Zwölf spielende Kinder einer internationalen Schule in Bengasi wurden verletzt, als die Granate über die Schulhofmauer flog und explodierte. Im vergangenen Jahr gab es mehrere Bombenattacken und Attentate.
Libyen » Seite 12
Zwölf spielende Kinder einer internationalen Schule in Bengasi wurden verletzt, als die Granate über die Schulhofmauer flog und explodierte. Im vergangenen Jahr gab es mehrere Bombenattacken und Attentate.
Wegen immer heftigerer Kämpfe zwischen den verschiedenen Milizen um die Großstädte Tripolis and Bengasi haben Tunesien und Ägypten alle Flüge von und nach Libyen zeitweise suspendiert.
Staatschef Ghadafi hat Italien mit neuen Aggressionen gedroht, falls die geforderten Entschädigungen für die koloniale Besetzung von Libyen verweigert werden. Vor zwei Wochen hatten Demonstraten das italienische Konsulat in Benghasi niedergebrannt.
Weder die Afrikanische Union (AU) noch eine Reihe afrikanischer Regierungen haben bisher die neue Rebellenregierung anerkannt. Auf einem Sondergipfel wollen Afrikas Staatschefs ihre Position klären. Gaddafi soll etwa die Hälfte des AU-Budget über Spenden beglichen haben und viele Länder haben von großzügigen Zuwendungen und Investitionen aus Tripolis profitiert.
Gaddafi sei zu einem Waffenstillstand bereit, weigere sich aber, trotz aller Gefahr, sein Land zu verlassen, berichtete Zuma nach seiner Rückkehr aus Tripolis. Der südafrikanische Präsident sah die Zerstörung und die humanitäre Krise und rief erneut zum Dialog auf. Eine südafrikanische Anwaltskanzlei ist an einem Ausstiegsplan für Gaddafi beteiligt und bereit, ihn zu verteidigen, sollte er vor den Internationalen Strafgerichtshof gestellt werden. Nachdem fünf Generäle und viele Soldaten desertierten, haben jetzt acht hohe Offiziere Fahnenflucht nach Rom begangen, ein Zeichen für das nahende Ende des Gaddafi Regimes.
Viele der 10.000 von Gaddafi angeheuerten Söldner aus den Nachbarstaaten Niger, Mali, Tschad und Sudan haben auf der Flucht die Grenzen nach Mali und Niger überschritten. Etwa 4.000 gehören dem Volk der Tuareg an. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) spricht von 3 Millionen ausländischen Arbeitern in Libyen und will versuchen, bei der Rückkehr in die Heimat zu helfen. Gaddafis Frau, zwei Söhne und eine Tochter haben sich nach Algerien abgesetzt. 10.000 Häftlinge wurden befreit, von weiteren 50.000 fehlt jede Spur.
Nach einem Besuch im Hafen von Tripolis üben nun russische Kriegsschiffe im Mittelmeer. Ein Küstenschutzschiff der Ostseeflotte wird dann an der Küste von Somalia eingesetzt, um die Schifffahrt am Horn von Afrika zu sichern.
Unter den Augen der Polizei rissen radikale Islamisten in Tripolis mit Bulldozern einen Sufi-Schrein nieder. Nach heftiger Kriitik von Parlamentariern trat der Innenminister zunächst zurück, um zwei Tage später seinen Posten wieder zu reklamieren. Seit Anfang der Revolution haben Salafisten dutzende Sufi-Schreine zerstört.
NATO Angriffe auf Tripolis haben einen Militärkomplex Gaddafis schwer beschädigt und Gebäude der Residenzanlage getroffen. Ein Kommunikationszentrum in Stadtmitte wurde schon eher zerstört. Inzwischen hat sich auch Italien, das bisher nur Erkundungsflüge machte, für eine Teilnahme an NATO-Einsätzen entschlossen, besonders wegen der schrecklichen Lage in der umkämpften Stadt Misrata, die nur noch vom Meer her erreicht werden kann. In seiner Osterbotschaft rief Papst Benedikt alle Beteiligten auf, in gegenseitigem Respekt eine diplomatische Lösung zu suchen und den leidenden Menschen Hilfe zukommen zu lassen.
28 Migranten aus Afrika wurden von ihrem sinkenden Schiff gerettet und nach Malta gebracht. Seit dem viel kritisierten Abkommen mit Tripoli, dass Flüchtlinge in internationalen Gewässern nach Libyen gebracht werden dürfen, sind die Zahlen drastisch gesunken. Letztes Jahr machten noch 1,475 Migranten ihren Weg nach Malta, im Jahr davor sogar 2,775.