Schlagwort: Südafrika

Auf dem Flug zwischen zwei Kleinstädten mit 4 Passagieren an Bord und in 3.300 Metern Höhe spürte Rudolph Erasmus etwas Kaltes an seinem Bein. Es war eine zusammengerollte Kobra, deren Biss, wenn nicht eiligst behandelt, zum Tod führen kann. Nach momentaner Fassungslosigkeit informierte er die Passagiere über eine geplante Notlandung und setzte bald seine zweimotorige Beachcraft Baron sicher auf der Landebahn von Welkom auf. Während die Passagiere in Sicherheit gebracht wurden, konnte der ungeladene Gast entweichen. Es wird weiter nach dem Reptil gesucht, während der Pilot als Held gefeiert wird.

Pläne zum Bau von Windkraftanlagen (mehr als 200 Turbinen) in der Nähe des Addo-Elefanten-Nationalparks im Süden des Landes haben Tierschützer auf den Plan gerufen, die befürchten, dass die Turbinen die Landschaft zerstören und Elefanten beeinträchtigen werden. Es gibt Bedenken, dass der von den Turbinen ausgehende Lärm die etwa 600 im Park lebenden Elefanten stören könnte, die sich über niederfrequente Infraschallwellen verständigen. Das französische Unternehmen EDF, das zu den an dem Projekt beteiligten Firmen gehört, betreibt bereits einen 60-Megawatt-Windpark etwa 11 km vom Addo-Park entfernt, der nur eine Autostunde von Gqeberha, dem früheren Port Elizabeth, entfernt liegt.

Der in Südafrika verstorbene Pastor einer Freikirche wurde erst 579 Tage nach seinem Tod bestattet. Als die in einer Vision angesagte Auferstehung nicht kam, die Familie aber weiter ausharrte und der Bestatter wegen einem gefürchteten Gesundheitsrisiko vor Gericht ging, wurde die Beerdigung angeordnet. Die Witwe schuldet nun dem Bestatter  5000€ für Aufbewahrung, Beisetzung und Gerichtskosten. Immer wieder erregen sogenannte Propheten Aufsehen durch absurde Wunderheilungen und ernten die Kritik traditioneller Kirchen. Ein selbsternannter Prophet behauptet sogar, in einem Nahtoderlebnis „Himmel – Selfies“  geschossen zu haben.

Putin wird voraussichtlich im August zum Brics-Gipfel (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) nach Südafrika reisen. Die südafrikanische Außenministerin Naledi Pandor erklärte, dass die Regierung den vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) ausgestellten Haftbefehl gegen den Wladimir Putin erörtern muss, bevor sie irgendwelche Maßnahmen in Erwägung zieht. Als Unterzeichner des „Rome Statute“ ist Südafrika rechtlich verpflichtet, Putin festzunehmen und vor Gericht zu stellen.

Die Südafrikaner protestieren gegen die Regierung und fordern den Präsidenten angesichts der hohen Lebenshaltungskosten zum Rücktritt auf. Die Regierung hat Soldaten entsandt, um wichtige Infrastrukturen während der Proteste zu schützen. Präsident Cyril Ramaphosa hat die Demonstranten davor gewarnt, Eigentum zu beschädigen oder Menschen zu verletzen.

Die Universität von Johannesburg hat ein 3D-Druckverfahren eingeführt, mit dem ein Haus innerhalb eines Tages gebaut werden kann. Die Universität arbeitet an einem staatlichen Pilotprojekt zum Bau von preisgünstigen Häusern in Südafrika, wo ein großer Wohnungsmangel herrscht. Angola war das Pionierland in Afrika, das ein 53m2 großes 3D-gedrucktes Haus mit lokalen Materialien und herkömmlichem Zement 2021 gebaut hat. Die 3D-Baudrucktechnologie von COBOD International dominiert den Markt in Afrika, wo bisher sechs 3D-gedruckte Gebäude entstanden sind, die alle mit der COBOD-Technologie hergestellt wurden. Das Unternehmen war das erste (und einzige), das in Malawi, Madagaskar, Kenia und Angola gedruckt hat, darunter zwei Schulen und vier Wohnhäuser. 3D-gedruckte Gebäude sollen den Weg für bezahlbaren Wohnraum ebnen.

In Eswatini liefert der Maguga-Staudamm bisher 20 MW an Wasserkraft; er wird auch zur Bewässerung genutzt. Auf südafrikanischer Seite dient der Driekoppies-Damm Bewässerungsprojekten in Mpumalanga. Beide Regierungen planen nun den Bau weiterer Staudämme im Komati-Flussbecken. Der ca. 450 km lange Komati entspringt in den nördlichen Drakensbergen in einer Höhe von 1832 Metern; er fließt durch Südafrika, Eswatini und Mosambik, wo er in der Maputo-Bucht in den Indischen Ozean mündet. Im Flachland seines Unterlaufes auf mosambikanischem Gebiet liegen bei Xinavane und Manhiça große Zuckerrohrplantagen.

Die Energiekrise in Südafrika hat zu einigen ungewöhnlichen Lösungen geführt. Da bis zu 10 Stunden am Tag kein Strom zur Verfügung steht, benutzen viele Menschen Plastikflaschen. Eine mit Wasser gefüllte Plastikflasche wird ins Dach eingebaut und leitet das Sonnenlicht nach innen. Damit Bakterien keine Chance haben und das Wasser klar bleibt, wird noch Bleiche hinzugefügt. Bis zu sechs Jahre hält eine solche Flasche und sie kann so viel Licht spenden wie eine 55-Watt-Birne. 2002 hatte der Brasilianer Alfredo Moser diese Idee, die der Filipino Illac Diaz 2011 mit der MyShelter Foundation zu einem beispiellosen Projekt weiterentwickelte.  Es bietet nicht nur nachhaltiges Licht, sondern verhindert auch  Brände, die durch die Verwendung von Paraffin und Kerzen entstehen.

Erst vor wenigen Tagen hat Präsident Ramaphosa wegen der akuten Stromknappheit – Stromausfälle bis zu 10 Stunden am Tag – den Notstand ausgerufen. Jetzt musste er für 7 der 9 Provinzen den Katastrophenalarm erklären. Mitten im südafrikanischen Sommer gab es einen Kälteeinbruch mit heftigen Regenfällen. Die Überflutungen, die auch Nachbarländer betreffen, setzten Häuser unter Wasser, spülten Fahrzeuge weg, zerstörten Straßen und Brücken und forderten mehrere Menschenleben. Da der Boden kein weiteres Wasser mehr aufnehmen kann, sind weitere Überschwemmungen zu befürchten. Die Regierung organisiert Bereitstellung von Notunterkünften und Lebensmitteln für die Obdachlosen und plant einen großangelegten Wiederaufbau. Durch Ausrufen des Katastrophenfalls kann sie zusätzliche finanzielle Mittel aus ihrem Haushalt freisetzen.

Heftige Regenfälle haben seit dem 12. Februar in zentralen Teilen der Provinz Maputo, einschließlich des Bezirks Boane und der Stadt Maputo, zu schweren Überschwemmungen geführt. Mindestens vier Menschen sind in den Fluten ums Leben gekommen; mehrere Straßen sind überflutet und Gebäude beschädigt. Die Behörden haben rund 14.000 Menschen evakuiert, mehr als 30. 000 sind betroffen. Die Vorhersagen deuten auf weitere Regenfälle bis mindestens 14. Februar hin. Südafrikas Ostprovinz Mpumalanga ist ebenfalls von Überschwemmungen betroffen. Teile des Krüger-Nationalparks wurden geschlossen.

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