Schlagwort: Libyen

Die EU und Libyen haben in Tripolis gemeinsam ein Zentrum für Migranten errichtet, das die Rückkehr in ihre Heimat erleichtern soll. Migranten in Abschiebelagern leben meist in unmenschlichen Bedingungen. Mit einer Grenze von 4.000 km und 1.700 km Küste ist Libyen ein beliebtes Ziel für Migranten.

Um weitere Todesfälle und Verstümmelungen zu verhindern, will das Internationale Rote Kreuz Blindgänger in Sirte und Bani Walid entschärfen. Die beiden Städte waren die letzten und meist umkämpften Stützpunkte von Gaddafi.

Ein internationaler Fonds soll in Libyen gebildet werden, der die Geldforderungen der Eltern der dort an Aids erkrankten Kinder erfüllen soll. Damit könnte eine Einigung zur Freilassung des inhaftierten ausländischen Pflegepersonals herbeigeführt werden.

Tausende Demonstranten zeigten ihren Unmut über den Übergangsrat. Nach Ende des Bürgerkrieges und Abzug der NATO fühlen sie sich jetzt betrogen, während Gaddafis Anhänger zum Zuge kommen. Doch die Regierung braucht deren Expertise. Mangel an Transparenz und eingeschränkte Meinungsfreiheit sowie ständige bewaffnete Kämpfe zwischen Rivalen erschweren die Lage. Eine rechtliche Bewältigung der Vergangenheit, zügig und an Ort und Stelle, ist notwendig für eine Normalisierung im Land.

Laut des Päpstlichen Nuntius, Erzbischof Caputo, der für Malta und Libyen zuständig ist, hat die neue Regierung zu verstehen gegeben, dass sie die Katholische Kirche als „positiven Einfluss neben den muslimischen Brüdern“ sieht. Der erste offizielle Kontakt mit dem Übergangsrat gäbe „Hoffnung auf eine gute Zukunft“. Inzwischen dankte Bischof Martinelli von Tripolis der italienischen Regierung, dass die Luftwaffe des Landes 25 Verletzte aus Libyen zur Behandlung in römische Krankenhäuser transportiert hat.

In seiner Ansprache vor der UNO Vollversammlung, gab Libyens Revolutionsführer vor, „im Namen von 1000 afrikanischen Königreichen“ zu sprechen wenn er 5.26 Billionen Euro Entschädigung für die Kolonialzeit verlangt. Er kritisierte den UNO Sicherheitsrat, lobte aber Amerikas Präsidenten Obama.

Immer mehr Afrikaner, die den Weg über Libyen nach Europa suchen, landen dort in Lagern. Schätzungsweise sitzen dort 60.000 illegale Migranten fest. Die meisten können unter den dortigen Bedingungen kaum überleben. Wenn dies doch der Fall ist, werden sie abgeschoben.

Amnesty International lobte den Beschluss des libyschen Parlaments, die Volksgerichte abzuschaffen und forderte weitere Maßnahmen zum Schutz der Menschenrechte in Libyen.

Senussi, der Schwager Gaddafis, der als Leiter des Geheimdienstes eine zentrale Rolle im System spielte, wurde nach monatelanger Flucht in Mauretanien festgenommen. Für seine Verbrechen, besonders während den Aufständen im vergangenen Jahr liegen Auslieferungsanträge von Den Haag, Paris und Tripolis vor.

Libysche Milizen haben zur Entführung von USA Bürgern in Tripolis und zu Angriffen aus US Schiffe, Flugzeuge und Gas Pipelines aufgerufen. Sie wollen sich rächen für die Entführung eines al-Qaida Anführers, Abu Anas al-Libi, durch amerikanische Spezialeinheiten. Washington solle den Entführten wieder freigeben, was die US Regierung nie tun wird, weil sie in ihm einen Drahtzieher bei den Bomben auf die US Botschaften in Kenia und Tansania, wobei über 200 Menschen umkamen.

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