Schlagwort: Tunesien

Nach dem 10ten Jahrestag der Revolution ist es in mehreren tunesischen Städten zu schweren Ausschreitungen gekommen. Die Menschen klagen die schlechte Wirtschaftslage an. Die Corona-Krise verschärft die Lage und die Arbeitslosigkeit nimmt rasant zu. In 4 Städten (Sousse, Bizerte, Kasserine und Siliana) unterstützt die Armee die Polizei und schützt Regierungsgebäude.

Seit der Wahl des Parlaments wurde nun das dritte Kabinett mit dem neuen Ministerpräsidenten Mechichi neu gewählt. Mechichi ernannte in seiner Regierung Technokraten anstelle von Mitgliedern politischer Parteien, wie dies in der Vergangenheit der Fall war. Der Ministerpräsident sagte, in einer Zeit der politischen Instabilität will die neue Regierung die wirtschaftlichen und sozialen Belange angehen.

Tunesien – Die arabische Welt hat zum ersten Mal in der Geschichte eine Banknote mit dem Abbild einer Frau herausgegeben. Die erste muslimische Ärztin in Nordafrika, Dr. Tewhida ben Sheikh, ist auf der neuen 10-Dinar-Banknote aus Tunesien abgedruckt. Die Gynäkologin war als „die Ärztin der Armen“ bekannt.

Tunesien – Auf der Fahrt von Tunis nach Ain Draham, einem beliebten Reiseziel nahe der algerischen Grenze, ist ein Tourbus von einer Klippe in der Stadt Amdoun gestürzt. Der Fahrer hatte eine scharfe Kurve nicht geschafft und kam von der Straße ab. Premier und Präsident haben die Unglücksstelle besucht. Laut der WHO ist Tunesien nach Libyen das Land in Nordafrika mit der zweithöchsten Pro-Kopf-Verkehrstotenzahl.

Tunesien – Es geht nicht um Hannibal, auch nicht um die Zerstörung der Stadt durch die Römer in 146 v.Chr., sondern um das Niederwalzen von illegalen Wohnsiedlungen, meist Arbeiterhäuser, auf dem Gelände, das einmal Übungsplatz für Roms Gladiatoren war. Zwei-drittel von Karthago ist archäologisches Land und wurde 1979 in das UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen. Dieser Status ist durch die Ausuferung des Stadtgebiets bedroht. Bis Februar 2020 soll die Stadt sich entscheiden. UNESCO verlangt, dass der Punische Hafen und der Römische Zirkus geräumt werden. Die Bewohner, die ihre Grundstücke gekauft und Häuser gebaut hatten und sogar Erlaubnis für Wasser – und Stromleitungen hatten, sind fassungslos.

Tunesien – In der Stichwahl am Sonntag erhielt der pensionierte Juraprofessor Kais Saied über 70% der Stimmen. Der parteilose Akademiker ist ein Neuling in der Politik und wird als erzkonservativ bezeichnet. Unterstützung erhielt er besonders von Intellektuellen und jungen Tunesiern: Rund 90% der 18-25 Jährigen hätten für ihn gestimmt. Saied ist, nach dem Tod von Essebsi, der zweite gewählte Präsident nach dem „Arabischen Frühling“. Der große Zuspruch sollte ihn stärken, gegen die Korruption anzugehen und, nach den demokratischen Reformen, dem Land zu einem wirtschaftlichen Aufschwung zu verhelfen.

Tunesien – Jeden Sonntag sammeln Duzende Freiwillige einer NRO auf Stränden und in Wäldern Müll ein, mehr als 6 kg pro Kilometer im Durchschnitt. Eigentlich ist das Aufgabe der Gemeinden, die oft nicht die nötigen Ressourcen haben. Der Müll beeinträchtigt nicht nur die Lebensqualität der Bewohner, sondern vertreibt auch Touristen. Tourismus, mit über 8 Millionen Besuchern im Jahr, ist die wichtigste Industrie des Landes.

Tunesien – Der weltweit älteste Präsident im Amt verstarb im Alter von 92 Jahren in Tunis. Essebsi war seit der Unabhängigkeit 1956 ein wichtiger Vertreter der säkularen Tradition Tunesiens. 2014 gewann er die ersten freien Wahlen seit dem Arabischen Frühling. Er wird durch eine einwöchige Staatstrauer geehrt

Tunesien – In öffentlichen Gebäuden ist, laut Premier Youssif Chahed, das Tragen einer niqab-muslimischen Gesichtsbedeckung „aus Sicherheitsgründen“ verboten. Direkter Anlass für die Entscheidung könnte der Selbstmordattentäter sein, der sich Anfang der Woche in Tunis in die Luft sprengte. Er sei in einen Niqab getarnt worden sein. In einigen europäischen Ländern, wie Frankreich, Österreich und Bulgarien, gibt es bereits vollständige oder teilweise Verbote.

Tunesien – Vor der tunesischen Küste sollen laut der staatlichen Agentur TAP bis zu 70 Menschen ertrunken sein. 16 Migranten konnten von Fischern gerettet werden. Die tunesische Küstenwache sucht noch die Gewässer nach Vermissten ab. Es ist der schlimmste Zwischenfall seit mehreren Monaten. Die meisten Menschen kamen von sub-Sahara Afrika. Sie starteten in der libyschen Hafenstadt Suara und sind wegen hohen Wellen in Seenot geraten

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