Schlagwort: Libyen

Sicherheitskräfte erbeuteten 100 Panzerfahrzeuge und 30 Granatwerfen bei einem Angriff auf ein Lager Gaddafitreuer Milizen, die für zwei Bombenanschläge in Tripolis verantwortlich gemacht werden. Immer noch befinden sich riesige Waffenbestände in den Händen verschiedener Gruppen. Der Prozess gegen Gaddafis Sohn, Saif al-Islam, soll im September in Zintan beginnen, obwohl der Internationale Gerichtshof seine Auslieferung gefordert hatte.

In Frankreich sorgt der Besuch des libyschen Staatschefs Ghadafi weiterhin für Empörung. Am zweiten Tag seines Aufenthalts wurde er vom Präsidenten der Nationalversammlung empfangen. Der Grossteil der Abgeordneten, darunter Mitglieder der Regierungspartei UMP, boykottierte das Treffen

Die EU Außenbeauftragte Catherine Ashton hat bei ihrem Besuch eine Vertretung in Tripolis eröffnet. Das seit Mai bestehende Büro in Bengasi kann so geschlossen werden. Die EU hat Libyen Hilfe beim Aufbau eines demokratischen Staates versprochen.

Ein Aufstand im Gefängnis in der von Unruhen geplagten Stadt Bengasi und ein simultaner Angriff von außen machten es möglich, dass so viele Inhaftierte entkommen konnten. Die herbeigerufenen Sicherheitskräfte hatten den Befehl, nicht auf die Fliehenden zu schießen.

Sicherheitsbeamte berichten, dass Gaddafi 800 Tuareg separatistische Kämpfer aus Niger, Mali, Algerien und Burkina Faso angeworben hat, um den Widerstand der eigenen Bevölkerung gegen sein Regime zu brechen. Unter den Söldnern sind vielfach Rebellen, die vor einigen Jahren gegen ihre Regierung kämpften. Jetzt ist es das schnelle Geld, das sie anlockt.

Sayf al-Islam Ghaddafi, Sohn und möglicher Nachfolter des Präsidenten, will sich aus der Politik zurückziehen. Obwohl er offiziell kein politisches Amt innehalte, spielte er im Prozess der Normalisierung der Beziehungen Libyens mit dem Westen eine wichtige Rolle.

Ihr Boot sank unweit der libyschen Küste. Die Küstenwache entdeckte Wrackteile nur 4 km von der Stadt al-Khum entfernt und Leichen der Opfer, die an den Strand gespült wurden, unter ihnen Frauen und Kinder.

Von der Wüstenstadt Sabha, 800 km südlich von Tripolis, drohte Gaddafi in einer vom Staatsfernsehen übertragenen Audiobotschaft erneut, Hunderte Libyer nach Europa zu schicken, um Rache zu üben für die NATO Angriffe gegen sein Land. Da die Kanarischen Inseln, Sizilien und Andalusien arabische Gebiete seien, müsse Libyen auch diese befreien.

Gaddafis Sohn Saadi wurde am Samstag in einem aus Libyen kommenden Konvoi gefasst, berichtet ein Sprecher der nigrischen Armee. Er soll schon das vierte von acht Kindern des gestürzten Diktators sein, das ins Ausland geflüchtet ist. Bevor Saadi Fußballprofi in Italien wurde, hatte er eine Eliteeinheit seines Vaters geführt.

Während die NATO Bomben weiter fallen, ein Waffenstillstand unmöglich scheint, die humanitäre Lage sich verschlechtert und mehr Menschen im Mittelmeer ertrinken, wird es stiller um Gaddafi. Nach der angeblichen Flucht seines Ölministers sollen sich jetzt auch Gattin und Tochter in Tunesien abgesetzt haben, laut Gaddafis Sprecher alles nur Gerüchte.

Länder