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Die Regierung hat die Verwendung von 16 Titeln einer beliebten Kinderbuchserie "Diary of a Wimpy Kid"- in Schulen verboten, weil sie angeblich für LGBTQ-Rechte eintreten. Die Reihe verstoße gegen die Traditionen, Bräuche und Kulturen des Landes, so die Behörden. Schulen, die diese Bücher verwenden, müssen mit disziplinarischen und rechtlichen Maßnahmen rechnen, darunter auch mit dem Entzug ihrer Zulassung.

Zwei Monate nach der Ankündigung, 200-, 500- und 1.000-Naira-Scheine durch neue Scheine zu ersetzen, ist der Wert der mobilen Geldtransaktionen um ein Viertel auf 2,5 Billionen Naira (5,4 Milliarden US-Dollar) gestiegen. MTN Nigeria Communications, eine Sparte von Afrikas größtem Mobilfunkunternehmen, setzt 224.000 Agenten ein, um Menschen zu ermutigen, mobile Geldbörsen mit der alten Währung zu eröffnen. Nur 40 % der Nigerianer haben Zugang zu einem Bankkonto. Pendler, Gemeindemitglieder, die in den Kirchen den Zehnten geben, Autofahrer an Tankstellen, sowie Händler bekommen die Bargeldknappheit am meisten zu spüren.

Das Land hat mit Klimaschwankungen zu kämpfen. Unbeständiges Wetter ist Alltag:  Fluten zerstören Ernten; schlimme Dürren sind keine Seltenheit, und so brechen Einkommen weg. Seit 2019 unterstützt die Regierung des Bezirks Kirinyaga Bauern bei der Fischzucht.  Der Bezirk übernimmt die Kosten für die Teichfolie und zahlt im ersten Jahr das Futter für die Jungfische. Ein Fischteich ermöglicht bei starken Regenfällen Wasser zu sammeln und einen Teil davon zur Bewässerung zu nutzen. Ein Bauer hat, seit er mit der Fischzucht begonnen hat, seine Kaffeeernte auf 2.000 kg pro Jahr mehr als verdoppelt, und sein Gesamteinkommen verdreifacht. Die Fischereibehörde hat nach eigenen Angaben bisher etwa 20 landwirtschaftliche Gruppen und mehr als 1.350 Personen unterstützt.

Mehr als 40 % der Äthiopier gehören der orthodoxen Tewahedo-Kirche an, eine der größten und ältesten in Afrika. Doch nun kam es zu einer Spaltung in ihren Reihen, nachdem drei Bischöfe  ihr eigenes Patriarchat mit dem Namen "Oromia and Nations and Nationalities Synod" gründeten und sich so von der Mutterkirche abgespalten haben. Die Heilige Synode als offizielle Vertretung erklärte die Gruppe für "illegal". Dieser Schritt führte zu wochenlangen Unruhen, Spaltungen und Gewalt in einigen Regionen. Die Regierung hat Kundgebungen verboten und die sozialen Medien eingeschränkt. Der ökumenische Weltkirchenrat (ÖRK) äußerte sein "Bedauern" über die Entwicklung. Er rief Äthiopiens politische Führer auf, die äthiopisch-orthodoxe Tewahedo-Kirche in ihrem Bestreben zu unterstützen, Einigkeit und Frieden unter ihren Mitgliedern zu schaffen.

Heftige Regenfälle haben seit dem 12. Februar in zentralen Teilen der Provinz Maputo, einschließlich des Bezirks Boane und der Stadt Maputo, zu schweren Überschwemmungen geführt. Mindestens vier Menschen sind in den Fluten ums Leben gekommen; mehrere Straßen sind überflutet und Gebäude beschädigt. Die Behörden haben rund 14.000 Menschen evakuiert, mehr als 30. 000 sind betroffen. Die Vorhersagen deuten auf weitere Regenfälle bis mindestens 14. Februar hin. Südafrikas Ostprovinz Mpumalanga ist ebenfalls von Überschwemmungen betroffen. Teile des Krüger-Nationalparks wurden geschlossen.

Während die meisten afrikanischen Länder Beileidsbekundungen schickten, hat Tunesien – trotz Knappheiten im eigenen Land – sich der langen Liste der Länder angeschlossen, die Hilfe in die vom Erdbeben betroffene Türkei und Syrien schicken. Präsident Kais Sayed hatte sofort „humanitäre Hilfe“ bestellt, darunter über 15 Tonnen Decken und Lebensmittel. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat davor gewarnt, dass bis zu 23 Millionen Menschen von dem schweren Erdbeben betroffen sein könnten.

In 60 Jahren diplomatischer Beziehungen besucht erstmal ein russischer Außenminister das Land. Sergej Lawrow hat Mauretanien seine Unterstützung im Kampf gegen den Dschihadismus in der Sahelzone angeboten und erklärt, er respektiere die Position des Landes im Ukraine-Krieg. Im März 2022 stimmte es für eine UN-Resolution, in der Russland aufgefordert wird, seine militärischen Operationen in der Ukraine unverzüglich einzustellen. Nun bietet Russland Lieferungen von Kohlenwasserstoff-Kraftstoff, Lebensmitteln und Düngemitteln, sowie militärische Hilfe an. Mauretanien ist ein Schlüsselland zwischen dem Maghreb und Subsahara-Afrika.

Der Oberste Gerichtshof Nigerias hat am Mittwoch die für Freitag geltende Frist für die Abschaffung der alten Banknoten, die zu einer Bargeldkrise im Land geführt hatten, vorübergehend ausgesetzt. Viele Banken hatten nicht genug von den neuen Naira-Noten, was zu chaotischen Szenen führte, als die Menschen versuchten, sie zu bekommen. Es gab Kämpfe an Geldautomaten, Proteste und Angriffe des Mobs auf Geschäftsbanken.

Der nigerianische Tech-Unternehmer Dozy Mmobuos, mit einem geschätzten Nettovermögen von 7 Milliarden Dollar, steht kurz davor, den englischen Club Sheffield United für rund 90 Millionen Pfund zu übernehmen.  Er ist Eigentümer von Tingo Mobile PLC und Tingo International Holdings, was einen Großteil seines Nettovermögens ausmacht. Die digitale Agrarmarktplatz-Plattform Nwassa von Tingo Mobile versorgt Landwirte in Nigeria und darüber hinaus mit Wettervorhersagen, Informationen über Märkte und digitale Zahlungsmöglichkeiten über Tingo Pay. Sein erstes Projekt war "Flashmecash", Nigerias erste SMS-Banklösung. Später verkaufte er es mit gutem Gewinn.

Laut dem Internationalen Korruptionswahrnehmungsindex 2022 sind die Seychellen das am wenigsten korrupte Land Afrikas. Der Inselstaat behauptet diese Position–Platz 23 mit 70 Punkten–zum fünften Mal in Folge. Der CPI–Bericht bewertet die Wahrnehmung von Korruption im öffentlichen Sektor auf einer Skala von 0 bis 100: 100 sauber; 0 total korrupt. Den ersten Platz belegte Dänemark mit 90 Punkten, gefolgt von Finnland und Neuseeland mit je 87 Punkten. Deutschland ist mit 79 Punkten auf Platz 9. Die Seychellen liegen zwischen Österreich mit 71 und den USA 69 Punkten. Internationales Schlusslicht bilden Südsudan und Somalia mit 13 und 12 Punkten. Die Kommissarin der Antikorruptions Kommission, May de Silva, würdigte die Bemühungen ihrer engagierten Mitarbeiter zur Ausrottung der Korruption. Die Seychellen wollen weiterhin das am wenigsten korrupte Land Afrikas bleiben.

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