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Wie das malische Staatsfernsehen berichtet, wurde ein ranghoher Befehlshaber des Islamischen Staates, auf den ein Kopfgeld von 5 Mio. USD ausgesetzt war, von Truppen aus Mali, Burkina Faso und Niger getötet.  Abu Huzeifa, der auch als Higgo bekannt war, wurde als marokkanischer Staatsangehöriger und Kommandeur der selbsternannten Sahel-Provinz des IS beschrieben. Dem Bericht zufolge wurde er am Sonntag bei einer Operation in der nördlichen Stadt Indelimane in der Region Menaka getötet, was als „Sieg über einen Fluch des Bösen“ bezeichnet wurde. Abu Huzeifa war an mehreren aufsehenerregenden Überfällen in der Sahelzone beteiligt gewesen.

Lokale Gruppen fordern die Freilassung von mehr als 110 Menschen, die vor sechs Tagen von mutmaßlichen Dschihadisten entführt wurden. Drei Busse mit Zivilisten wurden im Zentrum des Landes von einer Gruppe von Männern angehalten und gezwungen, in einen Wald zwischen Bandiagara und Bankass zu fahren. Seit 2012 wird Mali von Kämpfen zwischen verschiedenen Gruppierungen, die mit Al-Qaida verbunden sind, sowie von selbsterklärten Selbstverteidigungskräften und Banditen heimgesucht.

In der südwestlichen Stadt Kayes wurde eine Höchsttemperatur von 48,5 °C gemessen. Es wäre der heißeste Tag in der Geschichte Afrikas, der im April aufgezeichnet wurde. Lokale Quellen sprechen von über 250 Toten in drei Tagen. Die Behörden haben die Schulzeiten für Grundschüler verkürzt und geändert, um sie vor den gefährlichen Temperaturen zu schützen. Die hohen Temperaturen werden auf das Wetterphänomen El Nino zurückgeführt, das die Temperaturen in den Ozeanen und in der Atmosphäre erhöht hat.

Der jüngste Bericht von Human Rights Watch wirft den malischen Streitkräften und den Söldnern der Wagner-Gruppe vor, Kriegsverbrechen gegen die Zivilbevölkerung in Zentral- und Nordmali begangen zu haben.  In dem Bericht werden Hinrichtungen, Drohnenangriffe auf Feiern und Beerdigungen mit zivilen Opfern sowie Plünderungen aufgeführt. Die malische Regierung bestreitet die Vorwürfe und behauptet, sie untersuche die Menschenrechtsverletzungen. Der Rückzug der UN-Friedensmission und der Austritt Malis aus einer regionalen Wirtschaftsgemeinschaft lassen jedoch Zweifel an einer unabhängigen Untersuchung und Rechenschaftspflicht aufkommen.

Niger, Burkina Faso und Mali haben sich darauf geeinigt, eine gemeinsame Truppe zur Bekämpfung von Sicherheitsbedrohungen in ihren Gebieten einzurichten. Moussa Salaou Barmou, der Chef der nigrischen Streitkräfte, sagte: „Die Truppe wird so bald wie möglich einsatzbereit sein, um den Sicherheitsherausforderungen zu begegnen“, machte aber keine Angaben zu Größe oder Aufgabenbereich der Truppe. Ferner meinte er: „Wir sind überzeugt, dass es uns mit den gemeinsamen Anstrengungen unserer drei Länder gelingen wird, die Voraussetzungen für gemeinsame Sicherheit zu schaffen“.

Die Mission (MINUSMA) der Vereinten Nationen in Mali hat ihren zehnjährigen Einsatz in dem Land offiziell beendet. Die UN-Flagge in ihrem Hauptquartier in der Hauptstadt Bamako wurde eingeholt. Nach dem 1. Januar wird es eine „Liquidationsphase“ geben, in der unter anderem die verbleibenden Geräte an die Behörden übergeben werden. MINUSMA hatte in den letzten zehn Jahren rund 15 000 Soldaten und Polizisten in Mali stationiert. Etwa 180 Mitglieder sind bei feindlichen Handlungen getötet worden. Die UN-Truppen wurden anfangs von den Maliern begrüßt, die hofften, dass die ausländischen Soldaten dem malischen Militär helfen könnten, die Rebellen zurückzudrängen, die große Teile des Landes im Norden eingenommen hatten. Die Militärregierung Malis, die 2020 die Macht übernommen hat, forderte den Abzug der Mission, kündigte das Bündnis mit der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich, näherte sich Russland an und bevorzugte die Zusammenarbeit mit der „Wagner Group“. Eine weitere Machtübernahme durch das Militär im Mai 2021 verstärkte die Neuen Allianzen.

In Niger wurden „Dokumente im Rahmen der Stärkung der militärischen Zusammenarbeit zwischen der Republik Niger und der Russischen Föderation“ unterzeichnet. In Mali, dem wichtigsten Verbündeten in der Region, ging es vor allem um „Entwicklungsprojekte für den Bereich der erneuerbaren Energien und der Kernenergie“ sowie um „Fragen im Zusammenhang mit der Versorgung Malis mit Düngemitteln, Weizen und Erdölprodukten“. Auch der Bau einer Eisenbahn und eines Straßenbahnnetzes, die Gründung einer regionalen Fluggesellschaft sowie Forschungs- und Bergbauprojekte wurde besprochen. Die Militärregime von Mali, Niger und Burkina Faso, den am stärksten von dschihadistischer Gewalt betroffenen Ländern der Sahelzone, deren Beziehungen zu Frankreich äußerst schlecht sind, haben sich in den letzten Wochen zu einer Allianz der Sahelstaaten zusammengeschlossen.

Seit August werden in Malis historischer Stadt Timbuktu – UNESCO Weltkulturerbe – über 136.000 Menschen, darunter etwa 74.000 Kinder, von al-Qaida-nahen Djihadisten  eingekesselt. Da diese die offiziellen Hilfsrouten total abgeschnitten haben, schwinden die Vorräte an Lebensmitteln, Medikamenten und Treibstoff. Auch berichtet die NGO „Save the Children“, dass Kinder durch Sprengsätze verstümmelt oder getötet wurden, während andere von bewaffneten Gruppen rekrutiert wurden. Nach UN – Angaben sind 33.000 Menschen vor den dschihadistischen Angriffen auf die Stadt geflohen.

Die Militärregierung hat ein Abkommen mit Russland unterzeichnet, das den Bau einer Raffinerie vorsieht, die jährlich 200 Tonnen Gold verarbeiten soll. Gold ist das wichtigste Exportprodukt Malis.

Im Norden Malis sind heftige Kämpfe ausgebrochen. Tuareg-Rebellen haben nach eigenen Angaben die Kontrolle über die Stadt Bamba von der Armee übernommen. Der Überfall auf die Stadt Dioura am Donnerstag ist der südlichste, seit Tuareg-Rebellen im August nach dem Scheitern eines Friedensabkommens von 2015 die Feindseligkeiten wieder aufgenommen haben. Die Gewalt nimmt zu, nachdem die 2013 nach Mali entsandten UN-Friedenstruppen auf Befehl der Junta abgezogen wurden. Die Tuareg-Rebellen, die die Unabhängigkeit des Nordens Malis anstreben, wehren sich dagegen, dass die Armee die Kontrolle über die von den Tausenden abziehenden UN-Truppen geräumten Stützpunkte übernimmt. Der Rückzug der UNO aus Mali soll bis Ende Dezember abgeschlossen sein.

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