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Libyen – Mit einer Autobombe vor und Schusswaffen im Gebäude haben die Angreifer neun Menschen getötet, sechs davon Ausländer. Auf Twitter bekannte sich eine IS – nahe Gruppe zu der Tat, wogegen lokale Milizen das „alte Regime“ beschuldigen.

Libyen – Bewaffnete der Ansar al-Sharia Gruppe sollen die koptischen Christen nahe der Küstenstadt Sirte abgeführt haben, wo kurz vor Weihnachten ein christlicher Arzt mit seiner Familie ermordet wurde. Man vermutet, dass die Entführer die Freilassung islamistischer Gefangener erzwingen wollen. Da einige Milizengruppen sich den IS Kämpfern angeschlossen haben, wird die Lage im Land immer kritischer. Tausende Ägypter leben und arbeiten in Libyen, und bei der christlichen Minderheit wächst die Angst.

Libyen – Beobachter glauben, dass in dem herrschenden Chaos zwischen Regierung und mehreren Milizen-Gruppen die IS Dschihadisten mehr Einfluss gewinnen. Sie sollen die 150,000 Einwohner Stadt Derna im Osten des Landes als neuen Stützpunkt gewählt haben. Der ISIS Anführer Abu Bakr al-Baghdali hat kürzlich behauptet, treue Anhänger in Libyen, Ägypten, Algerien, sowie in Jemen und Saudi Arabien zu haben. Die Dschihadisten nutzen die fehlende zentrale Autorität und die porösen Grenzen und schlagen mit der gleichen Brutalität zu wie die Terrormiliz in Syrien und Irak. Sollten sie Kontrolle über das libysche Öl gewinnen, wird sich ihre Macht noch steigern. Derna ist nur 350 km Luftlinie von Kreta entfernt.

Libyen – Allein im vergangenen Monat mussten 106,000 Libyer ihre Heimat verlassen; seit Mai waren es 400,000, berichtet das UN-Flüchtlingswerk UNHCR. Grund dafür sind die bewaffneten Konflikte zwischen den verschiedenen Milizen, besonders in den Städten. Wegen der prekären Sicherheitslage und der schrumpfenden Finanzen ist es extrem schwer, notwendige Hilfsgüter zu den Betroffenen zu bringen. Der kommende Winter verschlimmert die Lage noch.

Seit Montag wüten Gefechte um die Wüstenstadt Sehba. Von 70 Toten und 150 Verletzten ist die Rede. Die arabischen Stämme kämpfen gegen Angehörige der schwarzafrikanischen Toubou, die die Aktion als „ethnische Säuberung“ bezeichnen. Da die neue Zentralregierung keine flächendeckende Kontrolle über große Teile des Landes hat, werden die zerstrittenen Stämme und Milizen weiter kämpfen. Der Vertreter von Sehba ist aus Protest gegen die „Passivität“ vom Nationalen Übergangsrat zurückgetreten.

Am 1 September kam Gaddafi durch einen Putsch zur Macht und hat seitdem sieben US Präsidenten, fünf deutsche Bundeskanzler und sechs britische Premiers überdauert. Während Tripolis das Jubiläum feiert, rufen Oppositionelle im Ausland zum Umsturz auf. Auf dem angegliederten AU Gipfeltreffen suchen die Staats- und Regierungschefs Lösungen für die Konflikte in Somalia, im Sudan und in der Region der Großen Seen.

Verärgerte Milizen der al-Awfia Brigade sind mit gepanzerten Fahrzeugen auf Tripolis Start- und Landebahn gerollt und haben den Luftverkehr lahm gelegt. Sie fordern die Freilassung ihres Anführers, der entweder entführt wurde oder, wie sie vermuten, zum Verhör am Flughafen festgehalten wird. Um ihre Drohung zu verstärken, haben sie unter jedes der sechs geparkten Flugzeuge einen mit Raketen versehenen Pick-up Lkw gestellt.

Der erste Abschnitt der 2000 km langen Nordafrika Straße, die Tunesien mit Ägypten verbinden soll, wurde vom italienischen Premier eröffnet. Das Projekt ist Teil des Freundschaftspakts zwischen Libyen und Italien, der vor einem Jahr unterzeichnet wurde und die ererbten Dispute aus der Kolonialzeit beenden sollte.

Das höchste Gericht Libyens hat die Todesurteile gegen fünf bulgarische Krankenschwestern und einen palestinänsichen Arzt bestätigt. Sie sind angeklagt, Kinder mit dem HIV/Aidsvirus infiziert zu haben. Gleichzeitig wurde eine Kompensation für die Opfer ausgehandelt.

Die Regierung in Tripolis ist empört, dass nach anderen wichtigen Ländern nun auch Großbritannien den Nationalen Übergangsrat als einzige legitime Regierung Libyens anerkannt und Gaddafis Diplomaten ausgewiesen hat. Gaddafi wütet über das ihm gemachte Angebot, dass er im Land bleiben kann, wenn er alle Macht abgibt. Er werde alles „opfern“, um die Rebellen zu besiegen. Obwohl er eine Schutzhülle nach der andern verliert, gibt er sich weiter undurchdringbar.

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