Schlagwort: Kenia

Nach einem landesweiten Stromausfall am 4. März 2023 hat Kenya Power, der einzige Stromversorger des Landes, die Stromversorgung in einigen Teilen des Landes, in Eldoret, Kisumu und Nakuru und in mindestens einem Teil von Nairobi, wieder hergestellt. Ursache könnte eine Störung in der Hochspannungsleitung Suswa-Loyangalani sein.

Die BBC veröffentlichte, dass mehr als 70 Frauen dem Sender von sexuellem Missbrauch berichtet hätten. Auf Teeplantagen der britischen Firmen Lipton und James Finlay sollen Vorgesetzte über Jahre Arbeiterinnen sexuell missbraucht haben. Ihre Klage konnte mit verdeckt gedrehten Filmaufnahmen und durch eine Undercover Reporterin belegt werden. Die Frauen empfanden es als Folter, konnten sich aber nicht wehren, weil sie sonst ihre Arbeit verloren hätten und ihre Kinder verhungert wären. Eine Frau berichtete, dass sie sich bei gezwungenem Sex mit HIV infizierte. Die Firmen zeigten sich „tief schockiert“, haben mehrere Manager suspendiert und eine unabhängige Untersuchung angeordnet.

Experten des Kenya Medical Research Institute (Kemri) identifizierten die Mücke, Anopheles stephensi, im nördlichen Marsabit County. Sie ist in Südasien beheimatetet und gegen die in Afrika verwendeten Insektizide resistent. Die dortigen Krankenhäuser zeigten einen Anstieg der Malariafälle. Diese invasive Mücke gedeiht sowohl in Trocken- als auch in Regenzeiten und kann sich überall vermehren. In anderen Ländern wurden ihre Larven in Wasserbehältern in städtischen Zentren gefunden

Das Land hat mit Klimaschwankungen zu kämpfen. Unbeständiges Wetter ist Alltag:  Fluten zerstören Ernten; schlimme Dürren sind keine Seltenheit, und so brechen Einkommen weg. Seit 2019 unterstützt die Regierung des Bezirks Kirinyaga Bauern bei der Fischzucht.  Der Bezirk übernimmt die Kosten für die Teichfolie und zahlt im ersten Jahr das Futter für die Jungfische. Ein Fischteich ermöglicht bei starken Regenfällen Wasser zu sammeln und einen Teil davon zur Bewässerung zu nutzen. Ein Bauer hat, seit er mit der Fischzucht begonnen hat, seine Kaffeeernte auf 2.000 kg pro Jahr mehr als verdoppelt, und sein Gesamteinkommen verdreifacht. Die Fischereibehörde hat nach eigenen Angaben bisher etwa 20 landwirtschaftliche Gruppen und mehr als 1.350 Personen unterstützt.

Zwei äthiopische Forscher und die kenianische Rechtsgruppe Katiba haben vor dem Obersten Gerichtshof Kenias Klage gegen Meta Platforms eingereicht. Meta Platforms wird beschuldigt, gewalttätige und hasserfüllte Posts aus Äthiopien auf Facebook zu verbreiten und damit den blutigen Bürgerkrieg in dem Land zu schüren. Die Kläger fordern das Gericht auf, Meta anzuweisen, Sofortmaßnahmen zu ergreifen, um gewalttätige Inhalte herabzustufen, das Personal für die Moderation in Nairobi aufzustocken und einen Entschädigungsfonds in Höhe von etwa 2 Milliarden Dollar für die Opfer von auf Facebook geschürter Gewalt einzurichten. Die Klage gegen Meta erinnert an die Vorwürfe, denen sich das Unternehmen seit Jahren ausgesetzt sieht, weil auf seinen Plattformen Gräueltaten geschürt werden, unter anderem in Myanmar, Sri Lanka, Indonesien und Kambodscha.

Der Kabinettssekretär für Bildung, Ezekiel Machogu, hat die Kenya National Union of Teachers (KNUT) aufgefordert, Rücksicht auf die aktuelle Wirtschaftslage zu nehmen. Dies geschah, nachdem die KNUT erklärt hatte, dass sie auf eine Gehaltserhöhung von 60 % drängt. Der Generalsekretär der Kenya Union of Post Primary Education Teachers, Akelo Misori, hat versprochen, dass das Jahr 2023 für die Regierung von Präsident William Ruto eine harte Zeit werden wird, sollte sie die Forderungen der Lehrer nicht erfüllen.

In Solidarität mit den Bürgern, die von der anhaltenden Dürre und dem daraus folgenden Hunger betroffen sind, hat sich das Kabinett geeinigt, ein Monatsgehalt an die hungernden Kenianer abzugeben. Das Präsidium kritisierte auch die „unannehmbar hohen“ Preise für das Grundnahrungsmittel Mais. Im Februar soll tonnenweise Mais importiert werden. Vorher sollen die lokalen Bauern eine Chance haben, ihre Produkte auf den Markt zu bringen, aber diese reichen bei Weitem nicht aus gegen den Hunger. Die Regierung hat auch eine Spendenaktion angekündigt, unter anderem über eine mobile Geldplattform, um für die Opfer der Dürre zu spenden.

Die 4 Millionenstadt Nairobi ist bekannt als „grüne Stadt in der Sonne“, aber die umweltschädlichen Abgase des Verkehrs zerstören diesen Ruf. Der meiste Verkehr geschieht durch Kleinbusse, „Matatus“ genannt. Massive Staus sind an der Tagesordnung. Nun hat die kenianisch – schwedische Firma ROAM einen Elektrobus für ein städtisches Schnellbusnetz vorgestellt. Durch den Elektroantrieb gibt es weniger Lärm und weniger Luftverschmutzung. Vorteile sind: Klimaanlage, Barrierefreiheit und Geräumigkeit (90 Passagiere).  Der Akku reicht für rund 360 Kilometer – eine ganze Schicht. Auch sollen die Busse so weit wie möglich vor Ort produziert werden und so der wachsenden Bevölkerung gut bezahlte Industriearbeitsplätze bieten.

Priscilla Sitienei wurde zur wohl „ältesten Grundschülerin der Welt“ gekürt. Ihre Familie hatte kein Geld für eine Schulbildung; so hole  sie diese nun nach. 65 Jahre hat sie als traditionelle Hebamme gearbeitet. Erst mit über 90 Jahren hat sie, zusammen mit Ur-Urenkeln regelmäßig die Schule besucht. Jetzt war sie mit den zwölfjährigen Mitschülern dabei,  die Abschlussprüfung vorzubereiten. Priscilla wollte mit ihrem Schulbesuch ältere Schüler, vor allem junge Mütter, dazu bewegen, regelmäßig zur Schule zu gehen. Ihre Geschichte inspirierte in 2020 den französischen Regisseur Pascal Plisson zu dem Film „Gogo“ – „Großmutter“.  Als sie zur Premiere nach Paris kam, wurde sie von Brigitte Macron aufs herzlichste begrüßt. Priscilla Sitieneis Botschaft, was die Bildung von Mädchen betrifft, wird  weiterleben.

Die Präsidenten der beiden Länder erklärten, dass sie einen langjährigen Visastreit beendet haben. Vom 1. Januar 2023 an können Kenianer Südafrika bis zu 90 Tage im Kalenderjahr visumfrei besuchen. Während Südafrikaner schon länger kostenlose Visa bei der Ankunft in Kenia erhalten konnten, mussten Kenianer in Südafrika ausreichende Mittel und Rückfahrtickets nachweisen. Auch forderten die Staatschefs von Südafrika und Kenia, Ramaphosa und Ruto, ihre Handelsminister auf, Hindernisse wegzuräumen, die den gegenseitigen Handel einschränken. Die beiden Länder gehören zu den stärksten Volkswirtschaften auf dem afrikanischen Kontinent.

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