Schlagwort: Südafrika

Die Südafrikaner bemühten sich, rekordverdächtige Stromausfälle und einen Anstieg der Stromtarife zu vermeiden. Die Kapazität der Solarkraftwerke, die nicht zu Eskom gehören, hat inzwischen die Kapazität der größten Kohlekraftwerke überholt. Der fast vierfache Anstieg der Solarstromerzeugung auf Dächern Südafrikas im vergangenen Jahr hat ein großes Loch in die Taschen von Eskom und den Gemeinden, die den Strom verteilen, gerissen. Die Kommunen beziehen einen Großteil ihrer Einnahmen aus dem Stromverkauf.

Raubüberfälle auf Sicherheitswagen – CIT (Cash in Transit) – sind an der Tagesordnung. Kriminelle rammen die Autos, attackieren die Wachen, setzen Sprengsätze und rauben die Tresore aus, während der Verkehr in der Gegenrichtung weiterläuft und manchmal Schaulustige den Vorgang filmen. Auch die Mordrate steigt. Laut der jüngsten Statistik wurden in einem Jahr über 27.000 Menschen getötet, aber nur 12% der Fälle aufgeklärt. Die Kombination von hohen Kriminalraten, Armut und Arbeitslosigkeit macht Unsicherheit ein vorrangiges Problem, besonders im Wahljahr, welches das umkämpfteste seit dem Ende der Apartheid im Jahr 1994 zu werden droht.

Der berühmte Fotojournalist und Freiheitskämpfer Peter Magubane ist im Alter von 91 Jahren verstorben. Bekannt wurde er durch seine kraftvollen, eindrucksvollen Bilder, in denen er entscheidende Momente des südafrikanischen Kampfes gegen die Apartheid dokumentierte, vor allem den Aufstand in Soweto 1976. Nach Mandelas Entlassung aus dem Gefängnis Anfang der 1990er Jahre wurde er zum offiziellen Fotografen von Nelson Mandela. Magubanes furchtloses Erzählen brachte ihm internationale Anerkennung, zahlreiche Auszeichnungen und den unerschütterlichen Respekt seines Landes ein. Er selbst war immensen persönlichen Risiken ausgesetzt und musste Schikanen, Schläge und sogar Inhaftierung ertragen, weil er sich dem Apartheidregime widersetzte. Am 18. Januar 2024 hätte er seinen 92. Geburtstag gefeiert.

Südafrika hat vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag Israel des Völkermords beschuldigt.  In der eingereichten Klage ersucht Südafrika das Gericht um eine einstweilige Verfügung, mit der Israel aufgefordert wird, den Militäreinsatz in dem dicht besiedelten Küstengebiet unverzüglich auszusetzen und Israels Vorgehen gegen die Hamas als Völkermord einzustufen. Südafrikanische Politiker haben Israels Verhalten im Gazastreifen wiederholt mit dem Apartheid-System der Trennung von Schwarzen und Weißen in ihrem eigenen Land in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verglichen.

Die südafrikanische Regierung kündigte Pläne zum Bau neuer Kernkraftwerke an. Die Opposition kritisiert die Pläne, da die staatliche russische Atomenergiebehörde Rosatom sei der „bevorzugte Partner“. Die Kritik der oppositionellen Demokratischen Allianz steht im Zusammenhang mit einem großen Atomabkommen, das Südafrika 2014 mit Russland im Wert von schätzungsweise 76 Mrd. USD unterzeichnet hatte und das von einem südafrikanischen Gericht 2017 als illegal und verfassungswidrig annulliert wurde. Das Abkommen war mit Vorwürfen umfangreicher Korruption behaftet und wurde unter der Führung des ehemaligen südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma unterzeichnet, der nun wegen Korruption in einem anderen Zusammenhang vor Gericht steht. Die Pläne für die neuen Kernkraftwerke kamen einen Tag, nachdem die südafrikanische Regierung eine Vereinbarung mit der russischen Bank Gazprombank über die Wiederinbetriebnahme einer Gasverflüssigungsanlage an der Südküste Südafrikas genehmigt hatte, die seit 2020 nicht mehr in Betrieb ist. Die Gazprombank gehört zu den zahlreichen russischen Finanzinstituten, die von den Vereinigten Staaten mit Sanktionen belegt wurden. In Südafrika gibt es derzeit ein Kernkraftwerk in Koeberg, etwa 50 km nördlich von Kapstadt. Es ist das einzige auf dem afrikanischen Kontinent. Zahlreiche andere afrikanische Länder, darunter Burkina Faso, Mali, Simbabwe, Ruanda, Burundi, Äthiopien und Ägypten, haben mit Russland Abkommen über die Nutzung der Kernenergie geschlossen oder haben Vereinbarungen zum Bau von Kernkraftwerken getroffen.

Südafrika hat mit einer landesweiten Hitzewelle zu kämpfen mit Temperaturen über 40°C im Nordkap, Limpopo, Mpumalanga, KwaZulu-Natal und im Freistaat, und mit hohen 30°C in Gauteng und Nordwest. Örtliche Wetterexperten warnen, dass die intensive Hitze wahrscheinlich noch mehrere Monate anhalten wird. Die Behörden raten zwischen 11:00 und 15:00 Uhr direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden. Auch in Botswana, Eswatini, Lesotho, dem südlichen Mosambik, dem südlichen Namibia werden Höchsttemperaturen von etwa 35-43 °C erwartet. Botswana, Eswatini, Namibia und Mosambik (für Gaza, Ihambene und Maputo) haben Hitzewarnungen herausgegeben.

Der Königsthron der Zulu steht auf wackligen Beinen, nachdem das Oberste Gericht in Pretoria festgestellt hat, dass Präsident Cyril Ramaphosa es versäumt hat, ein ordnungsgemäßes Verfahren einzuhalten, um Misuzulu KaZwelithini als König anzuerkennen. Ramaphosa soll Einwände und Bedenken innerhalb der königlichen Familie ignoriert haben. Misuzulus Bruder, Prinz Simakade Jackson Zulu, und der Halbbruder des verstorbenen Königs Zwelithini, Mbonisi Zulu, waren vor Gericht gegangen, da sie das Verfahren zur Bestimmung und Ernennung von Misuzulu als Thronfolger anfochten. Der anhaltende Streit betrifft die Zulu-Nation, bei der es um Land, Haushalt und Führung geht.

Ein plötzlicher und heftiger Hagelsturm hat am Montagabend mehrere Teile von Johannesburg heimgesucht, Autobahnen blockiert und Gärten, Fahrzeuge, Parkplätze, Gebäude, Straßen und anderes Eigentum beschädigt. Die Hagelkörner seien „so groß wie Golfbälle“ gewesen.

Das Oberste Gericht in Durban hat den in Mumbai ansässigen Agrochemiekonzern UPL angewiesen, mit sofortiger Wirkung die wachsende Gefahr eines weiteren Austritts von mit Giftstoffen verseuchtem Wasser in den großen Fluss Ohlanga und das Meer abzuwenden. Außerdem wurde das Unternehmen angewiesen, Abwassertankwagen zu mieten, um das verschmutzte Wasser zu einer Sondermülldeponie zu transportieren. Dies geschah einige Tage, nachdem giftige Chemikalienrückstände aus einem alten UPL-Lagerhaus in den Fluss gelangt waren, was an einen Vorfall vor zwei Jahren erinnerte, als 5.000 Tonnen Agrargifte und andere „landwirtschaftliche Heilmittel“ Feuer fingen und in einen Fluss nördlich der Stadt flossen.

BirdLife Südafrika hat den Vogel des Jahres 2024 bekannt gegeben: der Bateleur; er ist auch als berghaan in Afrikaans, ingqungqulu in isiZulu und ingqanga in isiXhosa bekannt und gilt als weltweit gefährdet. Der Gaukler (Bateleur) ist eine Greifvogelart aus der Unterfamilie der Schlangenadler und ist für sein unverwechselbares Gefieder bekannt – eine Kombination aus Schwarz, Weiß und einem leuchtenden Rot-Orange im Gesicht und an den Beinen. Man findet ihn im Buschland des Krüger-Nationalparks und in der trockenen Kalahari. In den letzten drei Generationen (40 Jahren) ist die Population schätzungsweise um mehr als 50 % zurückgegangen, so dass die regionale Populationsgröße bei weniger als 1 000 geschlechtsreifen Tieren liegt. Die Gründe dafür sind absichtliche und zufällige Vergiftungen, Pestizide und Störungen von Nestern oder Lebensräumen.

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