Schlagwort: Libyen

Die Islamisten haben den alten von ihnen beherrschten Nationalkongress wieder zusammengerufen und dem gewählten Parlament und der Regierung jede Legitimität abgesprochen. Ministerpräsident Abdullah al-Thani hatte den Rücktritt seiner Regierung bei gewählten Parlament eingereicht, dass aber keine wirkliche Macht ausübt. Politisch wie auch militärisch befindet sich das Land im Chaos.

Ein Sprecher der Aufständischen gab bekannt, dass Brega, Sawija und anderer Ortschaften im Küstengebiet erobert worden seien. Auf der tunesischen Insel Djerba sollen Vertreter der Aufständischen und anderer Länder mit Vertrauten Gaddafis zu Geheimverhandlungen zusammengekommen sein.

Vor einigen Tagen saßen in Beida libysche Autoritäten und Katholiken an einem Tisch. Libyen habe so seine Toleranz gegenüber nicht-muslimischen Religionen zeigen wollen, meinte der apostolische Vikar in Tripolis. Man müsse die positive Kraft des Islam nützen, um alle Formen von Fundamentalismus loszuwerden. Die Religionsfreiheit ist größer als in anderen muslimischen Ländern. Die zwei Kirchen in Libyen – in Tripolis und Bengasi – sind besonders aktiv in der Betreuung von Flüchtlingen aus subsaharischen Ländern, die entweder dort Arbeit und Frieden suchen oder auf der Durchreise nach Europa sind.

Ein Boot mit 250 afrikanischen Migranten ist vor Libyens Küste gesunken. Man spricht von 21 Toten und 20 Geretteten. Im selben Gebiet sollen zwei weitere Schiffe mit 300 Menschen gekentert sein. Es wird befürchtet, dass mindestens 500 Menschen ertunken sind. Jährlich versuchen Zehntausende, übers Meer nach Europa zu gelangen. Italien und Libyen planen nun eine gemeinsame Küstenpatrouille, um den Migrantenstrom zu stoppen.

Gaddafi hat mehrere afrikanische Führer heftig angegriffen, weil sie sich seiner Idee widersetzen, die Vereinigten Staaten von Afrika zu schaffen. Er nannte sie „Reaktionäre und Verräter“, die von westlichen Interessen geleitet würden und darauf aus wären, Afrika zu zersplittern. Alle Kontinente, außer Afrika, vereinigten sich. Auch Afrikas Zukunft hinge von einer starken Zentralregierung ab.

Libyen sucht nach dem versteckten Vermögen des früheren Diktators. Eine Milliarde Dollar sollen Ermittler in Südafrika aufgespürt haben, angelegt in Gold und Diamanten, in vier Banken und zwei Sicherheitsfirmen. Libysche Gesandte baten Südafrika, bei der Rückgabe des Geldes an die Regierung in Tripolis behilflich zu sein. Experten schätzen, dass im Ganzen 80 Mrd. Dollar vom Vermögen des Gaddafi Clans im Ausland liegt.

Libyen und Frankreich haben ein Abkommen zur Nutzung der Atomenergie unterzeichnet. Die nukleare Energie soll vor allem für Entsalzungsanlagen genutzt werden, um die Wasserknappheit, die in 15 Jahren erwartet wird, zu beheben.

Der angebliche Tod von Gaddafis jüngstem Sohn in einem NATO Angriff löste wütende Proteste aus. Die Attacken auf Botschaften ließen ausländisches Personal abziehen. Auch die UNO verließ Tripolis. In Bengasi, der Hochburg der Aufständischen, wurde der Tod jubelnd gefeiert.

Nachdem das größte Treibstofflager in Tripolis, von einer Rakete getroffen, in Flammen aufging, hat das Feuer auf einen zweiten Tank übergegriffen; eine schwarze Rauchwolke steht über der Stadt. Die Regierung hat um internationale Hilfe gerufen. Es sind die Auseinandersetzungen zwischen den rivalisierenden Milizen, die für die humanitäre und Umweltkatastrophe verantwortlich sind und die Sicherheitslage weiterhin sehr prekär machen. Viele Botschaften haben Personal zurückgezogen und drängen ihre Bürger zur Ausreise. Es ist die schlimmste Gewalt seit 2011 und könnte zum Auseinanderbrechen des Landes führen.

Durch Streiks des Personals in den zwei größten Häfen sind der Regierung bereits Einnahmen durch Erdölexporte in Höhe von 1.6 Milliarden Dollar verloren gegangen. In der Folge stiegen die Weltmarktpreise für Rohöl auf 111 Dollar. Die Regierung beschuldigt die Streikenden, Öl auf eigene Rechnung exportieren zu wollen.

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