Schlagwort: Südafrika

Die Nichtregierungsorganisation (The Children’s Institute) hat die südafrikanische Regierung wegen eines Rückstands von Hunderttausenden Anträgen auf verspätete Geburtenregistrierung vor Gericht gebracht. Einige Menschen warten seit sieben Jahren auf eine Antwort des Innenministeriums. Ohne Geburtsurkunde ist der Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung in Südafrika eingeschränkt. Auf dem gesamten afrikanischen Kontinent verfügt mehr als die Hälfte der Kinder unter fünf Jahren über keinerlei rechtliche Identität.

Der Umweltminister bestätigte eine Entscheidung aus dem Jahr 2017, mit der dem staatlichen Energieversorger Eskom die Umweltgenehmigung für den Bau und Betrieb eines 4.000-Megawatt-Kernkraftwerks in der Provinz Westkap erteilt wurde. Die Anlage soll in Duynefontein in der Nähe des Kraftwerks Koeberg bei Kapstadt entstehen. Umweltverbände hatten gegen die ursprüngliche Genehmigung Berufung eingelegt. Die Regierung betrachtet die Kernenergie als einen wesentlichen Bestandteil des Energiemixes Südafrikas und als Teil ihrer Strategie, die Abhängigkeit von Kohlekraftwerken zu verringern und die Kapazitäten für erneuerbare Energien auszubauen. Die Regierung will neue Allianzen eingehen, wobei Russland und der Iran als mögliche Partner ins Spiel kommen.

Ein südafrikanisches Gericht hat entschieden, dass der ehemalige Präsident Sambias, Edgar Lungu, der in Südafrika verstorben ist, entgegen dem Wunsch seiner Familie in Sambia beigesetzt werden soll. Lungus Beisetzung war Gegenstand einer zweimonatigen Auseinandersetzung zwischen der sambischen Regierung, die ihm ein Staatsbegräbnis in Lusaka geplant hatte, und seiner Familie, die ihn in Südafrika beerdigen wollte.

Südafrikanische Wissenschaftler haben eine Kampagne gegen Wilderei gestartet, bei der Nashornhörner mit radioaktivem Material injiziert werden; es ermöglich Zollbeamten geschmuggelte Hörner bei ihrem Transport rund um die Welt aufzuspüren. Seit 2021 werden jedes Jahr mehr als 400 Nashörner in Südafrika gewildert. Die Hörner afrikanischer Nashörner werden oft in asiatische Märkte exportiert, wo sie in der traditionellen Medizin verwendet werden und auch als Statussymbol gelten.

Das südafrikanische Wettbewerbsgericht hat das Übernahmeangebot des französischen Unternehmens Canal+ (CAN.L) für den Fernsehsender MultiChoice (MCGJ.J) in Höhe 2 Mrd. USD genehmigt. Die Übernahme stellt einen Wendepunkt in der afrikanischen Medienlandschaft dar und könnte das Rundfunksystem des Kontinents umgestalten. Sie signalisiert eine strategische Konsolidierung, die darauf abzielt, globalen Streaming-Giganten wie Netflix entgegenzutreten. Für Canal+ ist die Übernahme im Rahmen seiner Expansion in Afrika, insbesondere in den englischsprachigen Regionen, von großer Bedeutung, während MultiChoice dadurch das dringend benötigte Kapital erhält, um seine lokalen Inhalte und Innovationen zu verbessern.

Zum Auftakt des Treffens der G20-Staaten in Durban kündigte Bundesfinanzminister Klingbeil eine erste Tranche von zehn Millionen Euro für die Weltbank zur Unterstützung privater Investitionen in Afrika an. „Deutschland habe seine Beziehungen zur südlichen Halbkugel zu lange vernachlässigt, während Russland und China ihren Einfluss vergrößert hätten“, sagte er. Unter deutscher G20-Präsidentschaft wurde 2017 die Initiative „Compact with Africa“ ins Leben gerufen, um private Investitionen in Afrika zu fördern.

Bibliotheken auf der ganzen Welt und in Südafrika setzen Innovationen im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) als ergänzendes Instrument zu den Bibliotheksdiensten ein, um den Benutzern einen besseren Service zu bieten. Auf dem 5. IFLA-Symposium für Bibliothekare in Pietermaritzburg wurden die wichtigsten Innovationen vorgestellt: KI-gesteuerte Katalogisierung, Ausgabe, Erneuerung und Rückgabe von Büchern; ein Bibliotheksroboter namens Thola, von der University of KwaZulu-Natal (UKZN) entwickelt und in deren medizinischen Fakultät getestet wird und ChatGPT verwendet, um Benutzeranfragen in mehreren Sprachen zu beantworten; Open-Source-Tools wie Hugging Face und archive.org zur Bekämpfung von Fehlinformationen und zum Aufbau lokalisierter Chatbot-Assistenten.

Sechs Finanzinstitute, darunter die African Export-Import Bank, die First Abu Dhabi Bank, die südafrikanische Standard Bank, die United Overseas Bank aus Singapur, die Eldik Bank aus Kirgisistan und die Chongwa (Macau) Financial Asset Exchange, traten dem grenzüberschreitenden Interbank-Zahlungssystem (CIPS) bei. Diese Institute können als direkte Teilnehmer unabhängig voneinander grenzüberschreitende Yuan-Zahlungen abwickeln können, im Gegensatz zu indirekten Teilnehmern. Diese Entwicklung ist Teil der laufenden Bemühungen Pekings, den Yuan zu internationalisieren und die Abhängigkeit von dem vom US-Dollar dominierten Finanzsystem zu verringern. Gleichzeitig will man sich gegen mögliche US-Sanktionen absichern, da die geopolitischen Spannungen mit Washington weiterhin die globale Marktarchitektur beeinflussen und Allianzen neu ausrichten.

Südafrika wird von heftigen Schneefällen, Regenfällen und stürmischen Winden heimgesucht, bei denen Menschen ums Leben kamen und fast 500.000 Haushalte ohne Strom sind. Das Ostkap ist neben der Provinz KwaZulu-Natal am stärksten von den eisigen Bedingungen betroffen. Wegen des schlechten Wetters mussten einige wichtige Straßen in den beiden Provinzen gesperrt werden, um weitere Opfer zu vermeiden.  Der Wetterdienst warnt vor weiteren Überflutungen und Erdrutschen.

Mindestens 190 Haushalte wurden aus brandgefährdeten Vierteln in Kapstadt evakuiert, während die Einsatzkräfte gegen mindestens fünf aktive Feuerlinien auf der südlichen Halbinsel der Stadt kämpften. Das Feuer wütet an den Berghängen in Kapstadt, betroffen sind der Ou Kaapse Weg, Clovelly, Tokai, Boyes Drive und die umliegenden Gemeinden.

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