Schlagwort: Tschad

Während die Menschen weiterhin vor dem Konflikt im Sudan fliehen, sind mehr als 358.000 Flüchtlinge in der Grenzstadt Adré im Osten des Tschad angekommen. Es werden Flüchtlingslager errichtet, aber die Unterkünfte und grundlegenden Einrichtungen in den Lagern sind völlig unzureichend. Die bestehenden Lager in diesem Gebiet sind bereits voll ausgelastet, ebenso wie die vorübergehenden Transitunterkünfte. Daher werden die Menschen an andere Orte weit außerhalb der Stadt verlegt, wo immer noch neue Lager gebaut werden. Täglich kommen etwa 2.000 Flüchtlinge an.

Am 10. April 2023 forderte Berlin den Botschafter des Tschad auf, Deutschland innerhalb von 48 Stunden zu verlassen, nachdem die tschadische Militärregierung eine ähnliche Forderung gestellt hatte. Der Tschad machte keine näheren Angaben zu den Gründen für Krickes Ausweisung, aber der deutsche Botschafter hatte die Verzögerungen bei der Abhaltung von Wahlen nach dem Staatsstreich von 2021 und ein Urteil vom letzten Jahr kritisiert, das es dem militärischen Interimsführer Mahamat Deby erlauben würde, bei den Wahlen im Jahr 2024 anzutreten. Die deutsche Botschaft äußerte sich ebenso wie andere Länder, darunter Frankreich, Spanien und die Niederlande, besorgt über die verzögerte Rückkehr zur Demokratie. Das Land wird seit April 2021 von einer militärischen Übergangsregierung unter der Führung von Präsident Mahamat Idriss Deby Itno regiert, die ursprünglich versprochen hatte, die Macht bis Oktober letzten Jahres zu übergeben, die Frist aber inzwischen um zwei Jahre verlängert hat.

Da die Kämpfe im Sudan nicht nur in Khartum stattfinden, teilte Regierungssprecher Aziz Mahamat Saleh mit: „Angesichts dieser beunruhigenden Situation hat der Tschad beschlossen, die Grenze zum Sudan bis auf weiteres zu schließen“. Der Tschad hat eine mehr als 1 000 km lange Grenze mit dem Sudan, von der ein großer Teil an Darfur grenzt, das seit langem Schauplatz von Stammesgewalt ist, die oft durch Streitigkeiten über Territorium und Wasser angeheizt wird. Im Sudan sind Militärchef Abdel Fattah al-Burhan und sein Stellvertreter, der paramilitärische Kommandeur Mohamed Hamdan Daglo, wegen der geplanten Eingliederung von Daglos paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) in die reguläre Armee aneinandergeraten.

Interimspräsident, Mahamat Idriss Deby, hat 380 Rebellen der Gruppe „Front für Wandel und Eintracht im Tschad“ (FACT) begnadigt. Sie gehörten zu einer Gruppe von 400 Personen, die am vergangenen Dienstag im Zusammenhang mit dem Tod seines Vaters, des langjährigen Machthabers Idriss Deby Itno, zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt wurden. Idriss Deby, der nach dem Tod seines Vaters von der Militärjunta eingesetzt wurde, hat seither Friedensgespräche mit verschiedenen Rebellengruppen geführt. Die FACT hat jedoch nicht daran teilgenommen, da sie der Meinung war, dass die Übergangsbehörden zuerst Friedensgesten machen müssten, einschließlich der Freilassung von Gefangenen.

General Mahamat Idriss Déby, hat ab 25.10.2022 eine 7tägige Staatstrauer ausgerufen.  Rund 50 Menschen starben bei Pro-Demokratie-Protesten der vergangenen Woche in mehreren Teilen des Landes, bei denen die Rückkehr zu einer zivilen Regierung gefordert wurde. Die Proteste fanden an dem Tag statt, an dem Präsident Déby ursprünglich zurücktreten sollte, doch seine Amtszeit wurde um weitere 2 Jahre verlängert.

Der Militärherrscher, Mahamat Idriss Déby, hat wegen der außergewöhnlichen Überschwemmungen, von denen mehr als 1 Million Menschen betroffen sind, den Ausnahmezustand ausgerufen; ¾ des Landes sind heimgesucht. Tschad ist das drittärmste Land der Welt.

Die Übergangszeit bis zu demokratischen Wahlen wurde verlängert. Hunderte von Delegierten beschlossen außerdem, dass der Juntachef Mahamat Idriss Deby Itno nicht nur als Übergangspräsident weitermacht, sondern bei den nächsten Wahlen auch für das Präsidentenamt kandidieren kann. Die Entscheidungen wurden von einem Forum für den nationalen Versöhnungsdialog getroffen, das von den meisten Oppositionsmitgliedern, zwei der drei wichtigsten bewaffneten Rebellengruppen und Organisationen der Zivilgesellschaft boykottiert wurde. Deby übernahm die Macht im April 2021, nachdem sein Vater Idriss Deby Itno, der 30 Jahre lang das Land regiert hatte, bei einer Militäroperation gegen Rebellen getötet worden war. Die internationale Gemeinschaft hatte Deby gedrängt, den Übergang nicht über 18 Monate hinaus zu verlängern, bevor die Zivilregierung zurückkehrt, und bei eventuellen Wahlen nicht als Präsident zu kandidieren.

3 Wochen lang sollen über 1 400 Delegierte der Regierung, der Zivilgesellschaft und der Oppositionsparteien und -gruppen über Frieden, eine neue Verfassung und die Reform der Institutionen des Land diskutieren. Vor allem aber sollen diese Gespräche den Weg für die für Ende Oktober angekündigten Wahlen ebnen. Mahamat Idriss Deby, der nach dem Tod seines Vaters im April 2021 die Macht übernommen hat, hat versprochen, am Ende seiner 18-monatigen Übergangszeit freie und demokratische Wahlen abzuhalten.

Wer im Norden des Tschad einen Heiratsantrag ablehnt,  muss eine Geldstrafe zahlen, „Amchilini“ genannt. Sie liegt  zwischen $23 und $39 für Frauen und $19 für Männer. Die Frauenrechtsliga wehrt sich mit dem  Hashtag #Stop Anchilini gegen die Entscheidung, da im nationalen Gesetz die Freiheit der Zustimmung zur Ehe garantiert ist. Der Islamische Rat jedoch behauptet, seine Entscheidung sei vom Koran inspiriert. Zwangsverheiratungen, besonders minderjähriger Mädchen, sind im Tschad weit verbreitet. Trotz eines in 2015 verabschiedeten Gesetzes, das Kinderehen verbietet, sind im Tschad laut Statistik 60% der Frauen zwischen 20 und 24 Jahren verheiratet worden, als sie noch Kinder waren.

Die Militärregierung des Tschad hat mit mehr als 40 Oppositionsgruppen ein Friedensabkommen unterzeichnet, um einen nationalen Versöhnungsdialog einzuleiten, doch die wichtigste Rebellengruppe (Front for Change and Concord in Chad FACT) des Landes weigerte sich, daran teilzunehmen. Das in Doha unterzeichnete Abkommen sieht vor, dass die Gespräche, die den Weg für eine Präsidentschaftswahl ebnen sollen, am 20. August beginnen. Seit März vermittelt Katar zwischen Oppositionsgruppen und der Militärregierung von Mahamat Idriss Deby Itno, einem General, der die Macht übernommen hatte, nachdem sein Vater im vergangenen Jahr in einem Gefecht mit Rebellen ums Leben gekommen war. Das Außenministerium von Katar erklärte, dass bei den Gesprächen, die in der tschadischen Hauptstadt N’Djamena stattfinden sollen, eine „umfassende nationale Versöhnung“ angestrebt werde. Der Tschad hat seit seiner Unabhängigkeit im Jahr 1960 nur wenig Stabilität erlebt, und die bevorstehenden Gespräche werden mit großer Aufmerksamkeit verfolgt, da das Land als wichtiger Verbündeter in den internationalen Bemühungen zur Bekämpfung bewaffneter Gruppen in der Region gilt.

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