Schlagwort: Libyen

Verärgerte Milizen der al-Awfia Brigade sind mit gepanzerten Fahrzeugen auf Tripolis Start- und Landebahn gerollt und haben den Luftverkehr lahm gelegt. Sie fordern die Freilassung ihres Anführers, der entweder entführt wurde oder, wie sie vermuten, zum Verhör am Flughafen festgehalten wird. Um ihre Drohung zu verstärken, haben sie unter jedes der sechs geparkten Flugzeuge einen mit Raketen versehenen Pick-up Lkw gestellt.

Der erste Abschnitt der 2000 km langen Nordafrika Straße, die Tunesien mit Ägypten verbinden soll, wurde vom italienischen Premier eröffnet. Das Projekt ist Teil des Freundschaftspakts zwischen Libyen und Italien, der vor einem Jahr unterzeichnet wurde und die ererbten Dispute aus der Kolonialzeit beenden sollte.

Das höchste Gericht Libyens hat die Todesurteile gegen fünf bulgarische Krankenschwestern und einen palestinänsichen Arzt bestätigt. Sie sind angeklagt, Kinder mit dem HIV/Aidsvirus infiziert zu haben. Gleichzeitig wurde eine Kompensation für die Opfer ausgehandelt.

Die Regierung in Tripolis ist empört, dass nach anderen wichtigen Ländern nun auch Großbritannien den Nationalen Übergangsrat als einzige legitime Regierung Libyens anerkannt und Gaddafis Diplomaten ausgewiesen hat. Gaddafi wütet über das ihm gemachte Angebot, dass er im Land bleiben kann, wenn er alle Macht abgibt. Er werde alles „opfern“, um die Rebellen zu besiegen. Obwohl er eine Schutzhülle nach der andern verliert, gibt er sich weiter undurchdringbar.

Bischof Martinelli von Tripolis sprach von Gottesdiensten in Sicherheit. Nur die medizinische Behandlung sei wegen Medikamentenmangel sehr schwierig. Äußerst ernst sei auch die Lage der afrikanischen Gastarbeiter, die von beiden Seiten viel Ablehnung und Schikane erfahren.

Etwa 75 Migranten kamen um, als sie in einem Schlauchboot von Libyen nach Italien unterwegs waren. Man vermutet Hunger, Durst und Treibstoffmangel als Ursachen des Unglücks. Fünf Überlebende, darunter ein Kind, wurden von dem treibenden Boot gerettet.

Während die Abgeordneten einen neuen Ministerpräsidenten wählten, stürmten Bewaffnete ins Parlament. Die Wahl wurde unterbrochen; die Parlamentarier flohen durch den Hinterausgang. Die Angreifer sollen angeblich zu einer Gruppe gehört haben, die befürchtet, dass ihr Kandidat bei der Wahl unterliegen könnte. Der neue Premier wäre schon der dritte in diesem Jahr. Abspaltungsversuche und Überfälle durch Rebellen Gruppen sind seit dem Sturz Gaddafis an der Tagesordnung.

Britische Wissenschaftler und libysche Geologen, unterstützt von Satellitenaufnahmen und fossilen Untersuchungen, fanden Hinweise auf ein ausgedehntes Netz von Flüssen quer durch die Sahara, durch das Homo Sapiens vor 120 000 Jahren gewandert sein könnte. Der Nil sei also nicht die einzige Verbreitungsroute gewesen. Heute geht weniger als ein mm Regen dort nieder, und Libyen hat nicht einen einzigen ständigen Fluss.

Nach den heftigen Gefechten zwischen rivalisierenden Milizen um den Hauptstadt Flughafen musste der Flugverkehr in Tripolis eingestellt werden. 90% aller parkenden Flugzeuge sind zerstört oder beschädigt und der Kontrollturm betriebsunfähig. Die Regierung schafft es nicht, die seit dem Sturz Gaddafis randalierenden Banden zu entwaffnen und überlegt zum ersten Mal, internationale militärische Hilfe anzunehmen, um Sicherheit im Land zu schaffen. Inzwischen hat auch die UNO ihr Personal zurückgezogen.

Gestern hat er die Erstürmung Bengasis vorbereitet und mit Vergeltungsschlägen im Mittelmeerraum gedroht, falls ausländische Truppen sein Land angreifen. Heute sprach das Regime erstmals von Waffenruhe. Trotzdem gehen die Kämpfe weiter und Bomben fielen auf Misrata. Nach französischen Angaben sollen die Luftangriffe „in einigen Stunden“ beginnen. Die historische Entscheidung des UN-Sicherheitsrates schließt alle militärischen Handlungen ein, außer Bodentruppen, die zum Schutz der zivilen Bevölkerung und ihrem Streben nach Freiheit notwendig sind.

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