Schlagwort: Mosambik

Kommandeur Chongo Vidigal, Leiter der Militäroperationen zur Wiedererlangung der Kontrolle über Palma, sagte dem staatlichen Fernsehen TVM, dass eine „signifikante“ Anzahl von Kämpfern im Kampf um die Stadt und Gasdrehscheibe Palma getötet wurde; das Gebiet sei „sicher“, obwohl er nicht erklärte, dass die Armee die Kontrolle wiedererlangt habe. Nach UN-Angaben sind mehr als 11.000 Zivilisten aus Palma geflohen, darunter viele Kinder. Palma ist etwa 25 km entfernt von einem Baucamp für Gasentwicklungen.

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa gab bekannt, dass er Truppen nach Mosambik sandte, um Südafrikaner zu evakuieren, die im Zuge der jüngsten tödlichen Angriffe von ISIS-verbundenen Dschihadistenkämpfern eingeschlossen waren. Während eines viertägigen Angriffs übernahmen schwer bewaffnete Kämpfer die Kontrolle über die nördliche Küstenstadt Palma; sie zwangen Einwohner und Ausländer zur Flucht. Das französische Unternehmen Total kündigte die Evakuierung der restlichen Mitarbeiter der Gasanlage in Afungi an. Die Vereinigten Staaten haben Spezialkräfte nach Mosambik entsandt, um die Regierungstruppen in der Aufstandsbekämpfung zu schulen. Portugal hat seiner ehemaligen Kolonie ein ähnliches Angebot gemacht, ebenso wie die Europäische Union. Die Sicherheitskräfte der Regierung in Mosambik werden auch von einer südafrikanischen privaten Militärfirma, der Dyck Advisory Group (DAG), unterstützt.

Die U.S. Special Operations Forces werden 2 Monate lang mosambikanische Marinesoldaten ausbilden. Zuvor hatte die USA die IS-Ableger im Kongo und in Mosambik als Terrorgruppe eingestuft. Die Gruppen und ihre Anführer wurden mit Sanktionen belegt; US-Firmen, Bürger und ausländische Banken dürfen keine Geschäfte mit ihnen machen. Die mosambikanische Gruppe um Ansar Al-Sunnna und Al-Shabaab habe sich 2018 zum IS bekannt und wird als IS-Mosambik bezeichnet. Sie haben hunderte von Zivilisten getötet und fast 700.000 Menschen in die Flucht getrieben.

Seit Dezember 2020 steigen die Infektionszahlen. Regionale Schwerpunkte sind die Hauptstadt und die Provinz Maputo. Nun verhängten die mosambikanischen Behörden eine nächtliche Ausgangssperre. Betroffen sind ca. 2 Mill. Menschen. Es sind die ersten Ausgangssperren seit dem Ende eines Bürgerkriegs im Jahr 1992. Im Januar hat die Regierung bereits Bars, Kinos, Museen und Fitnessstudios geschlossen und den Alkoholverkauf eingeschränkt. Neben der Ausgangssperre wurden auch Gottesdienste, persönliche Kurse und private Veranstaltungen ausgesetzt. Das Land registrierte bisher 45.785 Fälle.

Als Teil seiner Klimazwangsverpflichtung will Vale (brasilianischer multinationaler Konzern) die Kohleförderung beenden und sich aus Tete zurückzuziehen. Reuters berichtet, dass Barclays und Standard Chartered angeheuert wurden, um die Mine, die Eisenbahn und den Hafen zu verkaufen. Wahrscheinliche Käufer sind China oder Indien. China produziert die Hälfte des weltweiten Stahls und ist bestrebt, australische Kohle zu ersetzen, die aufgrund einer diplomatischen Konfrontation gestoppt wurde. Indien ist der zweitgrößte Kohleimporteur der Welt und ein indisches Unternehmen, ICVL, kaufte 2014 die Rio Tinto-Mine in Benga, hauptsächlich für Kokskohle. Ein anderes indisches Unternehmen, Jindal, hat ebenfalls eine Kohlemine in Tete.

In den Krankenhäusern von Maputo werden 45 kubanische Mediziner (Ärzte + Krankenhauspflegekräfte) erwartet, um bei der Bekämpfung der Covid-19-Pandemie zu helfen. Kuba unterstützt das Land immer wieder mit Fachpersonal (Lehrer + Mediziner). Im Bürgerkrieg (1977 – 1992) waren außerdem 750 Militärberater und Ausbilder im Land. Mosambik hat bisher 32.418 Coronavirus-Fälle mit 305 Todesfällen gemeldet.

In Mosambik hat der tropische Wirbelstorm Eloise schwere Schäden und Überschwemmungen verursacht. Straßen in Teilen der Provinzen Sofala, Zambezia, Inhambane und Manica sind unpassierbar geworden. Bis zum 23. Januar waren mindestens 163.283 Menschen betroffen, fast 7000 Menschen mussten fliehen. In Simbabwe haben schwere Regenfälle zu Überschwemmungen, Schlammlawinen und Zerstörung der Infrastruktur in den Provinzen Manicaland, Mashonaland East und Central, Matabeleland South und Masvingo geführt; mindestens 3 Menschen mussten ihr Leben lassen. In Südafrika werden Überschwemmungen und Stromausfälle befürchtet. In Botswana warnt die Regierung vor schweren Regenfällen, starken Winden und lokalen Überschwemmungen.

Am Wochenende drangen militante Islamisten in der nördlichen Provinz Cabo Delgado in den Distrikt Muidumbe ein. Lokale Medien berichten, dass neun Dorfbewohner geköpft wurden und Eigentum zerstört wurde. Die Gruppe, lokal als al- Shabab bekannt, kontrolliert seit August den Hafen von Mocimbao. In den letzten 3 Jahren wurden durch ihr Wüten etwa 1500 Menschen getötet und über 300.000 vertrieben.

Kämpfer des islamischen Staates, haben von Mosambik aus das Dorf Kitaya in Tansania angegriffen. Sie kamen über den Grenzfluss Rovuma, rissen Häuser nieder, enthaupteten angeblich 20 Menschen, zerstörten ein gepanzertes Fahrzeug und stahlen Bargeld und militärische Ausrüstung. Das Terrornetzwerk, „Islamischer Staat“, bekannte sich zu dem Anschlag. Laut UNO Angaben sind aufgrund des Konflikts in Cabo Delgado mindestens 300.000 Menschen vertrieben und fast 2.000 Menschen getötet worden.

President Filipe Nyusi in seiner Ansprache an die Nation, „Leider feiern wir den 28. Jahrestag des Friedensabkommens mit Trauer, weil ein Teil der Bevölkerung in den Provinzen Cabo Delgado, Sofala und Manica noch immer den Alptraum der bewaffneten Gewalt erlebt.“ Außenministerin Verónica Macamo bestätigte, dass die Europäische Union und andere afrikanische Staaten um Unterstützung gebeten wurden, um die Gewalt in Cabo Delgado zu stoppen. Nach 16 Jahren Bürgerkrieg wurde 1992 ein Friedensabkommen zwischen der Regierung und Renamo unterzeichnet; bisher hat es 3 weitere Friedensabkommen gegeben, die alle nicht vollständig umgesetzt wurden. Das jüngste wurde im August letzten Jahres unterzeichnet.

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