Schlagwort: Libyen

Libyen – Der 76-jährige Anführer der sogenannten „Libyschen Nationalarmee“ (LNA), Chalifa Haftar, hat den 2015 von der UN arrangierten Vertrag zwischen den Konfliktparteien ausgesetzt und erklärte, ein „Mandat des Volkes“ zu haben, das Land zu regieren. Nach monatelangen vergeblichen Versuchen die Hauptstadt Tripolis zu erobern, hat die LNA in den letzten Wochen trotz massiver Hilfe aus Russland, Ägpyten und den Emiraten gegen die von der UN anerkannte Regierung mehrere militärische Rückschläge erlitten.Haftar hat eine Waffenruhe während des Ramadan angekündigt.

Libyen – Während die EU die Einhaltung eines UN- Waffenembargo mit einer neuen Marinemission im östlichen Mittelmeer durchsetzen will, greift Rebellengeneral Haftar die Hauptstadt Tripolis an. Ob das Embargo effektiver sein wird als frühere Versuche, ist zweifelhaft. Die europäischen Staaten sind zerstritten. Italien und die Türkei unterstützen die anerkannte Regierung in Tripolis, Frankreich und Russland die LNA-Rebellen Haftars. Aus Ägypten und den Emiraten werden hochmoderne Waffen, wie Drohnen, laser-gesteuerte Artillerie und gepanzerte Fahrzeuge für Haftar eingeflogen. Die leidtragenden sind Tausende von afrikanischen Flüchtlingen, die unter unmenschlichen Bedingungen auf eine Überfahrt nach Europa hoffen.

Libyen – Hilfsorganisationen suchen sichere Häfen in Malta und Italien für die etwa 500 Menschen, die sie in den letzten 72 Stunden gerettet haben. Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée berichten, dass viele der Geretteten an Unterkühlung und Dehydrierung sowie an Seekrankheit und völliger Erschöpfung litten. Andere waren dem Treibstoff ausgesetzt, der sich zu Verbrennungen entwickeln kann. Trotz des schlechten Winterwetters verlassen immer wieder Boote die libysche Küste, da die Sicherheitslage zusehends brisanter wird.

Libyen – Als sich die Staats – und Regierungschefs letzten Sonntag in Berlin trafen, haben sie sich zu einer Waffenruhe sowie einem Waffenembargo für das Bürgerkriegsland Libyen verpflichtet. Obwohl die beiden Konfliktparteien – Sarraj von der UN-anerkannten Regierung in Tripolis und General Haftar – in Berlin anwesend waren, haben sie sich nicht getroffen, sondern wurden von andern Teilnehmern informiert und konsultiert. Vier Tage später droht Haftars Militär, jedes zivile oder militärische Flugzeug am Flughafen von Tripolis ins Visier zu nehmen. Sie werfen der Türkei vor, von dort angreifen zu wollen. Ein Raketenbeschuss hat kurz zuvor den Flughafen Mitiga zum Schließen gezwungen. General Haftar kämpft schon seit Monaten um die Kontrolle über die Hauptstadt Tripolis.

Libyen – Sie konnte nicht schwimmen, hatte Angst vor dem Meer, aber die kongolesische Ordensfrau Angela Bipendu war Ärztin und spürte den Ruf, Flüchtlinge auf dem Mittelmeer zu retten und ging nach Lampedusa. Sie konnte vielen traumatisierten Menschen, besonders Frauen, medizinisch, mütterlich und spirituell zur Seite stehen. Nach 2 Jahren Mittelmeer-Mission arbeitet sie nun in einem italienischen Krankenhaus, ist aber immer wieder für einen Rettungseinsatz auf See bereit.

Libyen – Die Präsidenten Putin und Erdogan hatten sich um einen Waffenstillstand bemüht als Vorbedingung zu weiteren Friedensgesprächen für Libyen. Die Türkei unterstützt die von der UNO anerkannte Regierung in Tripolis; Russland hält mit dem Rebellen General Haftar, der 80% des Landes kontrolliert. Beide Führer waren gestern zu Gesprächen mit den Vermittlern nach Moskau gereist. Sarraj unterzeichnete das Abkommen; Haftar verließ Moskau ohne Unterschrift, ein klarer Beweis „wer Krieg und wer Frieden wolle“. Wie weit diese Entwicklung die von Angela Merkel am Wochenende in Berlin geplante Friedenskonferenz beeinflusst, ist noch nicht klar.

Libyen – Nach Zustimmung des türkischen Parlaments hat Erdogan die ersten Truppen nach Libyen geschickt, um die von der UNO anerkannte Regierung gegen den Rebellen Haftar zu unterstützen und ein „Operationszentrum“ zu errichten. Der Türkei geht es neben regionalem Einfluss auch um Rohstoffe in der Region, besonders Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer. Mehrere Länder, darunter die USA, Russland und Ägypten, verurteilen die türkische Initiative, die immer mehr Akteure in den Kampf um die Macht in dem nordafrikanischen Chaosland bringt.

Libyen – Nach dem Luftangriff auf Internierungslager bei Tripolis erwägt die libysche Regierung, alle Lager aus Sicherheitsgründen zu schließen. Sie könne die Sicherheit der Migranten gegen Flugzeugangriffe nicht garantieren. Laut Augenzeugenberichten sollen Wächter nach dem letzten Angriff auf die fliehenden Migranten geschossen haben. Flüchtlinge berichten jetzt auch, dass sie monatelang in einer Waffenkammer arbeiten mussten. Noch immer sollen 3800 Migranten gegen ihren Willen in Libyen festgehalten werden. Die Verhältnisse in den Camps werden als unmenschlich kritisiert.

Libyen – Unter Verdacht steht der abtrünnige General Haftar. Über 40 Migranten, meist aus Afrika, sollen gestern umgekommen und weitere 80 verletzt worden sein. Bis zu 600 Migranten werden dort in stillgelegten Flugzeughangers nahe Tripolis festgehalten. Libyen ist wichtiges Transitland für Flüchtlinge, die übers Mittelmeer nach Europa wollen. Die UNO will den grausamen Angriff als Kriegsverbrechen bezeichnet sehen.

Libyen – General Haftar will nichts von einer humanitären Waffenruhe zum Anfang des Ramadan wissen; er fordert seine Anhänger auf, ihre Entschlossenheit und Angriffskraft zu erhöhen. Seit Beginn der Attacke auf Tripolis vor einem Monat sind zehntausende Zivilisten aus der Hauptstadt geflohen. Die internationale Gemeinschaft ist gespalten, welche Gruppe sie unterstützen sollen; manche sind doppelzüngig. General Haftar, der einstige Getreue Gaddafis wird von vielen in Libyen als neuer Gaddafi gesehen; er sei „höchstgefährlich“ und stehe für eine „Militärdiktatur“.

Länder