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Die Präsidenten des Tschad und des Sudan unterzeichneten in Saudi Arabien ein Abkommen, das die Schaffung einer gemeinsamen Grenztruppe vorsieht. Beide Staaten verpflichten sich, mit der UN und der Afrikanischen Union zusammenzuarbeiten und die Unterstützung von Rebellengruppen einzustellen.

Nach Angaben des Informationsministeriums hat die Armee einen Coup gegen Präsident Idriss Deby vereitelt. Sein Flugzeug sollte bei der Rückkehr aus dem Ausland abgeschossen werden. Die Rebellengruppe United Front for Democratic Change (FUCD), zu der viele Armeeoffiziere desertiert sind, bestreitet die Angaben der Regierung.

Die Regierung hat im Ostteil des Landes und in der Hauptstadt Njamena den Ausnahmezustand verhängt. Nach offiziellen Angaben sind im letzten Monat bei Zusammenstößen zwischen arabischen und schwarzafrikanischen Ethnien über 300 Menschen ums Leben gekommen.

Nach schweren Kämpfen haben sich die 2000 Rebellen aus Ndjamena nach Mongo 600 km östlich der Hauptstadt zurückgezogen. 100 Menschen kamen bei den Gefechten ums Leben. Tschad beschuldigt den Sudan, hinter dem Angriff zu stehen, und bittet die EU, die EUFOR-Friedenstruppen so schnell wie möglich in Stellung zu bringen . 30.000 Menschen, die in den benachbarten Kamerun geflohen waren, kehren langsam zurück. Nach Medienbericht hatte Frankreich gepanzerte Fahrzeuge, die in Belgien überholt wurden, im Juli 2007 an die tschadische Armee geliefert, was unter dem europäischen Waffenexportkodex verboten ist.

Die Präsidentschaftswahlen verliefen trotz Drohungen der gewaffneten Rebellen relativ friedlich. Die meisten Oppositionsparteien boykottierten die Wahl. Ein Angriff der Rebellen auf die Hauptstadt Ndjamena vor wenigen Wochen sollte eine dritte Amtszeit für Präsident Deby, der seit 16 Jahren an der Macht ist, verhindern.

Der Hubschrauberangriff der sudanesischen Truppen auf die Grenzstadt Ade zeigt, dass Sudan die Rebellenallianz, die einen Umsturz plant, unterstützt. Tschad kritisiert auch die EU weil ihre Friedenstruppen den Rebellenvormarsch indirekt begünstigten. So hätten sie zugelassen, dass die Rebellen bei Hilfsorganisationen Treibstoff und Fahrzeuge stahlen. Die AU ist besorgt über die neue Offensive, die den inneren Friedensprozess gefährde.

Etwa 80 Jugendliche, manche erst 13 Jahre alt, die Anfang Mai von den Widerstandstruppen (UFR) zum Kampf gegen die Regierung gezwungen wurden, werden jetzt von der Tschad Armee gefangen gehalten. Das Kinderhilfswerk UNICEF sowie das Rote Kreuz bemühen sich nun um ihre Freilassung und leiteten Gespräche ein. Obwohl die Regierung sich behilflich zeigt, dauert der Einsatz von Kindersoldaten auf allen Seiten des Konflikts im Tschad und auch in Sudans Darfur unvermindert an.

Am 11 August begeht Tschad 50 Jahre Unabhängigkeit. Seit 2003 fließen die Ölquellen. Per Gesetz sollten 80% der Öleinnahmen in die Armutsbekämpfung gehen. Die Wirklichkeit ist, dass entlang der 1000 km Pipeline, die das Öl zur Atlantikküste bringt, die Menschen in bitterer Armut leben, in Dörfern ohne Strom und Wasser. Entschädigungszahlungen für Acker – und Weideland führten zu vielen Konflikten. Es braucht mehr Demokratie und Transparenz, damit der Ölreichtum zum Wohl der Bevölkerung genutzt werden kann.

Im Osten des Tschad haben Rebellen mehrere Städte erobert. Sie sollen vom Sudan unterstützt werden, im Gegenzug zur Hilfe von Präsident Déby für die Darfurrebellen. Ein Angriff der Rebellen auf Ndjamena im letzten Jahr konnte durch den Eingreif der 1.000 französischen Soldaten, die im Tschad stationiert sind, verhindert werden.

Die EU plant die Entsendung einer Schutzruppe für die 230.000 Flüchtlinge aus Darfur und 150.000 internen Flüchtinge im Nordtschad, die immer wieder von Janjaweed Milizen aus Darfur angegriffen werden. Das Hauptkontingent wird von Frankreich gestellt, das bereits eine militärischen Präsenz im Tschad hat. Deutschland will sich nicht daran beteiligen.

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