Schlagwort: Senegal

Das 10. Weltwirtschaftsforum kommt diese Woche in Dakar/Senegal zusammen – als „Gegengewicht zum Wirtschaftsforum in Davos“. Etwa 60,000 Globalisierungsgegner nutzen die Plattform, um über die Probleme der Benachteiligten dieser Welt, wie Hunger, Kriege und Migration, zu beraten. „Brot für die Welt“ und EED beschäftigen sich besonders mit der großflächigen Landnahme, die mit 75% in Afrika besonders gravierend ist und die ärmsten Schichten der Gesellschaft in Gefahr bringt.

Youssou N’Dour, der Pop Star von Senegal, fühlt sich gedrängt, durch seine Musik Brücken zu bauen zwischen Afrika und dem Westen. Seinen Fans weltweit will er die Nachricht vermitteln, dass Afrika kulturellen Reichtum aufzuweisen hat, nicht nur Hunger und Krieg. Es brauche eine größere Selbstachtung und ein besseres Wissen, die Träume zu verwirklichen. Wegen seinem sozialen Engagement – wie die Gründung einer Bank für Mikrokredite und Versöhnungsarbeit – ist N’Dour nicht nur ein erfolgreicher Musiker, sondern auch eine moralische Autorität.

Als Teil des USAID Gesundheitsprogramms wurden in einer entlegenen Gegend junge Frauen mit Handys ausgestattet und per SMS an Arzttermine während und nach der Schwangerschaft, sowie an die Impfungen für ihre Kinder erinnert. 95% der Frauen leisten Folge und kommen auch mit Gatten und Freunden zu Versammlungen über allgemeine Gesundheitsthemen. Die medizinischen Kosten konnten durch die Vorsorge bereits gesenkt werden.

Sie ist 90 Jahre alt und 1,300 km lang und war die wichtigste Verbindung zwischen Dakar und Bamako, den Hauptstädten der beiden Länder. Nun ist sie verwahrlost, und bis auf Kurzstrecken, wie den „kleinen Vorstadtzug“ vor Dakar und eine Strecke von Kayes nach Bamako, für den Personenverkehr zu gefährlich. Sall und Keita, die Präsidenten von Senegal und Mali, haben sich geeinigt, die Strecke wiederzubeleben. Eine baldige Instandsetzung könnte den Handel beleben und das Straßennetz entlasten. Neuerdings zeigen auch chinesische Investoren Interesse an der historischen Bahnlinie.

Senegal und Mauretanien haben den Bau einer 720m langen Brücke über den Grenzfluss Senegal vereinbart, die den Verkehr zwischen Nord- und Westafrika erleichtern wird. Die Finanzierung des Projekt wird von der Afrikanischen Entwicklungsbank, der EU und Japan getragen.

Aus der gestrigen Stichwahl ging der Oppositions-Kandidat Macky Sall als Sieger hervor. Dass Ex-Präsident Wade gleich seine Niederlage einräumte und dem Neuen gratulierte, zerstreute die Befürchtung, dass Wade an der Macht bleiben und neue Gewalt verursachen würde. Senegal rettete seinen Ruf, eins der demokratisch stabilsten Länder Westafrikas zu sein. Friedliche Machtwechsel sind auf dem Kontinent nicht selbstverständlich.

So nannte Italiens Präsident den Akt des Rechtsextremisten, der in Florenz zwei senegalesische Straßenhändler tötete und drei weitere verletzte. Diese Intoleranz müsse im Keim erstickt werden; Italien habe eine Tradition „der Offenheit und Solidarität“.

Senegal und Spanien haben ein Abkommen abgeschlossen, um eine kontrollierte Anwerbung von Arbeitskräften zu organisieren. Senegal weigerte sich, ein Abkommen über die Rückführung von illegalen Einwandern zu unterzeichnen. 60% der 26.000 Bootsflüchtlinge, die dieses Jahr auf den kanarischen Inseln landeten, kommen aus dem Senegal. 4.000 wurden wieder repatriiert.

Der selbstsichere Amtsinhaber muss sich nun einer Stichwahl stellen. Sein wahrscheinlicher Kontrahent Macky Sall, sollte er gewinnen, versprach eine Überarbeitung der Verfassung, so dass es für den Präsidenten nur zwei Amtszeiten von je fünf Jahren geben kann. Auch will er garantieren, dass Grundnahrungsmittel wieder erschwinglich werden.

Präsident Abdoulaye Wade bot Haitianern ganze Gebiete freies Land an und Repatriierung an, wenn sie zum Land ihrer Herkunft zurückkehren wollen. Als Söhne und Töchter Afrikas seien sie willkommen.

Länder