Der ehemalige Präsident Hissène Habré und neun Rebellenführer wurden in Abwesenheit zum Tode verurteilt, 31 erhielten lebenslängliche Haftstrafen. Habré lebt seit 1990 im Exil im Senegal.
Tschad » Seite 14
Der ehemalige Präsident Hissène Habré und neun Rebellenführer wurden in Abwesenheit zum Tode verurteilt, 31 erhielten lebenslängliche Haftstrafen. Habré lebt seit 1990 im Exil im Senegal.
Zu Beginn seiner vierten Amtsperiode stellte Präsident Idriss Deby sein neues 40-mann starkes Kabinett vor, das auch Mitglieder ehemaliger Oppositionsparteien einschließt. Emmanuel Nadingar bleibt Ministerpräsident.
Die Regierung des Tschad ist fest entschlossen, den sechs angeklagten Mitarbeitern der französischen Hilfsorganisation Arche de Zoé bei sich den Prozess zu machen und mit hohen Haftstrafen gedroht. Dies bekräftigte der tschadische Innenminister am Dienstag.
Beim Besuch einer Delegation des Weltsicherheitsrats hat Präsident Deby erneut den Sudan angeklagt, die Rebellengruppe, die vor den Wahlen die Hauptstadt Ndjamena angegriffen hatte, zu unterstützen. Sein Aussenminister bekräftigte die Absicht, angesichts des Versagens der Afrikanischen Union, eine Lösung zu finden, den Konflikt offiziell vor den UN-Sicherheitsrat zu bringen.
Nach zehn Jahren Ölförderung hat man festgestellt, dass sich die Lebensbedingungen der Hälfte der Bevölkerung verschlechtert haben. Der Tschad nimmt im Human Developmet Index inzwischen den drittletzten Platz ein. Dabei gab es Gesetze und Abmachungen, die Armut im Land zu lindern. Die über 10 Mrd. Dollar Einkünfte vom Öl wurden für Armee und Luftwaffe gebraucht. Für den Tschad und die Weltbank ist das Scheitern ein Desaster.
An Stelle des in Paris verstorbenen Premierministers Pascal Yoadimnadji hat Präsident Deby der Vorsitzenden der regierungsnahen RNDP Partei zum neuen Regierungschef ernannt.
Nach schweren Kämpfen der Regierungstruppen gegen Rebellen der UFDD hat eine andere Oppositionsgruppe, die RFC, vom Sudan aus die Garnison in der Stadt Biltine angegriffen. Hilfsorganisationen bereiten eine Evakuierung ihres Personals aus Guereda vor.
Die Regierung hat das Angebot der UN, an der Grenzen zum Sudan internationale Friedenstruppen zu stationieren, abgelehnt und wünscht lediglich die Hilfe von Polizeieinheiten. Sudanesische Janjaweed-Milizen hatten mehrmals Lager der 200.000 Flüchtlinge im Tschad angegriffen.
Regierung und Oppositionsparteien haben sich darauf verständigt, die für Dezember vorgesehenen Parlamentswahlen um zwei Jahre zu verschieben, eine unabhängige Wahlkommission mit Vertretern der Oppositionsparteien zu ernennen und das Verfahren zur Registrierung der Wähler zu überarbeiten.
Senegal hat den ehemaligen Präsidenten des Tschad, Hissein Habré, auf einen internationalen Haftbefehl hin festgenommen. Er ist vor einem belgischen Gericht wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt. Menschenrechtsorganisationen machen ihn verantwortlich für die Ermordung von 40.000 und für Folter von 200.000 Menschen während seiner Amtszeit.