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Tschad – Präsident Idriss Déby Itno regiert schon seit 1991 wie ein absoluter Monarch. Nach dem Votum der Abgeordneten letzte Woche steht eine neue Verfassung. Der Präsident ist jetzt wirklich Staatsoberhaupt, Regierungschef und Militärchef in einem. Nichts und niemand kann ihm was anhaben. Jeder Widerstand wird mit Repression und Festnahmen kontrolliert. Die gesamte Regierung trat aus Protest zurück. Itnos Begrenzung auf zwei Amtszeiten wird durch andere Tricks wettgemacht, so dass er bis 2033 an der Macht bleiben kann. Da der Westen den Tschad als wichtigen Verbündeten im Kampf gegen den islamistischen Terrorismus in der Region braucht, „ drückt er beide Augen zu“.

Tschad – Schon drei Wochen sind im Land soziale Netzwerke wie Facebook und WhatsApp gesperrt, ganz offensichtlich, um Kritik an der Regierung und der geplanten Verfassungsänderung zu unterdrücken. Die politische Opposition und Zivilgesellschaft sind gegen eine Amtszeit des Präsidenten bis 2033. Der 65-jährige Idris Déby Itno regiert in Tschad seit 1990. Das Land ist einer der schlimmsten Online-Zensoren in Subsahara-Afrika. Bei politischen und wirtschaftlichen Spannungen wird das Internet gestört oder ganz gekappt. Weil er aber ein wichtiger Partner im Kampf gegen den Terrorismus ist, genießt er trotz Widerstand daheim, internationales Ansehen.

Tschad – Der Tschad-See war flächenmäßig einst einer der größten Seen. Er versorgt in der südlichen Sahelzone etwa 30 Mio. Menschen mit Wasser, hat aber in den letzten 100 Jahren etwa 90% seiner Wasseroberfläche verloren. Umweltschützer warnen vor einer menschlichen und ökologischen Katastrophe, wenn das Verschwinden des Sees nicht gestoppt werden kann. In den letzten Jahrzehnten wurde die Region von zahlreichen Dürren heimgesucht. Die Sahara rückt von Norden heran. Vom Süden kommen Scharen von Flüchtlingen, die Sicherheit vor Boko Haram suchen. Alle brauchen mehr Wasser, bewässern kleinere Felder, fangen weniger Fische und verschmutzen den See, der für die meisten ja auch Trinkwasser stellt.

Tschad – Unbeachtet von der Weltöffentlichkeit wird die Katastrophe um den schrumpfenden See immer akuter. Millionen Menschen aus Nigeria, Tschad, Kamerun und Niger haben auf der Flucht vor der Terrormiliz Boko Haram am Tschadsee Schutz und Überlebenschancen gesucht. Doch der riesige See trocknet immer weiter aus; er hat heute nur ein zwanzigstel der Wasserfläche, die er in den 60er Jahren hatte. Bäume werden abgeholzt; der trockene Boden ist zu salzig für die Landwirtschaft; die Wüste wächst und der Fischbestand im See schrumpft. Neun Millionen brauchen humanitäre Hilfe, doch die Kriegswirren erschweren den Einsatz. Kein Wunder, dass verzweifelte Menschen sich von Boko Haram anheuern lassen oder den Weg durch die Sahara zum Mittelmeer einschlagen.

Tschad – Präsident Idriss Deby, der das Land seit 1990 regiert, wurde für eine fünfte Amtszeit vereidigt. Bei Demonstrationen der Opposition, die eine Annullierung der Wahlergebnisse wegen angeblichem Betrug fordert, wurde mit scharfer Munition geschossen und ein Teilnehmer getötet.

Tschad – Ein viertel Jahrhundert nachdem der gestürzte „Schlächter vom Tschad“, Hissène Habré, nach Senegal geflohen war, wurde ihm jetzt dort der Prozess gemacht: Ein afrikanisches Sondertribunal verurteilte ihn für seine Verbrechen gegen die Menschlichkeit und den Tod von 40,000 Menschen zu lebenslanger Haft. Dieses Urteil von Afrika für Afrika könnte ein Signal für afrikanische Herrscher und ein Präzedenzfall sein, ein Wendepunkt für internationale Rechtsprechung.

Tschad – Über 9 Mio. Menschen in der Tschadsee Region brauchen unbedingt Hungerhilfe. Die Sahel – Gegend leidet sowieso unter chronischer Nahrungsmittel-Knappheit, doch die außergewöhnliche Dürre und die durch Boko Haram ausgelöste Gewalt verschlimmern die Lage. Die vier an den See angrenzenden Staaten –Tschad, Nigeria, Niger und Kamerun – haben seit 2015 die Terror Gruppe schwächen, aber nicht besiegen können.

Tschad – Der Tschadsee, Haupt-Süßwasserquelle der vier anliegenden Länder: Tschad, Niger, Nigeria und Kamerun, hat in den letzten 50 Jahren durch Klimawandel und intensive Wassernutzung durch Menschen 90 % seiner Wasseroberfläche eingebüßt. Der Wechsel von Fischerei zu Ackerbau bringt ohne Bewässerung kaum Ertrag. Die Anwohner sehen die Wasserlachen vor ihren Augen schwinden. Studienergebnisse zeigen, dass der Höchststand des Mega-Tschads mit 360,000 km² vor etwa 6,000 Jahren war, verglichen mit 1,000 bis 2,000 km² heute. Gewinner der Lage ist der brasilianische Regenwald, der durch den vom Wind tonnenweise über den Atlantik getragenen Staub gedüngt wird.

Tschad – Der Wüstenstaat hat gewählt, und Amtsinhaber Idriss Déby Itno, seit 1990 an der Macht, wird wohl weiterregieren. Wie in Dschibuti, wird dies außerhalb auf wenig Widerstand stoßen, auch wenn sein Volk rebelliert, denn der Tschad ist eine vom Westen anerkannte Militärmacht. Débys Armee half Frankreich in Zentralafrika und Mali und führt die Allianz gegen Boko Haram mit N’Djameni als Hauptquartier. Auch nimmt er viele Flüchtlinge auf. Nur für die Unzufriedenheit seines trotz Mineralreichtum verarmten Volkes hat Déby kein Rezept. Die politische Krise könnte im eigenen Land Raum für Dschihadisten schaffen.

Tschad – Idriss Déby, seit dem Putsch in 1990 an der Macht, will die Wahl im April gewinnen. Danach ist er bereit, begrenzte Amtszeiten einzuführen. Kritiker beschreiben ihn als repressiven Herrscher, der nichts von freien Wahlen und Meinungsäußerungen hält. Doch hat er als wichtiger Verbündeter Frankreichs eine führende Rolle in der Kampagne gegen die militanten Islamisten in der Region gespielt. Von ihm erhofft man nun, dass er Boko Haram stoppt. Seine Hauptstadt N’Djameni ist der Stützpunkt der gemeinsamen Armee gegen diese Terror-Miliz.

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