Schlagwort: Kenia

Die 4 Millionenstadt Nairobi ist bekannt als „grüne Stadt in der Sonne“, aber die umweltschädlichen Abgase des Verkehrs zerstören diesen Ruf. Der meiste Verkehr geschieht durch Kleinbusse, „Matatus“ genannt. Massive Staus sind an der Tagesordnung. Nun hat die kenianisch – schwedische Firma ROAM einen Elektrobus für ein städtisches Schnellbusnetz vorgestellt. Durch den Elektroantrieb gibt es weniger Lärm und weniger Luftverschmutzung. Vorteile sind: Klimaanlage, Barrierefreiheit und Geräumigkeit (90 Passagiere).  Der Akku reicht für rund 360 Kilometer – eine ganze Schicht. Auch sollen die Busse so weit wie möglich vor Ort produziert werden und so der wachsenden Bevölkerung gut bezahlte Industriearbeitsplätze bieten.

Priscilla Sitienei wurde zur wohl „ältesten Grundschülerin der Welt“ gekürt. Ihre Familie hatte kein Geld für eine Schulbildung; so hole  sie diese nun nach. 65 Jahre hat sie als traditionelle Hebamme gearbeitet. Erst mit über 90 Jahren hat sie, zusammen mit Ur-Urenkeln regelmäßig die Schule besucht. Jetzt war sie mit den zwölfjährigen Mitschülern dabei,  die Abschlussprüfung vorzubereiten. Priscilla wollte mit ihrem Schulbesuch ältere Schüler, vor allem junge Mütter, dazu bewegen, regelmäßig zur Schule zu gehen. Ihre Geschichte inspirierte in 2020 den französischen Regisseur Pascal Plisson zu dem Film „Gogo“ – „Großmutter“.  Als sie zur Premiere nach Paris kam, wurde sie von Brigitte Macron aufs herzlichste begrüßt. Priscilla Sitieneis Botschaft, was die Bildung von Mädchen betrifft, wird  weiterleben.

Die Präsidenten der beiden Länder erklärten, dass sie einen langjährigen Visastreit beendet haben. Vom 1. Januar 2023 an können Kenianer Südafrika bis zu 90 Tage im Kalenderjahr visumfrei besuchen. Während Südafrikaner schon länger kostenlose Visa bei der Ankunft in Kenia erhalten konnten, mussten Kenianer in Südafrika ausreichende Mittel und Rückfahrtickets nachweisen. Auch forderten die Staatschefs von Südafrika und Kenia, Ramaphosa und Ruto, ihre Handelsminister auf, Hindernisse wegzuräumen, die den gegenseitigen Handel einschränken. Die beiden Länder gehören zu den stärksten Volkswirtschaften auf dem afrikanischen Kontinent.

Das kenianische Parlament hat die Entsendung von fast 1.000 Soldaten für eine neue regionale Truppe in der Demokratischen Republik Kongo gebilligt, wobei die Kosten von 37 Millionen Dollar für die ersten sechs Monate der Mission in Frage gestellt werden. Die kenianischen Streitkräfte werden in Goma, der größten Stadt im Osten der DRK, stationiert sein. Zu der regionalen Truppe, die von einem kenianischen Kommandeur geleitet wird, gehören auch zwei Bataillone aus Uganda, zwei aus Burundi und eines aus dem Südsudan.

Ein kenianisches Unternehmen, das sichere Öfen herstellt, gehört zu den 15 Finalisten, die auf den mit 1,2 Millionen US$ dotierten vom Prinzen von Wales gestifteten Umweltpreis hoffen. Gestartet wurde die Initiative „Mikuru Clean Stoves“ von Charlot Magavi, nachdem sie selbst an Atemwegserkrankungen litt und ihre Tochter sich an einem Ofen schwer verbrannte. Die sauberen Brennöfen sollen Innenraumverschmutzungen reduzieren. Das Brennmaterial ist eine verarbeitete Biomasse aus Holzkohle, Holz und Zuckerrohr. Die Bio-Öfen sollen 90% weniger Umweltverschmutzung verursachen als ein offenes Feuer. Geplant ist eine noch sauberere Version, die Ethanol verbrennt.

Verkehrsminister Kipchumba Murkomen hat nach jahrelanger Geheimhaltung Dokumente über ein umfangreiches kenianisches Eisenbahnprojekt veröffentlicht, das mit China 2014 unterzeichnet wurde. Die von China finanzierte und betriebene Eisenbahnlinie im Wert von 3 Mrd. $ (2,6 Mrd. £) ist Kenias größtes Infrastrukturprojekt seit der Unabhängigkeit im Jahr 1963. Nach lokalen Medienberichten über die freigegebenen Vereinbarungen wurden den chinesischen Kreditgebern weitreichende Befugnisse eingeräumt, darunter auch die Forderung, dass alle Streitigkeiten in Peking geschlichtet werden müssen, und der Hauptauftragnehmer des Projekts wurde von allen Steuern befreit. Die Strecke verläuft zwischen der Hafenstadt Mombasa und der Hauptstadt Nairobi, und es gibt Pläne, sie bis zur Hafenstadt Kisumu im Westen zu verlängern.

Verkehrsminister Kipchumba Murkomen erklärte, der Multimilliarden-Dollar-Kredit mit China für den Bau einer großen Eisenbahnlinie (der Standard Gauge Railway) könne über den derzeitigen 20-jährigen Zeitplan nicht eingehalten werden. Kenia hat 5 Milliarden US-Dollar aufgenommen, um die Eisenbahnlinie vom Hafen von Mombasa zur Stadt Naivasha westlich von Nairobi zu bauen. Die Bahnstrecke wurde 2017 in Betrieb genommen, und die Regierung zwang die Unternehmen, Waren auf der Schiene zu transportieren, um die Rückzahlung des Darlehens zu unterstützen. Kenias früherer Regierung wird eine übermäßige Kreditaufnahme zur Finanzierung von Entwicklungsprojekten vorgeworfen, die zu mehr Korruption geführt hat. China finanzierte auch eine 27 km lange Schnellstraße in Nairobi, die 734 Millionen US-Dollar kostete.

Die Nationalmuseen haben eine App auf den Markt gebracht, die den Wildtierbehörden des Landes dabei helfen soll, seltene und häufige Säugetiere zu erfassen und zu dokumentieren. Wenn John Perret, der Besitzer einer Kamelsafari, sein Handy zückt, macht er nicht nur ein Foto; er benutzt nämlich die App Makenya, Mammal Atlas Kenya, mit der die Nutzer alle Details der Säugetiere, die sie sehen, aufzeichnen können. Nach Angaben des Kenianischen Wildlife Service (KWS) wurden bisher rund 25.000 Tier- und 7000 Pflanzenarten erfasst.

Kenia hat den Anbau und die Einfuhr von gentechnisch veränderten Pflanzen und Futtermitteln zugelassen und damit ein jahrzehntelanges Verbot aufgehoben. Dies geschieht in einer Zeit, in der das Land die schlimmste Dürre seit 40 Jahren erlebt und Millionen Menschen hungern. Die Regierung von Präsident William Ruto setzt auf gentechnisch veränderte Pflanzen, um die Ernteerträge zu steigern. Im Juli kündigte die Regierung von Joe Biden eine neue Partnerschaft mit Kenia an, die eine Verpflichtung zur Förderung des Handels im Agrarsektor beinhaltet. Amerika ist einer der wichtigsten Hersteller von gentechnisch verändertem Saatgut. Trotz der Aussicht auf bessere Erträge befürchten einige, dass sich die Landwirte zu sehr von den Vorschriften ausländischer Privatunternehmen abhängig machen könnten.

Die Regierung hat die kenianischen Passinhaber daran erinnert, sich bis zum 30. November 2022 den neuen biometrischen E-Pass der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC) zu besorgen. Im September 2017 wurde mit der Ausgabe des neuen E-Passes im ostafrikanischen Format begonnen. Das neue e-System soll die Effizienz verbessern und Schlupflöcher beseitigen.  

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