Schlagwort: Tschad

Das Mandat der Blauhelmtruppe im Tschad wurde um ein halbes Jahr verlängert. Es wurde auch in Erwägung gezogen eine neue Friedenstruppe zu entsenden, welche die EU – Truppen ersetzen soll. Die Friedensmission hat den Auftrag, die Grenze zwischen dem Tschad, der Zentralafrikanischen Republik und dem Sudan zu sichern.

Der Botschafter Moskaus bei den Vereinten Nationen erklärte, seine Regierung habe die Absicht, mit der europäischen Mission im Tschad zusammenzuarbeiten. Deshalb werde Russland der EU-Schutztruppe die dringend benötigten Hubschrauber zur Verfügung stellen. Die EUFOR-Truppe soll im Tschad Flüchtlinge aus der benachbarten sudanesischen Krisenregion Darfur schützen.

Die ländliche Bevölkerung hat ihre Nahrungsvorräte erschöpft. Wer kann, zieht in die Stadt; die Zurückgebliebenen sammeln wilde Früchte und graben Wurzeln aus, die sie sonst nicht essen würden. Mütter brechen Ameisenhügel auseinander, um an die Getreidekörner zu kommen, die die Ameisen dort gelagert haben. Hilfsgüter sind unterwegs in die Hauptstadt N’Djamena, doch Eile ist geboten, denn wenn die Regenzeit beginnt, sind die am schlimmsten Betroffenen wegen der schlechten Straßen nicht mehr erreichbar.

Meuternde Einheiten der Armee, die sich in den Norden des Landes abgesetzt haben, bestreiten Behauptungen der Regierung, sie seien in den Sudan geflohen. Die Rebellen, die sich ‘Socle pour le changemente, l’unité nationale et la démocratie’ (Scud), nennen, wollen eine dritte Amtszeit von Präsidenten Deby verhindern.

Der amtierende Präsident Idriss Deby, der seit 1990 an der Macht ist, hat nach Angaben der Wahlkommission mit 77,5% der Stimmen die Präsidentschaftswahlen gewonnen. Die Oppositionsparteien hatten die Wahl boykottiert.

Der aus Italien stammende Comboni-Missionar, seit 1989 Bischof von Doba, soll binnen einer Woche das Land verlassen, weil er in seiner Predigt die Verwendung der Erdöleinkommen kritisiert hat. Seit 2003 fördert der Tschad 120,000 Barrel pro Tag. Militär, Straßen und öffentliche Gebäude hätten profitiert, aber nicht die notleidende Bevölkerung, sagte Bischof Michele Russo. Die Regierung Tschads zeigte eine gewisse Dialogbereitschaft mit dem Vatikan zur Lösung des Problems. Die Predigt sei falsch übersetzt worden. Man wolle gute Beziehungen behalten.

Die Organisation Freedom House hat Tschad auf die Liste der repressivsten Regime der Welt gesetzt. Es befindet sich so auf derselben Stufe wie China, Simbabwe und Syrien. Das Leben in all diesen Ländern sei erstickend, sagt die Geschäftsführerin Jennifer Windsor, da alle Grundrechte der Bürger missachtet würden.

Frankreich hat sich bereit erklärt, die noch ausstehenden Posten für die geplante EU-Friedenstruppe EUFOR für den Tschad und die Zentralafrikanische Republik zu finanzieren. Die 2.100 starke Truppe könnte so Anfang Februar mit ihrem Einsatz beginnen.

Da eine UN-Friedenstruppe nach Darfur von der sudanesischen Regierung kategorisch abgelehnt wird, untersuchen die USA und Frankreich Möglichkeiten einer UN-Präsenz im Tschad und in der Zentralafrikanischen Republik. Beide Länder werden von Darfur aus destabilisiert.

In einem Hirtenbrief fordern die katholischen Bischöfe Regierung und Rebellen zum Dialog auf. Krieg sei keine Lösung der Probleme, wie die leidvolle Geschichte seit der Unabhängigkeit beweise. Die Bischöfe verlangen eine gerechte Nutzung des Reichtums des Landes zum Wohl aller.

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