Schlagwort: Libyen

Kurz nach dem Bombenanschlag auf die US-Botschaft, wurde der diplomatische Konvoi der britischen Vertretung in Bengasi von einer Panzerfaust getroffen. Zwei Sicherheitsmitarbeiter wurden verletzt. Auch das Büro des Roten Kreuzes in Misrata wurde angegriffen. Die Übergangsregierung hat ernste Probleme, die immer wieder auftretenden Gefechte der Rebellengruppen einzudämmen. Auch musste die anstehende Wahl für die Nationalversammlung aus logistischen Gründen auf den 7. Juli verschoben werden.

Schwarzafrikaner sind in Libyen nicht mehr willkommen. In der letzten Woche wurde damit begonnen, massenweise Afrikaner ohne Aufenthaltsgenehmigung abzuschieben. Ihre provisorischen Unterkünfte wurden abgerissen. Ein Grund mit dafür sind Verträge zwischen Libyen und Italien, die verhindern sollen, dass Lampedusa weiterhin von Migranten überrannt wird.

Während die Bevölkerung sich auf die Feierlichkeiten am Ende des Ramadan vorbereiteten, explodierten in der Hauptstadt zwei Autobomben. Sicherheitskräfte nahmen 32 Anhänger des ehemaligen Diktators Gaddafi fest.

Hunderten von Touristen konnten nicht in Libyen einreisen, weil ihre Pässe keine Angaben in Arabisch enthielt. Libyen ist das einzige arabische Land, in dem seit kurzem diese Vorschrift eingeführt wurde.

Heute werden Präsident Sarkozy und Premier Cameron in Libyen erwartet für die ersten Gespräche mit Vertretern des Nationalen Übergangsrats seit Gaddafis Sturz. Von Tripolis wollen die Besucher nach Bengasi weiterfliegen. Inzwischen hat der Übergangsrat um Waffen gebeten, um die Gebiete im Land zu erobern, von denen aus Gaddafi seine Rache plant. Sorge bereitet der Fund von dreizehn Massengräbern in den vergangenen drei Wochen, meldet das Rote Kreuz.

Der libysche Staatschef Ghadafi hat den Weltfussballbund FIFA beschuldigt, die Rechte der Armen zu missachten. FIFA hat die Übertragungsrechte für die WM 2006,2010 und 2014 an den privaten arabischen Medienkonzern ART verkauft. Die 161 Dollar für einen Decoder könnten sich viele Arme nicht leisten.

Während auf Anweisung des Übergangsrats Planierraupen unter Beifall der Umstehenden die festungsartige Resident Gaddafis in Tripolis abreißen, finden die Truppen, die nach heftigen Kämpfen Bani Walid einnehmen, 100 Leichen in einem Krankenhaus. Die Zustände seien katastrophal. Gaddafi selbst wird immer noch in Libyen vermutet, um entweder einen islamischen Staat im Süden des Landes auszurufen oder den neuen libyschen Staat durch gesäte Zwietracht zwischen den Stämmen und Parteien zu destabilisieren.

Human Rights Watch (HRW) hat Libyen gewarnt, von der Sperrung verschiedener Websites, einschließlich „You Tube“, abzusehen. Diese waren die Zeichen eines spürbaren Fortschritts in der freien Meinungsäußerung. Nun scheint die Regierung zu den dunklen Tagen der totalen Medienkontrolle zurück kehren zu wollen. Doch auf die Dauer ließe sich der Fluss elektronischer Informationen nicht aufhalten, meinte der HRW Sprecher.

Beim 3. Gipfeltreffen der EU mit den Ländern Afrikas hat Gaddafi gedroht, seine Bemühungen um die Eindämmung der illegalen Migration von Afrika nach Europa sofort einzustellen, wenn er nicht jährlich fünf Milliarden Euro erhält. Dann würde der „christliche, weiße“ Kontinent eben „schwarz“. Da Libyen die Genfer Flüchtlingskonvention nicht unterzeichnet hat und kein Asylverfahren kennt, ist es fraglich, ob man überhaupt mit dem Land zusammen arbeiten kann, da abgefangene Flüchtlinge Misshandlungen ausgesetzt sind.

Bewaffnete Auseinandersetzungen in Assbia, Gharyan und Gaddafis Hochburg Bani Walid sind Grund zur Sorge. Es ist noch nicht ganz klar, ob es sich um lokale Fehden rivalisierender Milizen handelt oder ob Gaddafis Anhänger involviert sind.

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