Schlagwort: Tschad

Tausende von Studenten demonstrierten in Ndjamena und verbrannten Autos westlicher Diplomaten. Sie forderten, dass der Prozess gegen die sechs Franzosen, die wegen Entführung von 103 Kindern angeklagt sind, im Tschad abgehalten wird.

Sicherheitsbeamte verhafteten neun französische Mitarbeiter der Organisation ‚L’Arche de Zoé‘ auf dem Flugplatz von Achébé. Sie wollten mit über 100 Kindern nach Frankreich fliegen. Dort warteten 50 Familien auf sie, die bis zu 2.400 Euro pro Kind bezahlt hatten. Die Organisation behauptet, die Kinder aus lebensbedrohenden Situationen retten zu wollen. UNICEF verurteilte die Aktion als unverantwortlich, während Präsident Sarkozy um die Auslieferung der Angeklagten an Frankreich plädierte.

„Oxfam International“ berichtet, dass Friedenssoldaten der UNO und EU es im vergangenen Jahr nicht fertig brachten, die Einwohner im Osten des Landes vor Gewaltverbrechen zu schützten. Die Grenze zu Darfur, die Präsenz von Flüchtlingen und die Überfälle von Rebellen machen die Situation immer unsicher; in der bevorstehenden Trockenzeit erwartet man eine Intensivierung der Gewalt.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat zur Rettung des Tschadsees aufgerufen. Mit einem künstlichen Kanal soll Wasser des Oubangui Flusses in den See geleitet werden. Der See ist in den letzten 30 Jahren von einst 25.000 auf 2.000 Quadratkilometer geschrumpft.

Ein französisches Gericht hat das Urteil des tschadischen Gerichts gegen die sechs Mitarbeiter der Organisation Zoes Arche bestätigt und sie wegen Kidnapping von 103 Kindern zu acht Jahren Gefängnis verurteilt.

Mit Unterstützung des Sudan haben drei Rebellengruppen die Hauptstadt Ndjamena zum großen Teil erobert, wurden aber wieder aus der Stadt gedrängt. Ziel ist eine Machtübernahme von Präsident Deby, der sich 1990 an die Macht putschte, um eine Stationierung einer EU-Friedenstruppen zu verhindern. Frankreich hat seine Truppenpräsenz auf 1300 Mann erhöht und über 500 Ausländer ausgeflogen. Tausende Einwohner der Hauptstadt flohen nach Kamerun.

Der ehemalige Präsident Hissène Habré und neun Rebellenführer wurden in Abwesenheit zum Tode verurteilt, 31 erhielten lebenslängliche Haftstrafen. Habré lebt seit 1990 im Exil im Senegal.

Zu Beginn seiner vierten Amtsperiode stellte Präsident Idriss Deby sein neues 40-mann starkes Kabinett vor, das auch Mitglieder ehemaliger Oppositionsparteien einschließt. Emmanuel Nadingar bleibt Ministerpräsident.

Die Regierung des Tschad ist fest entschlossen, den sechs angeklagten Mitarbeitern der französischen Hilfsorganisation Arche de Zoé bei sich den Prozess zu machen und mit hohen Haftstrafen gedroht. Dies bekräftigte der tschadische Innenminister am Dienstag.

Beim Besuch einer Delegation des Weltsicherheitsrats hat Präsident Deby erneut den Sudan angeklagt, die Rebellengruppe, die vor den Wahlen die Hauptstadt Ndjamena angegriffen hatte, zu unterstützen. Sein Aussenminister bekräftigte die Absicht, angesichts des Versagens der Afrikanischen Union, eine Lösung zu finden, den Konflikt offiziell vor den UN-Sicherheitsrat zu bringen.

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