Schlagwort: Senegal

Die Rebellen aus der Casamance Region im Süden des Landes kämpfen seit drei Jahrzehnten für die Unabhängigkeit von Casamance von der Zentralregierung in Dakar. Ihr neuester Angriff war auf eine Bank und mehrere Läden. Fünf Menschen kamen dabei ums Leben. Während der Senegal überwiegend muslimisch ist, sind die Jolo in Casamance meist Christen. Trotz einer in 2004 ausgehandelten Waffenruhe kommt es immer wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen.

Präsident Abdulaye Wade, der mit 80 Jahren eine weitere Amtszeit bei den Wahlen im nächsten Monat anstrebt, geht hart gegen die Opposition vor. Drei prominente Vertreter von Oppositionsparteien wurden von der Polizei verhaftet und verhört, und eine Demonstration unter Einsatz von Tränengas aufgelöst.

Präsident Wade hat öffentlich bekräftigt, dass Senegal die Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (EPAs) mit der EU nicht unterschreiben wird. Nachdem die westafrikanische Gemeinschaft ECOWAS eine Verlängerung der Verhandlungsperiode um zwei Jahre gefordert hatte, übt die EU massiven Druck auf einzele Länder aus, bilaterale Abkommen zu unterzeichnen. EPAs werden ein Thema auf dem EU-Afrika-Gipfel in Lissabon sein.

Die Regierung hat ein Abkommen mit dem Iran unterzeichnet, das den Bau einer Raffinerie und einer petro-chemischen Fabrik vorsieht. Seit November läuft der Bau einer 80-Million-Dollar-Montageanlage des iranischen Autoherstellers Khodro, in der die Regierung 20% Anteile hat.

Eine Studie über Kinderarbeit kommt zu dem Schluss, dass landesweit etwa ein Drittel aller Kinder, nämlich über 1.3 Million, in wirtschaftlichen Arbeitsverhältnissen tätig sind. Hauptursachen sind extreme Armut und Analphabetentum.

Wegen Klagen über Misshandlung von Flüchtlingen auf den Kanarischen Inseln durch die spanische Polizei hat Senegal sich geweigert, weitere abgeschobene Flüchtlinge zu empfangen.

5.000 Gäste werden in Dakar für den Gipfel der Organisation Islamischer Konferenz (OIC) erwartet, um über das Thema: „Die Herausforderungen an die Muslimische Gemeinschaft im 21. Jahrhundert“ zu diskutieren. Auf der Tagesordnung steht auch der Plan für einen gemeinsamen islamischen Markt der 56 Mitgliedsstaaten.

Das Land wurde im Monat der Weltmission in den Mittelpunkt gestellt. Obwohl die Kirche im überwiegend muslimischen Land eine Minderheit (knapp 5%) bildet, ist ihr Einfluss „sehr prägend“, da sie mit vielen Erziehungs- und Gesundheitseinrichtungen eine große Zahl Senegalesen erreicht. Die Religionsgemeinschaften haben eine lange Tradition gegenseitigen Respekts. Anliegen der Solidaritätsaktion sind Schutz der Lebensgrundlage der Bevölkerung und Aufklärung über die weit verbreitete Genitalverstümmelung, von der etwa 28% der Frauen betroffen sind.

Die geplante 10% Quote von natürlichem Treibstoff in europäischen Tanks bis 2020 gefährde die Nahrungssicherheit in Entwicklungsländern, sagen Experten. Senegal importiert schon jetzt 60% aller Nahrungsmittel, und große Ländereien mit Agrotreibstoff-Pflanzen würden den Hunger verschlimmern und dazu auch natürliche Lebensräume mit ihrer biologischen Vielfalt zerstören.

Weltmusikstar Youssou N’Dour will bei der Wahl am 26. Februar gegen Amtsinhaber Wade antreten. Er sieht seine Kandidatur als „patriotische Pflicht“. Neben seinen Bühnenauftritten führt N’Dour eine eigene Mediengruppe, durch die er Kritik üben und soziale Belange, wie den Kampf gegen Malaria, angehen kann. Im Falle eines Wahlsieges wolle er sich ganz für sein Land einsetzen, und besonders die Wirtschaft voranbringen.

Länder