Schlagwort: Kenia

Im Beisein von Präsident Ruto und der EU – Kommisionschefin Von der Leyen wurde das Abkommen unterzeichnet, tritt aber erst nach der Ratifizierung durch die beiden Parlamente in Kraft. Kenia soll zollfreieren und unbegrenzteren Zugang für ausgewählte Produkte in die EU erhalten. Im Gegenzug muss Kenia seinen Markt schrittweise für EU- Produkte öffnen. Die EU ist bereits Kenias wichtigstes Exportziel und zweitgrößter Handelspartner mit einem Gesamtwert von etwa 3,3 Milliarden € in 2022.

Am Sonntagabend kam es zu einem Stromausfall, der weite Teile des Landes lahmlegte. Der Verkehrsminister forderte eine Untersuchung wegen „möglicher Sabotageakte und Vertuschung“ des dritten landesweiten Stromausfalls innerhalb von drei Monaten. Der Stromausfall begann gegen 20.00 Uhr und beeinträchtigte viele wichtige Einrichtungen, darunter den Hauptflughafen in der Hauptstadt Nairobi, der ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt ist. Der staatliche Stromversorger Kenya Power machte eine „Systemstörung“ für den Stromausfall verantwortlich und erklärte, das Problem werde von Technikern behoben. Beim Stromausfall im letzten Monat brauchten die Techniker über 12 Stunden, um die Stromversorgung wiederherzustellen. Am schlimmsten war der Stromausfall jedoch am 25. August – die längste Unterbrechung in der Geschichte Kenias. Die Ursache ist nach wie vor rätselhaft.

Die Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag „Jamhuri“ fanden in den Uhuru-Gärten („Freiheit“) statt, wo Kenias erster Präsident Jomo Kenyatta die Macht übernahm, nachdem er die britische Flagge gesenkt und die kenianische gehisst hatte und dies mit dem Pflanzen eines Baumes markierte.  Präsident William Ruto, der den Feiertag zum zweiten Mal als Staatsoberhaupt begeht, sagte: „Dieser Jahrestag gibt uns die Gelegenheit, als Familie zusammenzukommen und gemeinsam darüber nachzudenken, wie wir uns in den vergangenen sechs Jahrzehnten entwickelt haben…. dies ist ein Tag, um die erzielten Fortschritte zu feiern und zu betonen, dass die demokratische Glaubwürdigkeit der politischen Kultur Kenias stark und die institutionelle Reife über jeden Zweifel erhaben ist“. Jamhuri bedeutet auf Suaheli „Republik“, und der Feiertag markiert offiziell das Datum, an dem Kenia am 12. Dezember 1963, nach 68 Jahren britischer Herrschaft, unabhängig wurde.

Vier HIV-infizierte Frauen haben jeweils 20.000 Dollar Schadenersatz erhalten, weil sie ohne ihre Einwilligung sterilisiert wurden. Die Frauen kämpften 9 Jahre lang vor Gericht. Der Oberste Gerichtshof von Kenia entschied, dass diese Anwendung von BTL (bilateral tubal ligation) ohne informierte Zustimmung eine Verletzung der Grundrechte der Frauen darstellt, einschließlich des Rechts, eine Familie zu gründen. Der Schadenersatz, den sie erhalten, wird gemeinsam von Marie Stopes International und dem Pumwani Maternity Hospital sowie von der medizinischen Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF), die sie bei der Familienplanung beraten hat, gezahlt.

Die Zahl der Todesopfer durch Überschwemmungen ist in Kenia auf 136 gestiegen, da die Fluten Städte von der Landkarte verschwinden lassen. Nach Angaben des National El Nino Emergency and Disaster Response Command Centre lag die Zahl der vertriebenen Haushalte am Freitag bei 92.432, was 462.160 Menschen entspricht. In Tansania führten im vergangenen Monat stärkere Regenfälle als üblich zu Todesfällen und zur Zerstörung von Eigentum in der Hauptstadt Dar es Salaam und in den Gebieten Kigoma, Kagera, Geita und Unguja. Im Bezirk Hanang wurden 47 Menschen getötet. In einigen Teilen des Landes wurden Ernten weggeschwemmt, was die Lebensgrundlage der Menschen beeinträchtigt. Die tansanische Meteorologie Behörde hat gewarnt, dass die Regenfälle in diesem Monat anhalten werden.

Der Präsident hat erklärt, dass seine Regierung bereit ist, 35 staatliche Unternehmen zu privatisieren, die seiner Meinung nach derzeit aufgrund von Bürokratie ineffizient arbeiten. Um die Produktivität zu steigern, sagte Präsident William Ruto, dass auch 100 weitere Unternehmen für eine mögliche Privatisierung in Betracht gezogen würden. Rutos Ankündigung kommt zu einer Zeit, in der das Land vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen steht, darunter eine hohe Inflation und steigende Schulden.

Den Kenianern wurde ein Sonderurlaub gewährt, um 100 Millionen Bäume zu pflanzen. Dies ist Teil des Ziels der Regierung, innerhalb von 10 Jahren 15 Milliarden Bäume zu pflanzen. Die Regierung stellt rund 150 Millionen Setzlinge in öffentlichen Baumschulen zur Verfügung, damit diese auf ausgewiesenen öffentlichen Flächen gepflanzt werden können. Jeder wird auch aufgefordert, mindestens zwei Setzlinge zu kaufen, um sie auf ihrem eigenen Land zu pflanzen und so, das 100-Millionen-Ziel zu erreichen. Die Initiative soll dazu beitragen, den Klimawandel zu bekämpfen.

Der Feigenkaktus wurde in den frühen 1900er Jahren in Kenia eingeführt, als Blume für die Umzäunung der kolonialen Regierungsbüros.  Aber er verbreitete sich in ganz Laikipia Nord aus. Sein Vordringen behindert die Navigation von Wildtieren und verringert die Weideflächen. Einige Tiere, die die Früchte verzehren, bekommen aufgrund der kleinen Härchen der Pflanze Verdauungsprobleme. Die Iloplei Twala Cultural Manyatta Women Group zählt 203 Mitglieder. Sie ernten die Kaktusfeigen (prickly pear); diese werden zu Biogas verarbeitet.  Die Früchte des Kaktus sind essbar, wenn man sie von ihren scharfen Stacheln befreit; diese können dann verkauft oder weiterverarbeitet werden, zu Marmelade oder zur Herstellung von Kosmetika, Duschgel und Körperlotion. Auf diese Weise wird der Verbreitung des Kaktus Einhalt geboten und eine alternative Einkommensquelle geschaffen.

Die Überschwemmungen in Kenia haben am Wochenende zahlreiche Häuser zerstört, Hunderte von Hektar Ackerland vernichtet und mindestens 15 Menschen getötet. In Mombasa verursachten heftige Regenfälle Sturzfluten, die Häuser und Geschäfte wegspülten. Im Nordosten ist eine wichtige Verbindungsstraße zwischen den Bezirken Wajir und Mandera komplett abgeschnitten. Schwere Regenfälle wurden auch aus den Nachbarländern Tansania und Somalia gemeldet.

Kenias Währung ist auf ein Rekordtief von 150 Schilling pro Dollar gefallen. Die wirtschaftliche Lage in dem hoch verschuldeten und von der Inflation geplagten ostafrikanischen Land hat sich weiter verschlechtert. Der K.Sh hat im vergangenen Jahr gegenüber dem US-Dollar fast 24 % seines Wertes verloren. Diese Abwertung verteuert die Importe und erhöht die Verschuldung Kenias, die sich nach Angaben des Finanzministeriums Ende Juni auf mehr als 10.100 Milliarden Schilling (64,4 Milliarden Euro) belief, was etwa zwei Dritteln des Bruttoinlandsprodukts entspricht. Die Rückzahlung dieser Schulden, insbesondere an China, wird für die Regierung immer kostspieliger.

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