Schlagwort: Tunesien

Tunesien – Vier Jahre nach den blutigen Anschlägen auf das Bardo Nationalmuseum in Tunis und den Strand von Sousse hat ein tunesisches Gericht sieben Angeklagte zu lebenslanger und zwei weitere zu16 Jahren Haft verurteilt. Im Museum kamen ein Polizist und 21 ausländische Touristen ums Leben; am Strandhotel wurden 38 Gäste, darunter 30 Briten und zwei Deutsche, erschossen. Die Terror Miliz IS reklamierte beide Anschläge. Die Tourismusbranche hat lang unter den Reisewarnungen gelitten. Inzwischen wurden Sicherheitsvorkehrungen an Ferienorten verbessert.

Tunesien – Im Herzen der Hauptstadt sprengte sich eine Frau in die Luft und verletzte dabei neun Menschen, acht von ihnen Polizisten. Der Tourismus, der nach der Geiselnahme im Nationalmuseum in 2015 und dem blutigen Anschlag auf einen Badeort, absackte, hatte sich gerade wieder erholt. Die Regierung beschreibt die Explosion als „Terroristischen Angriff“. Tunesien ist das einzige Land, in dem zur Zeit des „Arabischen Frühlings“ ein autokratischer Machthaber gestürzt wurde, ohne das Land in Chaos oder Bürgerkrieg zu stürzen.

Tunesien – Menschenrechtler haben endlich erreicht, dass die umstrittene Regelung aufgehoben wurde. Der Sprecher von Präsident Essebsi verkündete die Neuerung der freien Partnerwahl am 14. September. Obwohl etwa 70% der Frauen im Land noch misshandelt werden, zählt Tunesien zu den arabischen Ländern, in denen Frauenrechte am ehesten respektiert werden. Demnächst soll auch das Erbrecht geändert werden.

Tunesien – Präsident Béji Caïd Essebsi hat eine Kommission eingesetzt, die Vorschläge für eine Revision des Erbrechts machen soll. Die Regierung möchte schrittweise Diskriminierungen gegen Frauen abschaffen. Ein Großteil der muslimischen Bevölkerung will an den Scharia Gesetzen festhalten, die bei einer Erbschaft dem Mann doppelt so viele Anteile wie der Frau zusprechen. Tunesien ist ein Pionier für Frauenrechte in der arabischen Welt.

Tunesien – Allein letzte Woche verlor das Land Tausende ha Wald. Manche der Feuer waren absichtlich gelegt, die meisten Ausbrüche in den acht Provinzen gehen aber auf die extreme Hitzewelle mit Temperaturen von weit über 40° zurück. Am Schlimmsten ist es im Osten des Landes, wo über 7000 ha verloren gingen. Die hohen Temperaturen und heißen Winde erschweren die Löscharbeiten.

Tunesien – Weil sie während des Ramadan in einem öffentlichen Park gegessen hatten, wurden vier Männer zu einem Monat Gefängnis verurteilt, obwohl dies durch kein Gesetz verboten ist. Die öffentliche Reaktion war eher verhalten.

Tunesien – Um die Wirtschaft anzukurbeln, will die Regierung den korrupten Eliten, die sich unter dem Regime von Ben Ali bereichert haben, die Strafen erlassen, in der Hoffnung, dass die Geschäftsleute wieder stärker in die heimische Wirtschaft investieren. Viele Tunesier sehen in der Amnestie einen Verrat an den Idealen des Arabischen Frühlings. Deshalb gehen sie auf die Straße. Staatschef Essebsi droht, die Armee gegen Demonstranten einzusetzen.

Tunesien – Das tunesische Parlament entzog Premierminister Habib Essid mit großen Mehrheit das Vertrauen. Das Land befindet sich in einer schweren Wirtschaftskrise und leidet unter hoher Arbeitslosigkeit. Häufige islamistische Anschläge haben die Tourismusindustrie fast zum Erliegen gebracht. Präsident Essebi hat den Agrarökonomen Youssef Chahed zum neuen Premierminister ernannt.

Tunesien – Als militante Islamisten von Libyen die Grenze nach Tunesien überquerten und einen Militärstützpunkt in Ben Guerdane angriffen, kam es zu einem Feuergefecht. Unter den 45 Toten waren auch 7 Zivilisten, ein Zollbeamter und 10 tunesische Soldaten. Man vermutet, dass IS-Milizen die Angreifer waren. Die tunesische Regierung ist besorgt, dass die libyschen Unruhen nach Tunesien überschwappen und hat den Grenzschutz verstärkt. Ein elektronisch bewachter Sandwall steht bereits.

Tunesien – Etwa 600 Personen, denen man Vandalismus und Gewalt vorgeworfen hatte, wurden festgenommen. Die Lage hat sich etwas beruhigt. Premier Essid drückte Verständnis für den Missmut der Bevölkerung aus, und Präsident Essebsi machte fremde Kräfte für das Chaos verantwortlich. Diese könnten nicht ertragen, dass Tunesien als einziges Land es geschafft hat, den Weg zur Demokratie zu beschreiten. Der IS scheut keine Mühe, Angst und Unsicherheit zu verbreiten und den Menschen alle Perspektiven zu nehmen.

Länder