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Libyen – Die Crew des türkischen Frachters „El Hiblu 1“, der auf Bitten der libyschen Küstenwache 108 Migranten in Seenot an Bord genommen hatte, wurde überwältigt und gezwungen, Kurs auf Europa zu nehmen, weil die Flüchtlinge gegen eine Rückführung in „die Hölle“ von Libyen rebellierten. Italien weigerte sich, „Piraten“ aufzunehmen. In Malta durften die Flüchtlinge – unter ihnen 19 Frauen und 12 Kinder – von Bord gehen, wurden aber in Gewahrsam gehalten. Drei Teenager, 19, 16 und 15 Jahre alt, wurden der „Entführung“ beschuldigt. Für diesen „Terror Akt“ könnten ihnen 30 Jahre Haft drohen.

Libyen – Kurz nach der Nachricht von 170 im Mittelmeer Ertrunkenen, wurden 250 gerettete Migranten binnen zwei Tagen völkerrechtswidrig in die überfüllten Lager von Misrata und Khoms zurückgebracht, wo sie vor ihrer Abreise so viel gelitten hatten. Misshandlung und Mangel an allem, sogar an Tageslicht, macht das Leben zur Hölle. Ein Bericht der UNO vom November übt harte Kritik an der EU, die durch ihre Finanzierung der libyschen Küstenwache und der Behinderung von Rettungsschiffen für diese systematische Rückführung verantwortlich ist.

Libyen – Die Kämpfe mehrerer revalisierender Milizen um die Kontrolle von Tripolis, dem Sitz der von der internationalen Gemeinschaft anerkannten Regierung der Nationalen Einheit, dauern an. Die UN-Mission Manul versucht, einen Waffenstillstand zu verhandeln. Seit dem Sturz von Ghadafi 2011 beherrschen Milizen verschiedene Teile des Landes und kämpfen um Einfluss und Kontrolle der staatlichen Ressourcen.

Libyen – Die italienische Regierung will Libyen 12 Boote geben, um die Menschenschmuggler fernzuhalten und den Migrantenstrom nach Europa einzudämmen. Die Entscheidung kommt während den Debatten in Europa und dem Andrang von Flüchtlingen, bevor die Grenzen noch dichter werden. Über 100 Menschen sind am letzten Wochenende ertrunken oder vermisst, über 1000 seit Jahresanfang. 35.455 haben es dieses Jahr an die Küsten von Italien, Griechenland und Spanien geschafft.

Libyen – Bei der Flucht aus einem Geheimgefängnis in Bani Walid, wo viele schon jahrelang gelitten hatten, sind etwa 100 Migranten von Schleusern angegriffen und beschossen worden. Die Anwohner versuchten umsonst, die Flüchtenden zu schützen. 15 von ihnen kamen um, 25 weitere wurden verletzt und von „Ärzte ohne Grenzen“ behandelt. Die Betroffenen sind meist junge Männer aus Eritrea, Äthiopien und Somalia, die auf dem Weg nach Europa festgehalten wurden. Am 29. Mai kommen die Konfliktparteien in Paris zusammen, um erneut einen Weg aus dem libyschen Chaos zu suchen.

Libyen – Die libysche Küstenwache, von der EU ausgerüstet und ausgebildet, wird beschuldigt, in vielen Fällen gegen Geflüchtete und Seenotretter Gewalt eingesetzt und sogar mit Waffen gedroht zu haben. Sie hält andere Organisationen fern und bringt immer mehr Geflüchtete nach Libyen zurück, wo sie „unter barbarischen Bedingungen eingesperrt, gefoltert oder getötet“ werden. Eine Zusammenarbeit sei aber nur möglich, wenn die libysche Küstenwache den Geflüchteten den nötigen Respekt entgegen brächte.

Libyen – Als ihr Schlauchboot vor der libyschen Küste sank, konnten 84 Migranten von der italienischen Küstenwache gerettet und acht Leichen geborgen werden. Dutzende werden noch vermisst. Im vergangenen Jahr sind fast 3000 Menschen ertrunken, seit 2000 etwa 34.000. Dir Zahl der Migranten, die 2017 ihren Weg illegal nach Europa machte, war, nach Frontex Berichten, um 60% auf 204.300 gesunken.

Libyen – Ein von CNN ausgestrahltes Video, das zeigt, wie afrikanische Migranten in Libyen auf dem Markt öffentlich versteigert und verkauft werden, hat für weitgehende Empörung gesorgt. Der Preis für die jungen Männer, meist aus sub-Sahara Afrika, die kein Geld für Schleuser haben oder deren Familien kein Lösegeld zahlen können, wird von ihrer Muskelkraft oder erlernten Fertigkeiten bestimmt, zwischen 400 und 850 US Dollar. Der AU-Vorsitzende Alpha Condé und westafrikanische Regierungen fordern Aufklärung und Strafverfolgung. Auch eine Untersuchungskommission der libyschen Regierung will der Sache nachgehen. Die EU-Politik, die die Ausbildung libyscher Küstenwächter organisiert, trägt, so der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Mitschuld an dem Elend der Betroffenen, die, in Haftzentren gepfercht, unmenschliches Leid erdulden müssen.

Libyen – Wegen den katastrophalen, unmenschlichen Bedingungen in den libyschen Haftzentren sind einige Schweizer Kantone bereit, Resettlement-Flüchtlinge aus Afrika aufzunehmen. Das sind Asylsuchende, die vom Flüchtlingskommissariat (UNHCR) als Flüchtlinge anerkannt sind und so direkt aus den Flüchtlingslagern in die Schweiz gebracht werden. Der Bund zahlt Beiträge an Kantone und Gemeinden, die sich um Unterbringung, Betreuung und Integration der Flüchtlinge kümmern.

Libyen – Es war etwas stiller an der libyschen Küste, weil mehr Migranten die Routen Tunesien – Lampedusa und Algerien – Sardinien nutzten, aber am vergangenen Wochenende brachte das Rettungsschiff „Aquarius“ wieder 606 Migranten von libyschen Gewässern nach Sizilien. Etwa 50 Flüchtlinge kamen aus Syrien, die meisten andern von afrikanischen Ländern. 241 waren Jugendliche, 180 von ihnen unbegleitet. Auch waren elf Schwangere und ein Neugeborenes an Bord. SOS Méditerranée in Palermo kümmert sich um die Ankömmlinge.

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