Schlagwort: Tschad

Dem Korrespondent der DW in N’Djamena, Eric Topona, wird vorgeworfen, im Internet „subversive Schriften“ veröffentlich zu haben, die die Verfassung gefährden könnten. Sollte er schuldig befunden werden, droht ihm lebenslange Haft. Die Deutsche Welle protestiert; der Intendant fordert die sofortige Freilassung. Topona ist nur einer von etwa 20 verhafteten Journalisten und Oppositionellen. Während der tschadische Präsident Idriss Déby durch seine militärische Hilfe in Mali internationale Anerkennung genießt, fühlt er sich stark genug, unliebsame Elemente zu beseitigen. Auch strebt er eine Führungsrolle in der Sahel Region an.

Auf Wunsch der Tschad Regierung hat der UN Sicherheitsrat beschlossen, bis Jahresende alle Truppen vom Tschad und der benachbarten Zentralafrikanischen Republik zurück zu ziehen. Amnesty International schätzt die Entscheidung als bedenklich ein, da der Schutz von Tausenden Flüchtlingen in der Region gefährdet ist. Tschad beherbergt 260,000 Darfur Flüchtlinge.

Der UN-Sicherheitsrat beschloss, 5500 Blauhelmen in den Tschad und die Zentralafrikanische Republik zu senden. Sie werden im März die EU-Truppe Eufor ablösen, deren Aufgabe es ist, ein „sicheres Umfeld“ für die 290.000 Flüchtlinge aus Darfur sowie für fast 200.000 Binnenflüchtlinge im Tschad und der Zentralafrikanischen Republik zu schaffen.

Weil sie in 2007 versuchten, 103 afrikanische Kinder illegal nach Frankreich zu fliegen, wurden die zwei Hauptbeschuldigten der Hilfsorganisation „Arche de Zoé“ zu Haftstrafen verurteilt. Sie gaben vor, dass es sich bei den Kindern um Waisen aus Sudans Krisenregion Darfur handelte. In Wirklichkeit stammten die meisten Kinder aus dem Tschad und hatten eigene Familien.

Die Weltbank hat die Blockierung der Konten des Tschad wieder aufgehoben. Die Erdölkonten wurden gesperrt, nachdem die Regierung die Gelder für Waffenkäufe und nicht, wie mit der Weltbank vertraglich vereinbart, für soziale Zwecke verwenden wollte.

Bei ihrem ad-limina Besuch in Rom haben die Bischöfe des Tschad Papst Benedikt gebeten, die kommende afrikanische Synode auf dem schwarzen Kontinent zu veranstalten.

Jacqueline Moudeina erhält den Alternativen Nobelpreis für ihren furchtlosen Einsatz für die Opfer von Gewalt, besonders unter der Schreckensherrschaft des früheren Präsidenten Habre. Noch sind seine Gräueltaten nicht geahndet, aber Jacqueline kämpft weiter und will, dass alle Menschen ihre Rechte „kennen, fordern und verteidigen“ können.

Die Weltbank hat die Auszahlung von rund 124 Millionen Dollar an Tschad gestoppt. Außerdem will die Weltbank Tschad keine weitere Hilfe mehr gewähren. Mit dem drastischen Schritt reagiert die Bank auf eine Gesetzesänderung durch das tschadische Parlament. Der Zweck des ursprünglichen Abkommens zwischen der Weltbank und Tschad sei es gewesen, einen großen Teil der tschadischen Öleinnahmen für die armen Massen einzusetzen. Da dies nach der Gesetzesänderung nicht mehr gewährleistet sei, habe die Weltbank ihre Zahlungen vorerst eingestellt.

In einem Hirtenwort warnen die Bischöfe vor der Gefahr eines Bürgerkriegs und fordern einen „Waffenstillstand“ der Rebellen und eine Verschiebung der geplanten Wahlen. Auch UN-Generalsekretär Kofi Annan befürchtet eine Ausweitung des Darfurkonflikts in den Tschad, die die gesamte Region destabilisieren könnte

Präsident Idriss Deby hat den Ausnahmezustand für 15 Tage erklärt. Oppositionsführer, die während des Angriffs der Rebellenmilizen verschwunden waren, haben sich wieder zu Wort gemeldet.

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