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Einen Tag, nachdem Präsident Macky Sall die Verschiebung der für den 25. Februar angesetzten Präsidentschaftswahlen auf unbestimmte Zeit angekündigt hatte, ging die senegalesische Polizei gegen Proteste in der Hauptstadt Dakar vor und verhaftete mindestens einen führenden Oppositionspolitiker. Die Lage im Land gibt international Anlass zur Sorge.  Der westafrikanische Regionalblock Ecowas und die USA forderten die Behörden auf, zu klären, wann die Wahl stattfinden soll, da kein neuer Termin festgelegt wurde. Auch Frankreich und die EU haben zu einer möglichst baldigen Durchführung der Wahlen aufgerufen.

„Sonntag, der 14. Januar, wird in unsere Geschichte eingehen als ein Tag, an dem wir einen weiteren Schritt in Richtung eines modernen Senegals gemacht haben“, sagte Präsident Macky Sall. Er weihte die E-Bus-Flotte (120 Fahrzeuge) des öffentlichen Verkehrsnetzes von Dakar ein. Sie werden mit Solarenergie betrieben. Das Transportunternehmen (Bus-Rapid-Transit) wird 14 Gemeinden in Dakar von Nord nach Süd verbinden. Die Großraumbusse (ca. 150 Sitzplätze) sollen täglich rund 300.000 Fahrgäste befördern.

Die Marine hat innerhalb von drei Tagen vier Boote mit mehr als 600 Menschen an Bord abgefangen. Sie versuchten die gefährliche Überfahrt zu den spanischen Kanarischen Inseln, einem Tor zu Europa. Allein im August gelangten mehr als 2 690 Menschen aus dem Senegal und Marokko auf die Kanarischen Inseln. Ende Juli legte die Regierung einen 10-Jahres-Plan zur Bekämpfung der irregulären Migration vor, der unter anderem einen stärkeren Grenzschutz vorsieht.

Die Behörden sperren den Zugang zur Social-Media-App TikTok inmitten von Unruhen, Tage nachdem die Oppositionspartei aufgelöst wurde.“Die TikTok-Anwendung ist das soziale Netzwerk der Wahl für böswillige Menschen, um hasserfüllte und subversive Nachrichten zu verbreiten, die die Stabilität des Landes bedrohen“, sagt, Moussa Bocar Thiam, Minister für Kommunikation und digitale Wirtschaft. Ein Machtkampf zwischen dem Parteivorsitzenden der PASTEF, Ousmane Sonko, und Präsident Macky Sall hat zeitweise zu gewaltsamen Demonstrationen geführt und den Ruf Senegals als stabilste Demokratie in Westafrika beschädigt.

Wegen der Verbreitung von „hasserfüllten Nachrichten“ in den sozialen Medien hat der Kommunikationsminister Moussar Bocar Thiam diese strikte Maßnahme ergriffen. Am Freitag war der Oppositionsführer Ousmane Sonko, ein scharfer Kritiker von Präsident Macky Sall und möglicher Präsidentschaftskandidat, wegen der Planung eines Aufstands, einer kriminellen Verschwörung und anderer Straftaten angeklagt und verhaftet worden. Seine Anhänger sind verärgert über die Aussicht, dass seine Verurteilung ihn von einer Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen nächstes Jahr ausschließen könnte. Es war Sonko, der Macky Sall zu der Entscheidung drängte, keine dritte Amtszeit anzustreben. Salls Anhänger sind enttäuscht über diesen Schritt, der  in scharfem Kontrast zu Nachbarstaaten steht, wo sich die Amtszeiten ihrer Führer häufen

Studenten der Cheikh-Anta-Diop-Universität in Dakar versuchen, rund 200 000 Universitätsdokumente zu retten, die während der tödlichen Proteste nach der Verurteilung des Oppositionellen Ousmane Sonko zu zwei Jahren Haft verbrannt wurden. Nach der Verurteilung des Oppositionsführers Ousmane Sonko zu einer Haftstrafe sind Städte in ganz Senegal ins Chaos gestürzt. Seine Anhänger behaupten, er sei verleumdet worden.

Hunderttausende von afrikanischen Soldaten kämpften in den beiden Weltkriegen für Frankreich und gegen die Unabhängigkeitsbewegungen in Indochina und Algerien. Doch bis zu diesem Jahr mussten die überlebenden Veteranen der so genannten „senegalesischen Infanteristen“ die Hälfte des Jahres in Frankreich leben oder sie verloren ihre Rente. Die Regierung von Präsident Emmanuel Macron hat nun die sechsmonatige Aufenthaltsbedingung für ihre Militärrente aufgehoben; sie könnten endgültig nach Hause zurückkehren und ihre monatliche Rente von 950 € weiter beziehen. Doch für die meisten ist es zu spät. Nur ein paar Dutzend der ehemaligen Schützen sind noch am Leben und einige von ihnen sind zu gebrechlich, um nach Hause zurückzukehren.

Senegal ist seit seiner Unabhängigkeit von Frankreich am 4. April 1960 eine der stabilsten Demokratien Afrikas. Nach 63 Jahren demokratischer Tradition herrscht Unruhe, da der Verdacht besteht, dass Präsident Macky Sall für eine dritte Amtszeit kandidieren könnte. Sein größter politischer Rivale, Ousmane Sonko, sieht sich mit strafrechtlichen Vorwürfen konfrontiert. Bisher regierten 4 Staatsoberhäupter: Senghor 20 Jahre lang, gefolgt von Abdou Diouf, der 19 Jahre, Abdoulaye Wade mit zwei Amtszeiten, und Sall befindet sich am Ende seiner zweiten Amtszeit; am 25. Februar 2024 stehen Wahlen an.

Der Retba-See, auch „Pink Lake“ genannt, war wegen seiner rosa Farbe ein beliebtes Touristenziel. Der hohe Salzgehalt bildete auch die Lebensgrundlage für viele Anwohner, die das Salz am Ufer anhäuften. Doch als im September 2022 sintflutartige Regenfälle in den See gespült wurden, versanken 7.000 Tonnen Salz und der See büßte wegen dem braun-grünen Wasser seine rosa Farbe ein. Unzählige Fische starben. Experten befürchten, dass der anhaltende Zustrom von sedimentreichem Wasser das Ökosystem dauerhaft verändern könnte – eine Katastrophe für die Salzgewinner und die Menschen, die vom Tourismus am See leben.

Als in der Mitte des Landes zwei Busse frontal aufeinanderprallten, kamen 40 Menschen ums Leben; 87 weitere wurden verletzt in Krankenhäuser gebracht. Präsident Macky Sall drückte den betroffenen Familien sein Beileid aus, rief die Staatstrauer aus und versprach, Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit zu ergreifen. Fast zeitgleich stürzte ein Bus ab kurz nachdem er die Grenze von Uganda nach Kenia überquert hatte. Bei diesem Unglück gab es 21 Tote und 49 Verletzte.

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