Schlagwort: Kamerun

Nach der Geiselnahme auf einem Öltanker des Konzerns Total vor der Küste Kameruns fordern nun die Rebellen Verbesserungen der Lebensbedingungen auf der ölreichen Halbinsel Bakassi. Sie drohen, die Geiseln zu töten falls Militär eingesetzt wird. Bakassi wurde im August von Nigeria an Kamerun übergeben. Man vermutet im Golf von Guinea bis zu 10 % der weltweiten Öl- und Gasvorkommen.

„Le Président“, die neueste Produktion des Filmemachers Jean-Pierre Bekolo, erzählt die Geschichte eines Greises, der nach 42 Jahren amtsmüde in einem stagnierten Land regiert. Da der Film eine Parodie des kamerunischen Staatschefs Biyah ist, der seit 30 Jahren an der Macht klebt, darf er als politisch gefährlich im Land seiner Herkunft nicht gezeigt werden. Dafür aber in Paris und Berlin.

Kamerun hat Nigeria beschuldigt, mehrere Attacken auf die erdölreiche Halbinsel Bakasi im Golf von Guinea unternommen zu haben. Der Internationale Gerichtshof hatte letztes Jahr das umstrittene Gebiet Kamerun zugesprochen. Nigeria weigerte sich bisher, seine dort stationierten Truppen abzuziehen.

Nach einer fünfjährigen Übergangszeit hat Kamerun endgülitig die Kontrolle über die Halbinsel Bakassi übernommen. In einem Streit mit Nigeria hatte der Internationale Gerichtshof 2002 den Ansprüchen Kameruns Recht gegeben. Unter den 40,000 Bewohnern sind viele Nigerianer, die jetzt die kamerunische Staatsbürgerschaft oder ein Visum beantragen müssen.

Zwei italienische Priester und eine Ordensfrau aus Kanada wurden in der Nacht zum Samstag von Bewaffneten entführt, nachdem diese ihr Haus geplündert hatten. Der Überfall ereignete sich in der Maroua Region, die an die von Boko Haram dominierten Teile Nigerias angrenzt. Die Missionare waren offenbar vorher bedroht worden, haben aber nicht schnell genug darauf reagiert. In derselben Gegend wurde im November 2013 der französische Priester Vandenbeusch entführt, der in der Silvesternacht unversehrt wieder freigelassen wurde.

Zwei Zeitungen haben Listen von Homosexuellen veröffentlicht, die öffentliche Diskussion hervorgerufen hat. Ein Minister und zwei Ärzte, die erwähnt werden, wollen gegen die Zeitungen gerichtlich vorgehen. Homosexualität ist in Kamerun gesetzlich verboten und kann mit maximal fünf Jahren Gefängnis bestraft werden.

Die Kirche der Siebentage Adventisten hat in Nordkamerun eine Radiostation eröffnet, die religiöse und soziale Programme für die 15 Millionen Fulanis in der Region senden wird.

Eine Firma aus Douala hat eine neue Einnahmequelle entdeckt: alte Batterien zu recyclen. Durch hohe Bleipreise auf dem Weltmarkt ist Batterienrecycling rentabel geworden und dient gleichzeitig der Umwelt . Hauptabnehmer ist die chinesische Automobilindustrie.

Von der Wirtin, die ihren Tufu (Maisbrei) auf Bananenblättern serviert, bis zum Umweltminister, der die Rückkehr zu traditionellen Verpackungen begrüßt, die Kampagne läuft. Hauptgrund ist die Angst vor Weichmachern in der Plastikfolie. Ein Chemieprofessor an der Universität von Jaunde hat als erster im Land vor Bisphenol A (BPA) gewarnt. Immer mehr Länder klären über gesundheitliche Risiken auf, verbieten BPA-haltige Produkte oder schränken deren Produktion ein.

Die Weltbank und der Internationale Währungsfonds haben Kamerun Schulden in Höhe von 3.8 Milliarden Euro, und damit 27% seiner Gesamtschulden, erlassen. Kamerun ist das 19. Land, das von der HPIC-Initiative profitiert hat, die jedoch nicht geeignet ist, das Schuldenproblem dauerhaft lösen.

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