Schlagwort: Kenia

Ein unbefristetes Importverbot für Milchpulver wurde verhängt, um vor Überproduktion und niedrigen Preisen in Erwartung der langen Regenfälle zu schützen. Das Verbot verstößt gegen die Freihandelsabkommen der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC) über den freien Waren- und Dienstleistungsverkehr und den Gemeinsamen Markt. Uganda und Ruanda sind die beiden führenden afrikanischen Länder, aus denen Kenia Milchprodukte importiert. Eine beispiellos lange Dürre in der Region hat zu den aktuell hohen Milchpreisen geführt.

Der Kamnarok See im kenianischen Rift Valley war früher die Heimat von 10.000 Krokodilen, der zweitgrößte Ort nach dem Tschad See. Meist wegen Schwankungen der Wettersysteme ist der See fast gänzlich ausgetrocknet. Krokodilkadaver sind auf dem rissigen Boden verstreut. Die wenigen überlebenden Tiere sind in nahe gelegene private Dämme umgesiedelt. Nun sind die Anwohner besorgt wegen einem zunehmenden Konflikt zwischen Mensch und Tier.

Die Zentralbank von Kenia (CBK) hat die Geschäftsbanken angewiesen, nach einem Mangel an der Währung Dollars zu rationieren. Kenias Handelsminister Moses Kuria sagte, der Dollarmangel im Land liege außerhalb der Kontrolle der Regierung. Der Mangel sei zwar ein globales Problem; er beschuldigte aber auch Kenias Kultur, nämlich Dinge zu importieren, die vor Ort hergestellt werden können. Der kenianische Schilling hat seit über einem Jahr 9% gegenüber dem Dollar verloren, was die Lebenshaltungskosten in die Höhe treibt. Bankenexperten verbinden jedoch die anhaltende Dollarkrise und die anschließende Abschwächung des Schillings mit den strengen Interbanken-Forex-Vorschriften der kenianischen Zentralbank.

Nach einem landesweiten Stromausfall am 4. März 2023 hat Kenya Power, der einzige Stromversorger des Landes, die Stromversorgung in einigen Teilen des Landes, in Eldoret, Kisumu und Nakuru und in mindestens einem Teil von Nairobi, wieder hergestellt. Ursache könnte eine Störung in der Hochspannungsleitung Suswa-Loyangalani sein.

Die BBC veröffentlichte, dass mehr als 70 Frauen dem Sender von sexuellem Missbrauch berichtet hätten. Auf Teeplantagen der britischen Firmen Lipton und James Finlay sollen Vorgesetzte über Jahre Arbeiterinnen sexuell missbraucht haben. Ihre Klage konnte mit verdeckt gedrehten Filmaufnahmen und durch eine Undercover Reporterin belegt werden. Die Frauen empfanden es als Folter, konnten sich aber nicht wehren, weil sie sonst ihre Arbeit verloren hätten und ihre Kinder verhungert wären. Eine Frau berichtete, dass sie sich bei gezwungenem Sex mit HIV infizierte. Die Firmen zeigten sich „tief schockiert“, haben mehrere Manager suspendiert und eine unabhängige Untersuchung angeordnet.

Experten des Kenya Medical Research Institute (Kemri) identifizierten die Mücke, Anopheles stephensi, im nördlichen Marsabit County. Sie ist in Südasien beheimatetet und gegen die in Afrika verwendeten Insektizide resistent. Die dortigen Krankenhäuser zeigten einen Anstieg der Malariafälle. Diese invasive Mücke gedeiht sowohl in Trocken- als auch in Regenzeiten und kann sich überall vermehren. In anderen Ländern wurden ihre Larven in Wasserbehältern in städtischen Zentren gefunden

Das Land hat mit Klimaschwankungen zu kämpfen. Unbeständiges Wetter ist Alltag:  Fluten zerstören Ernten; schlimme Dürren sind keine Seltenheit, und so brechen Einkommen weg. Seit 2019 unterstützt die Regierung des Bezirks Kirinyaga Bauern bei der Fischzucht.  Der Bezirk übernimmt die Kosten für die Teichfolie und zahlt im ersten Jahr das Futter für die Jungfische. Ein Fischteich ermöglicht bei starken Regenfällen Wasser zu sammeln und einen Teil davon zur Bewässerung zu nutzen. Ein Bauer hat, seit er mit der Fischzucht begonnen hat, seine Kaffeeernte auf 2.000 kg pro Jahr mehr als verdoppelt, und sein Gesamteinkommen verdreifacht. Die Fischereibehörde hat nach eigenen Angaben bisher etwa 20 landwirtschaftliche Gruppen und mehr als 1.350 Personen unterstützt.

Zwei äthiopische Forscher und die kenianische Rechtsgruppe Katiba haben vor dem Obersten Gerichtshof Kenias Klage gegen Meta Platforms eingereicht. Meta Platforms wird beschuldigt, gewalttätige und hasserfüllte Posts aus Äthiopien auf Facebook zu verbreiten und damit den blutigen Bürgerkrieg in dem Land zu schüren. Die Kläger fordern das Gericht auf, Meta anzuweisen, Sofortmaßnahmen zu ergreifen, um gewalttätige Inhalte herabzustufen, das Personal für die Moderation in Nairobi aufzustocken und einen Entschädigungsfonds in Höhe von etwa 2 Milliarden Dollar für die Opfer von auf Facebook geschürter Gewalt einzurichten. Die Klage gegen Meta erinnert an die Vorwürfe, denen sich das Unternehmen seit Jahren ausgesetzt sieht, weil auf seinen Plattformen Gräueltaten geschürt werden, unter anderem in Myanmar, Sri Lanka, Indonesien und Kambodscha.

Der Kabinettssekretär für Bildung, Ezekiel Machogu, hat die Kenya National Union of Teachers (KNUT) aufgefordert, Rücksicht auf die aktuelle Wirtschaftslage zu nehmen. Dies geschah, nachdem die KNUT erklärt hatte, dass sie auf eine Gehaltserhöhung von 60 % drängt. Der Generalsekretär der Kenya Union of Post Primary Education Teachers, Akelo Misori, hat versprochen, dass das Jahr 2023 für die Regierung von Präsident William Ruto eine harte Zeit werden wird, sollte sie die Forderungen der Lehrer nicht erfüllen.

In Solidarität mit den Bürgern, die von der anhaltenden Dürre und dem daraus folgenden Hunger betroffen sind, hat sich das Kabinett geeinigt, ein Monatsgehalt an die hungernden Kenianer abzugeben. Das Präsidium kritisierte auch die „unannehmbar hohen“ Preise für das Grundnahrungsmittel Mais. Im Februar soll tonnenweise Mais importiert werden. Vorher sollen die lokalen Bauern eine Chance haben, ihre Produkte auf den Markt zu bringen, aber diese reichen bei Weitem nicht aus gegen den Hunger. Die Regierung hat auch eine Spendenaktion angekündigt, unter anderem über eine mobile Geldplattform, um für die Opfer der Dürre zu spenden.

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