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Libyen – Hilfsorganisationen suchen sichere Häfen in Malta und Italien für die etwa 500 Menschen, die sie in den letzten 72 Stunden gerettet haben. Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée berichten, dass viele der Geretteten an Unterkühlung und Dehydrierung sowie an Seekrankheit und völliger Erschöpfung litten. Andere waren dem Treibstoff ausgesetzt, der sich zu Verbrennungen entwickeln kann. Trotz des schlechten Winterwetters verlassen immer wieder Boote die libysche Küste, da die Sicherheitslage zusehends brisanter wird.

Libyen – Als sich die Staats – und Regierungschefs letzten Sonntag in Berlin trafen, haben sie sich zu einer Waffenruhe sowie einem Waffenembargo für das Bürgerkriegsland Libyen verpflichtet. Obwohl die beiden Konfliktparteien – Sarraj von der UN-anerkannten Regierung in Tripolis und General Haftar – in Berlin anwesend waren, haben sie sich nicht getroffen, sondern wurden von andern Teilnehmern informiert und konsultiert. Vier Tage später droht Haftars Militär, jedes zivile oder militärische Flugzeug am Flughafen von Tripolis ins Visier zu nehmen. Sie werfen der Türkei vor, von dort angreifen zu wollen. Ein Raketenbeschuss hat kurz zuvor den Flughafen Mitiga zum Schließen gezwungen. General Haftar kämpft schon seit Monaten um die Kontrolle über die Hauptstadt Tripolis.

Libyen – Sie konnte nicht schwimmen, hatte Angst vor dem Meer, aber die kongolesische Ordensfrau Angela Bipendu war Ärztin und spürte den Ruf, Flüchtlinge auf dem Mittelmeer zu retten und ging nach Lampedusa. Sie konnte vielen traumatisierten Menschen, besonders Frauen, medizinisch, mütterlich und spirituell zur Seite stehen. Nach 2 Jahren Mittelmeer-Mission arbeitet sie nun in einem italienischen Krankenhaus, ist aber immer wieder für einen Rettungseinsatz auf See bereit.

Libyen – Die Präsidenten Putin und Erdogan hatten sich um einen Waffenstillstand bemüht als Vorbedingung zu weiteren Friedensgesprächen für Libyen. Die Türkei unterstützt die von der UNO anerkannte Regierung in Tripolis; Russland hält mit dem Rebellen General Haftar, der 80% des Landes kontrolliert. Beide Führer waren gestern zu Gesprächen mit den Vermittlern nach Moskau gereist. Sarraj unterzeichnete das Abkommen; Haftar verließ Moskau ohne Unterschrift, ein klarer Beweis „wer Krieg und wer Frieden wolle“. Wie weit diese Entwicklung die von Angela Merkel am Wochenende in Berlin geplante Friedenskonferenz beeinflusst, ist noch nicht klar.

Libyen – Nach Zustimmung des türkischen Parlaments hat Erdogan die ersten Truppen nach Libyen geschickt, um die von der UNO anerkannte Regierung gegen den Rebellen Haftar zu unterstützen und ein „Operationszentrum“ zu errichten. Der Türkei geht es neben regionalem Einfluss auch um Rohstoffe in der Region, besonders Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer. Mehrere Länder, darunter die USA, Russland und Ägypten, verurteilen die türkische Initiative, die immer mehr Akteure in den Kampf um die Macht in dem nordafrikanischen Chaosland bringt.

Libyen – Nach dem Luftangriff auf Internierungslager bei Tripolis erwägt die libysche Regierung, alle Lager aus Sicherheitsgründen zu schließen. Sie könne die Sicherheit der Migranten gegen Flugzeugangriffe nicht garantieren. Laut Augenzeugenberichten sollen Wächter nach dem letzten Angriff auf die fliehenden Migranten geschossen haben. Flüchtlinge berichten jetzt auch, dass sie monatelang in einer Waffenkammer arbeiten mussten. Noch immer sollen 3800 Migranten gegen ihren Willen in Libyen festgehalten werden. Die Verhältnisse in den Camps werden als unmenschlich kritisiert.

Libyen – Unter Verdacht steht der abtrünnige General Haftar. Über 40 Migranten, meist aus Afrika, sollen gestern umgekommen und weitere 80 verletzt worden sein. Bis zu 600 Migranten werden dort in stillgelegten Flugzeughangers nahe Tripolis festgehalten. Libyen ist wichtiges Transitland für Flüchtlinge, die übers Mittelmeer nach Europa wollen. Die UNO will den grausamen Angriff als Kriegsverbrechen bezeichnet sehen.

Libyen – General Haftar will nichts von einer humanitären Waffenruhe zum Anfang des Ramadan wissen; er fordert seine Anhänger auf, ihre Entschlossenheit und Angriffskraft zu erhöhen. Seit Beginn der Attacke auf Tripolis vor einem Monat sind zehntausende Zivilisten aus der Hauptstadt geflohen. Die internationale Gemeinschaft ist gespalten, welche Gruppe sie unterstützen sollen; manche sind doppelzüngig. General Haftar, der einstige Getreue Gaddafis wird von vielen in Libyen als neuer Gaddafi gesehen; er sei „höchstgefährlich“ und stehe für eine „Militärdiktatur“.

Libyen – Die schon furchtbare Lage hat sich mit den Kämpfen um Tripolis noch verschlimmert. Die Menschen wollten eigentlich übers Mittelmeer nach Europa; jetzt sind sie in Lagern festgehalten, die teils direkt auf der Feuerlinie liegen. Papst Franziskus und Helfer vor Ort fordern humanitäre Korridore, um die Migranten aus den Lagern zu evakuieren, wo sie „Erpressung, Folter und Gewalt“ ausgesetzt und jetzt durch den kriegerischen Konflikt in Lebensgefahr sind. In Nachbarländern könnten, wie in 2011, weitere Lösungen gesucht werden. Am Montag hat Italien als erstes Land 146 der Flüchtlinge ausgeflogen. Sie landeten auf einem Militärflugplatz nahe Rom.

Libyen – Seit letztem Donnerstag rückt der abtrünnige General Hafter von Osten auf die libysche Hauptstadt Tripolis zu, allen internationalen Warnungen zum Trotz. UN Generalsekretär Guterres rief nach der Bombardierung des Flughafens zum Ende aller Kampfhandlungen auf. Die Situation müsse entschärft werden, um einen vollen Bürgerkrieg zu verhindern. Es gäbe keine militärische, nur eine politische Lösung. Hafter erkennt die Regierung der nationalen Einheit nicht an. Seinen Vormarsch nennt er „Antiterror-Kampf“. In Wirklichkeit facht er die Milizenkämpfe neu an, gibt der Terror-Gruppe IS weiten Spielraum und lässt die Migrantenwelle wieder anschwellen. Vom 14. Bis 16. April hat die UNO eine Konferenz mit allen Fraktionen zwecks Neuwahlen geplant.

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