude. Man hofft, dass der monatelange Konflikt zwischen islamistischen und säkularen Kräften durch den erzielten Konsens beigelegt ist. Die Verfassung garantiert Gewissensfreiheit und Gleichberechtigung. Eine Übergangsregierung bereitet Wahlen noch dieses Jahr vor.

Nach wochenlangen Massenprotesten hat die islamistische Regierungspartei Ennahda zugesagt, eine Regierung von Technokraten einzusetzen, sobald Verhandlungen über eine neue Verfassung und einen Wahltermin abgeschlossen sind. Die Opposition verlangt einen sofortigen Rücktritt der Regierung.

Airbus will die Produktion von einfach Flugzeug –Teilen in das Niedrig Lohnland Tunesien verlegen. Der Plan ist ein Element des neuen Sparplans „Power 8 Plus“.

Die tunesischen Behörden haben angeordnet, dass alle Moscheen und Medien, die zum Dschihad aufrufen, geschlossen werden, um die radikale Bewegung zu ersticken, die den Weg zur Demokratie zunichtemacht. Anstoß gab ein Attentat bewaffneter Islamisten auf tunesisches Militär an der Grenze zu Algerien, bei dem 14 Soldaten umkamen.

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