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Libyen – Ein von CNN ausgestrahltes Video, das zeigt, wie afrikanische Migranten in Libyen auf dem Markt öffentlich versteigert und verkauft werden, hat für weitgehende Empörung gesorgt. Der Preis für die jungen Männer, meist aus sub-Sahara Afrika, die kein Geld für Schleuser haben oder deren Familien kein Lösegeld zahlen können, wird von ihrer Muskelkraft oder erlernten Fertigkeiten bestimmt, zwischen 400 und 850 US Dollar. Der AU-Vorsitzende Alpha Condé und westafrikanische Regierungen fordern Aufklärung und Strafverfolgung. Auch eine Untersuchungskommission der libyschen Regierung will der Sache nachgehen. Die EU-Politik, die die Ausbildung libyscher Küstenwächter organisiert, trägt, so der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Mitschuld an dem Elend der Betroffenen, die, in Haftzentren gepfercht, unmenschliches Leid erdulden müssen.

Libyen – Es war etwas stiller an der libyschen Küste, weil mehr Migranten die Routen Tunesien – Lampedusa und Algerien – Sardinien nutzten, aber am vergangenen Wochenende brachte das Rettungsschiff „Aquarius“ wieder 606 Migranten von libyschen Gewässern nach Sizilien. Etwa 50 Flüchtlinge kamen aus Syrien, die meisten andern von afrikanischen Ländern. 241 waren Jugendliche, 180 von ihnen unbegleitet. Auch waren elf Schwangere und ein Neugeborenes an Bord. SOS Méditerranée in Palermo kümmert sich um die Ankömmlinge.

Libyen – Der neue UN-Botschafter in Libyen befürwortet Italiens Versuche, den Migrantenstrom aus Libyen einzudämmen. Über 600.000 Flüchtlinge/Migranten sind seit 2014 nach Italien gekommen. Menschenrechtler, besonders OXFAM, warnen, dass man Menschen nicht an der Flucht aus Libyen hindern und sie auch nicht dahin zurückbringen soll, weil sie dort grausamen Umständen wie Folter, Gewalt, Zwangsarbeit und sexuellem Missbrauch ausgesetzt sind. Die EU müsse sichere Fluchtkorridore schaffen und faire Asylverfahren garantieren.

Libyen – Das war das Resultat der heutigen Abstimmung im römischen Parlament; jetzt braucht es nur noch die Zustimmung des Senats. Dann können die italienischen Streitkräfte Schleuser schon an der Küste stoppen und die Küstenwache auch innerhalb libyscher Gewässer technisch und logistisch unterstützen. Der italienische Premier Gentiloni erhofft sich eine Stabilisierung in Libyen und eine bessere Kontrolle der Migranten. 95.000 haben es seit Januar nach Europa geschafft, von Schleppern bis an die Grenze der Hoheitsgewässer begleitet und dann ihrem Schicksal überlassen. Die Rettungsorganisationen bestehen darauf, weiterhin Migranten aus Seenot zu retten.

Libyen – Die Vermittlung des französischen Präsidenten im Libyen – Konflikt hat erste Erfolge gezeigt. Im Schloss La Celle Saint-Cloud bei Paris haben sich die wichtigsten Gegenspieler im libyschen Bürgerkrieg, Regierungschef Fajes al-Sarradsch und General Chalifa Haftar, auf einen Zehn-Punkte-Plan mit einer Waffenruhe und Wahlen im kommenden Frühjahr geeinigt. Bei der Waffenruhe ist der Antiterrorkampf ausgenommen. Frieden in dem zerrütteten Mittelmeerstaat ist zur Kontrolle der Migranten-Ströme und zur Überwindung des Terrors unumgänglich.

Libyen – Der Rat für Auswärtige Angelegenheiten will den Export von Schlauchbooten und Außenbordmotoren nach Libyen verbieten, um so die Zahl von Migranten nach Europa zu reduzieren. Kritiker sehen das als widersinnig, denn die Menschen werden kommen, und das mit heruntergekommenen noch gefährlicheren Booten. Mehr würden ertrinken, und das Schleusergeschäft könne so nicht zerschlagen werden. Auch sei die Schließung der südlibyschen Grenze ineffektiv, solange die Fluchtursachen – Gewalt und Kriegsverbrechen – bleiben.

Libyen – Reformtreue Truppen sollen mehr als 140 rivalisierende Kämpfer und Zivilisten getötet haben. Die Soldaten waren unbewaffnet; die meisten seien hingerichtet worden. Minister und Kommandeur wurden suspendiert. UN-Sonderbeauftragter Kobler ist entsetzt. Zwar gibt es seit dem Sturz Gaddafis immer noch Konflikte, die auch den Kampf gegen die Schlepperbanden erschweren, aber es gab kürzlich auch Annäherungen.

Libyen – Am vergangenen Wochenende haben Rettungsorganisationen in dutzenden Einsätzen 6000 Migranten aus Seenot befreit. Manche Schiffe wurden von der libyschen Küstenwache und libyschen Fischern gerettet. Ein Boot war vorher von Angreifern überfallen und ausgeraubt worden. Da sie auch den Außenbordmotor mitgenommen hatten, trieb das Boot stundenlang auf dem Meer bis es ein Fischer entdeckte. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR sind im ersten Quartal dieses Jahres bereits 24.000 Migranten von Libyen nach Italien gekommen.

Libyen – Während die Bundeswehr allein am Karsamstag 1200 Migranten aus dem Mittelmeer retten konnte, geriet ein deutsches Schiff der Organisation „Jugend rettet“ selbst in Seenot. Weil mit 400 Geretteten zu viele Personen an Bord waren, wurde das Schiff total manövrierunfähig und musste Hilfe rufen. Über die Ostertage wurden durch die verschiedenen Einsatzkräfte Tausende vor dem Ertrinken gerettet; das kommende Frühlingswetter wird die Zahlen steigen lassen.

Libyen – Während die italienische Seerettung am Wochenende 630 Migranten aus dem Wasser holte, waren die Passanten eines andern gekenterten Schlauchbootes nicht so glücklich. Ihre Leichen wurden an die libysche Küste unweit von Sawiya zurückgespült. Bis jetzt konnten 74 geborgen werden, weitere treiben noch auf dem Wasser. Man nimmt an, dass Schlepper den Motor gestohlen und so das Boot manövrierunfähig gemacht hätten. Laut IOM sind seit Jahresanfang bereits 365 Menschen ertrunken, bei 10.120 geglückten Überfahrten. Letztes Jahr starben 5.000 auf der gefährlichen Strecke von etwa 300 km.

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