Schlagwort: Tschad

Tschad – Drei Selbstmordattentäterinnen haben sich während des Markts am Wochenende auf der Insel Koulfoua in die Luft gesprengt und 27 Menschen getötet sowie 80 weitere verletzt. Gerade dieses Jahr haben Tausende auf der Insel im Tschadsee Schutz vor den islamistischen Kämpfern gesucht. Tschad hilft Nigeria im Kampf gegen Boko Haram und wird deshalb selbst immer wieder Anschlagsopfer. Die Kämpfer selbst finden das dicht bewachsene Seeufer ideales Rückzugsgebiet.

Tschad – Weil die Region um den See Sammelpunkt für Boko Haram Milizen geworden ist, die mehrere Angriffe verübten, wäre die Maßnahme nötig. Über 5000 Soldaten seien auf den Inseln und am Seeufer stationiert, wo sie Bewegung von Menschen und Material kontrollieren. Neben Tschad sind auch die andern Anrainer, Niger und Kamerun, von den Boko Haram Attacken betroffen. Zu dem bewaffneten Konflikt kommen dann noch die Umweltkrise, der schwindende See und die bittere Armut, die die Menschen durch die Sahara und übers Mittelmeer nach Europa treiben.

Tschad – In Baga Sola, der größten Stadt am Tschadsee, gab es drei Selbstmordanschläge an einem Tag, einen am belebten Fischmarkt, die andern beiden in Flüchtlingslagern am Rande der Stadt, wo Tausende aus Niger und Nigeria Schutz vor Boko Haram Extremisten suchen. 41 Menschen kamen um; viele wurden verletzt. Nigerias Terrorgruppe greift immer wieder die Nachbarländer Tschad und Kamerun an, weil diese sich an der Ausrottung der Boko Haram beteiligen.

Tschad – Der Doppelanschlag in der Hauptstadt N’Djamena, bei dem 23 Menschen getötet und viele weitere verletzt wurden, hat die Verletzbarkeit des Landes gezeigt, das Boko Haram großen Schaden zufügte, aber bis jetzt verschont blieb. Letzte Woche haben Nigeria und die Nachbarländer Niger, Kamerun und Tschad sich zu einer gemeinsamen Einsatztruppe von 9000 Mann entschlossen, mit Hauptquartier in N’Djamena. Auf diese Weise hoffen sie, die grenzüberschreitende Terror-Miliz Boko Haram zu bezwingen. Beobachter im Tschad meinen, der Angriff könnte auch eine Unmutsbezeigung gegen den autokratischen Präsidenten Déby sein. Seit dem Anschlag ist das Tragen einer Burka in der Öffentlichkeit verboten.

Tschad – Das Team der Kölner Uni kam kürzlich mit erstaunlichen Proben aus dem Tibesti-Gebirge, der höchsten Erhebung in der Sahara, zurück. Diadomit (Ablagerungen von Kieselalgen) zeugen von der Präsenz von Seen, und prähistorische Felszeichnungen von Savanne-artigen Bedingungen. Die Wissenschaftler erhoffen sich noch weitere Erkenntnisse über die geologische Geschichte, die Klimaepochen und die Umweltbedingungen, als der homo sapiens nach Europa zog. In den politischen Unruhen rundherum ist eine waghalsige Expedition zurzeit nur im Tschad möglich, wo die N’Djamena Regierung und das Tutu Volk im Tibetsi kräftige Unterstützung boten.

Tschad – Um den strategischen See treffen sich die Grenzen von Kamerun, Tschad, Niger und Nigeria, alles Länder, die gegen Boko Haram kämpfen. Hunderttausende Flüchtlinge leben dort. Laut einem Sprecher des Roten Kreuzes haben die Ankömmlinge alle Mittel aufgebraucht, um sich in Sicherheit zu bringen. Das Rote Kreuz sorgt sich um Tausende Familien, aber viel mehr müsste getan werden. Die Angriffe über die Grenze hinweg haben die Lage verschärft.

In der Hälfte aller Regionen haben schwere Regenfälle Felder zerstört und 70.000 Menschen obdachlos gemacht. UN-Organisationen warnen vor einer Lebensmittelknappheit.

Drei Transall Transportflugzeuge der französischen Luftwaffe haben eine Luftbrücke eingerichtet, um Versorgungsgüter für die vertriebene Bevölkerung und für sudanesische Flüchtlinge in den Osten des Landes zu schaffen.

Der Weltsicherheitsrat hat das Mandat für die geplante Schutztruppe im Tschad und der Zentralafrikanischen Republik unter EU-Führung verabschiedet. Sie soll die Bevölkerung der vom Dafür-Konflikt mitbetroffenen Nachbarländer des Sudans vor Übergriffen und Gewaltakten durch Rebellen schützen. Laut Resolution sollen der Mission MINURCAT bis zu 300 Polizisten, 50 Militärs und zivile Mitarbeiter angehören.

Die Präsidenten des Tschad und des Sudans sind in Dakar übereingekommen, die Friedensabkommen der Vergangenheit endlich umzusetzen. Da die diversen Rebellengruppen nicht einbezogen wurden, sind Beobachter der Region eher skeptisch.

Länder