Schlagwort: Kenia

Am Samstag, 15. April, wurde endlich Kenias erster Erdbeobachtungssatellit, Taifa-1, an Bord einer Falcon-9-Rakete vom Stützpunkt Vandenberg in Kalifornien ins All gebracht. Taifa-1 ist so programmiert, dass er die Erde umkreist und Kenia einmal alle vier Tage überfliegt. Seine Kameras sind so konzipiert, dass sie sich abschalten, sobald er die kenianischen Grenzen zum Aufladen verlässt. Eines der Hauptziele der Mission ist die Bereitstellung „präziser und zeitnaher“ Satellitendaten in verschiedenen Bereichen: Katastrophenmanagement, Umweltüberwachung einschließlich Landwirtschaft und Ernährungssicherheit und nationale Sicherheit.

Oppositionsführer Raila Odinga kündigte am Sonntag an, dass er seine Proteste am Montag absagen und nach zwei Wochen chaotischer Straßendemonstrationen den Dialog mit der Regierung aufnehmen werde. Odinga teilte mit, dass Ruto vorgeschlagen hatte, einen parteiübergreifenden parlamentarischen Ausschuss einzurichten, der sich mit den Bedenken hinsichtlich des Wahlprozesses befassen sollte. Seit dem Ausbruch der regierungsfeindlichen Proteste am 20. März sind drei Menschen ums Leben gekommen und Eigentum und Geschäfte wurden geplündert. Odinga, der Präsident William Ruto beschuldigt, die Wahlen im vergangenen Jahr gestohlen zu haben, hatte zweimal wöchentlich zu Protesten aufgerufen und gewarnt, dass seine Anhänger am „Mega-Montag“ am 3. April „das Land zurückerobern“ würden.

Jedes Jahr sterben in Afrika zigtausende Kinder – in Kenia allein etwa 64.500 – an vermeidbaren Krankheiten, wie Lungenentzündung, Durchfall und Gelbfieber, für die es Impfungen gibt. Leider werden die Impfstoffe wegen fehlendem Kühlmöglichkeit oft unbrauchbar. Die kenianische Ingenieurin Norah Magero, selbst betroffene Mutter, gründete mit ihrem Mann das Unternehmen „Drop Access“ mit Firmensitz in Makindu. Nach zweijähriger Planung produzierten sie mit einfachen Mitteln die komplexe „Vacci – Box“. Der tragbare, solarbetriebene Kühlschrank dient der Aufbewahrung und – auf ein Motorrad geschnallt – dem Transport von Impfstoffen, Blutkonserven und Medikamenten in die entlegensten Gebiete der Savanne. Sie macht Kindern Hoffnung und verhindert tausendfaches Leid.

Zahlreiche Menschen haben Teile einer Farm, die der Familie des ehemaligen kenianischen Präsidenten Uhuru Kenyatta gehört, in Brand gesetzt, offenbar als Vergeltung für einen weiteren Tag heftiger Proteste der Opposition. Es war keine Polizei in Sicht. Einige der Plünderer trugen Macheten andere fällten Bäume und viele andere stolen Vieh. Viele der Menschen waren mit Bussen hergebracht worden. Odinga, der mit Kenyatta verbündet ist, sagte der BBC, der Angriff auf die Farm des ehemaligen Präsidenten sei von der Regierung angeheuerten Tätern verübt worden. Die kenianische Regierung hat sich zu dieser Behauptung nicht geäußert.

Die katholischen Bischöfe in Kenia haben Politiker sowohl der von der Opposition geführten Azimio la Umoja-one Kenya Coalition Party als auch der kenianischen Kwanza-Regierung sowie alle Kenianer gewarnt, sich von Aufwiegelungen fernzuhalten, die das politische Klima anheizen, und sie haben dazu aufgerufen, gemeinsam zum Wohle und zur Entwicklung der Nation zu handeln. „Wir bitten den ehrenwerten Raila Odinga und alle aufgebrachten Anführer, andere Wege zu suchen, um die wichtigen Fragen zu klären“, und erinnerten die Anführer daran, dass die „Verfassung zwar Kundgebungen und Streikposten vorsieht, diese aber nicht das Ziel haben dürfen, eine verfassungsmäßige Regierung gewaltsam zu übernehmen oder zu destabilisieren“. Die Bischöfe betonten, dass das Land mit zu vielen Problemen konfrontiert sei, „vor allem mit Hunger und Lebenshaltungskosten“.

Nach Angaben der kenianischen Polizei wurden am Montag bei Protesten gegen die Regierung unter Führung des Oppositionsführers Raila Odinga ein Student getötet, 31 Beamte verletzt und 238 Personen festgenommen. Die Demonstranten waren am Montag in Nairobi und anderen Teilen Kenias einem Aufruf des Oppositionsführers Raila Odinga zu einem Aktionstag gegen die Regierung von Präsident William Ruto gefolgt. Odinga hat dazu aufgerufen, jeden Montag in Kenia zu protestieren und zu streiken. Die Inflation lag im Februar bei 9,2 % , während der Schilling mit einem Kurs von rund 130 zum US-Dollar ein Rekordtief aufweist.

Die Polizei hat Wasserkanonen und Tränengas eingesetzt, um die Demonstranten in der Hauptstadt Nairobi auseinanderzutreiben. Die landesweiten Proteste wurden von Oppositionsführer Raila Odinga geplant, der behauptet, dass die letzten Wahlen gestohlen wurden, wofür es keine Beweise gibt. Außerdem wirft er der Regierung vor, die hohen Lebenshaltungskosten nicht in den Griff zu bekommen. In den Kibera-Slums, wo Odinga eine große Anhängerschaft hat, kam es zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und den Demonstranten.

Ein unbefristetes Importverbot für Milchpulver wurde verhängt, um vor Überproduktion und niedrigen Preisen in Erwartung der langen Regenfälle zu schützen. Das Verbot verstößt gegen die Freihandelsabkommen der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC) über den freien Waren- und Dienstleistungsverkehr und den Gemeinsamen Markt. Uganda und Ruanda sind die beiden führenden afrikanischen Länder, aus denen Kenia Milchprodukte importiert. Eine beispiellos lange Dürre in der Region hat zu den aktuell hohen Milchpreisen geführt.

Der Kamnarok See im kenianischen Rift Valley war früher die Heimat von 10.000 Krokodilen, der zweitgrößte Ort nach dem Tschad See. Meist wegen Schwankungen der Wettersysteme ist der See fast gänzlich ausgetrocknet. Krokodilkadaver sind auf dem rissigen Boden verstreut. Die wenigen überlebenden Tiere sind in nahe gelegene private Dämme umgesiedelt. Nun sind die Anwohner besorgt wegen einem zunehmenden Konflikt zwischen Mensch und Tier.

Die Zentralbank von Kenia (CBK) hat die Geschäftsbanken angewiesen, nach einem Mangel an der Währung Dollars zu rationieren. Kenias Handelsminister Moses Kuria sagte, der Dollarmangel im Land liege außerhalb der Kontrolle der Regierung. Der Mangel sei zwar ein globales Problem; er beschuldigte aber auch Kenias Kultur, nämlich Dinge zu importieren, die vor Ort hergestellt werden können. Der kenianische Schilling hat seit über einem Jahr 9% gegenüber dem Dollar verloren, was die Lebenshaltungskosten in die Höhe treibt. Bankenexperten verbinden jedoch die anhaltende Dollarkrise und die anschließende Abschwächung des Schillings mit den strengen Interbanken-Forex-Vorschriften der kenianischen Zentralbank.

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