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Millionen Gläubige pilgern nach der senegalesischen Stadt Touba, etwa 200 Km östlich von Dakar. Sie gilt als heilige Stadt der muslimischen Bruderschaft der Mouriden, die zur Sufi-Strömung des Islam gehören. Im vergangenen Jahr nahmen an der Pilgerfahrt mehr als 4 Millionen Gläubige teil; nach Mekka kamen im Jahr 2019 gut 2,5 Millionen Gläubige. Touba mit rund 1,5 Mill. Einwohnern, ist eine Art Staat im Staate. Es gilt dort das Gesetz des amtierenden Kalifen – derzeit Serigne Mountakha Mbacké – basierend auf der islamischen Scharia. Die Wallfahrt, der Magal, erinnert an die Rückkehr des Kalifen aus dem Exil unter der französischen Kolonialherrschaft.

Im Kedougou Kankenhaus im Südosten des Landes wurden ein Gynäkologe, ein Anästhesist und eine Krankenschwester verhaftet, nachdem Mutter und Kind gestorben waren. Trotz den Mängeln im senegalesischen Gesundheitssystem sprechen die Staatsanwälte von „einem klaren Versäumnis“. Gesundheitschefs kritisieren die Entscheidung, das medizinische Personal in Gewahrsam zu nehmen, da es in der Region einen ernsten Mangel an Fachpersonal gibt. Der Chefarzt des  Gesundheitsbezirks rief zu einem landesweiten Streik gegen die „missbräuchliche Verhaftung“ auf; das Team hätte mit begrenzten Einrichtungen das Bestmögliche getan.

Bei der Parlamentswahl hat die Regierungskoalition (APR) von Präsident Macky Sall ihre absolute Mehrheit verloren. Salls Koalition gewann 82 der 165 Sitze in der Nationalversammlung, und damit weniger als die 125 Sitze, die sie 2017 gewonnen hatte. Im Senegal hat es noch nie eine Nationalversammlung ohne absolute Mehrheit gegeben, und noch nie hat ein senegalesischer Präsident regiert, ohne dass seine Partei die Mehrheit hatte.

Präsident Macky Sall hat seinen Gesundheitsminister Abdoulaye Diouf Sarr entlassen, nachdem 11 Babys bei einem Brand auf der Neugeborenenstation des Krankenhauses Mame Abdou Aziz Sy Dabakh im Westen der Stadt Tivaouane ums Leben gekommen waren. Laut dem Erlass wird Sarr durch Marie Khemesse Ngom Ndiaye, die Generaldirektorin des Ministeriums, ersetzt.

Mehr als 6.000 Menschen sind nach der senegalesischen Militäroperation aus ihren Häusern in Gambia und Senegal geflohen. Ca. 700 Menschen flüchteten nach Gambia dem Land mit etwa 2 Millionen Einwohnern, das fast vollständig von Senegal umschlossen ist. Vor einigen Wochen startete das senegalesische Militär eine Operation gegen Rebellen in der Casamance-Region, die an Gambia grenzt.

Macky Sall, Senegals Staatschef und derzeitiger Vorsitzende der AU, hat Putin in einem Gespräch aufgefordert, einen nachhaltigen Waffenstillstand in der Ukraine zu schaffen. Das Völkerrecht, die territoriale Integrität und die nationale Souveränität der Ukraine müsse unbedingt respektiert werden. Die internationale Gemeinschaft war überrascht, dass der Senegal, der starke Beziehungen zum Westen unterhält, sich in einer Abstimmung der UNO-Generalversammlung am 2. März seiner Stimme enthielt, als Russlands Krieg angeprangert wurde. Dakar zeigte auch Unmut über Kiew wegen Rekrutierungen aus dem Senegal. 36 Senegalesen waren schon angeworben, um im Krieg gegen Russland zu helfen.

Die Armee hat eine Militäroperation in der wasserreichen, südlichen Casamance-Region gestartet. Die Bewegung der Demokratischen Kräfte der Casamance (MFDC) führt im Süden Senegals seit 1982 einen Separatistenkonflikt, der mehrere tausend Menschenleben gefordert hat. Die MFCD ist in mehrere Fraktionen gespalten, davon wird eine Salif Sadio angeführt. Der Konflikt ruhte weitgehend, bis die senegalesische Armee im vergangenen Jahr eine neue Großoffensive startete, um die Rebellen zu vertreiben. Die Casamance – Region war mehrere hundert Jahre lang portugiesischer Besitz, bis sie 1888 an die französische Kolonialmacht abgetreten wurde. Nach der Unabhängigkeit Senegals im Jahr 1960 wurde sie Teil des Landes. Geografisch ist sie vom übrigen Senegal durch den Gambia-Fluss getrennt. Die Casamance bewahrte sich eine eigene Identität; ihre eigene Kultur und Sprache viele ihrer Bewohner behielten ihren traditionellen Glauben, während die Nordsenegalesen den Islam annahmen. Ein großer Teil des heutigen Casamance-Gebiets war einst das Königreich Kasa.

 

Es ist der erste Besuch eines deutschen Staatsoberhauptes in 60 Jahren und die erste große Reise Steinmeiers nach der Pandemie. Kurz zuvor, Anfang 2020, war er noch in Kenia und im Sudan. Afrika hat hohe Erwartungen an Europa. Präsident Macky Sall, zur Zeit Vorsitzender der AU, und Steinmeier wünschen eine intensivere Zusammenarbeit. Senegal mit seiner gefestigten Demokratie, so Steinmeier in Dakar, könne als „Stabilitätsanker“ eine „Schlüsselrolle“ in der Region einnehmen. Die Sicherheitslage sei nach Putschen in der Sahelzone schwieriger geworden. Deutschland würde jedoch Teilnahme an Militärmissionen ernsthaft prüfen. Steinmeier begrüßte den Aufbau einer Impfstoffanlage im Senegal mit Hilfe vom deutschen Unternehmen BioNTech, so dass „Impfstoffe für Afrika in Afrika“ hergestellt werden können.

Das kündigte die EU- Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei ihrem Besuch in Senegals Hauptstadt Dakar an. Die im Dezember gegründete  EU-Initiative Global Gateway (Tor zur Welt) will den internationalen Einfluss der EU steigern und China Konkurrenz machen. Geplante Projekte sind: Energieerzeugung mit klimaneutralem Wasserstoff, der Ausbau von Straßen, Bahnlinien und Internetverbindungen, sowie Besserung von Gesundheit, Bildung und Forschung. Einzelheiten sollen beim kommenden EU – AU Gipfel in Brüssel vorgestellt werden. Das Projekt ist eine bewusste Konkurrenz zu Chinas „Neuer Seidenstraße“, die, laut Kritikern, sich wenig um Umweltschutz und Menschenrechte kümmert und afrikanische Länder in Schuldenfallen lockt. Weltweit sollen 300 Milliarden Euro durch Global Gateway investiert werden.

Ein im Parlament eingebrachter Gesetzentwurf zur Verschärfung der strafrechtlichen Sanktionen für Homosexuelle (die möglichen Haftstrafen auf 5 bis 10 Jahre zu erhöhen und das maximale Bußgeld zu verdreifachen) ist an der ersten Hürde gescheitert und hat es nicht ins Plenum geschafft. Die Begründung dafür sagte, dass das geltende Strafgesetzbuch Homosexualität bereits „streng“ bestraft. Homosexualität wird im Senegal, der zu 95 % muslimisch ist, weithin als abartig angesehen.

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