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Sudan – Nachdem die Behörden die Freilassung aller Personen angeordnet haben, die wegen ihrer Proteste gegen Bashir seit Dezember verhaftet wurden, haben die Dozenten ein Sit-in auf dem Hauptcampus angekündigt und ein Dokument veröffentlicht, in dem sie eine friedliche Machtübertragung fordern. Die Proteste sollen weitergehen bis die politischen und wirtschaftlichen Probleme gelöst sind. Auch will man die versprochene Freilassung abwarten. Bashir verspottet die „WhatsApp Demonstranten“; die sozialen Medien können ihn nicht stürzen.

Sudan – Schon sechs Wochen dauern die Proteste gegen seine Regierung. Nun will Bashir, neben Friedensgesprächen, auch Unterstützung für seine marode Wirtschaft suchen. Es war die Kürzung von Subventionen für Brot und Treibstoff, die die Proteste auslösten. Der Unmut der Bürger kann trotz Dutzenden von Toten nicht mehr gestoppt werden. Sie fordern Bashirs Rücktritt, der wegen des Haftbefehls von Den Haag risikoreich sein könnte. Aus Mangel an externen Partnern jedoch wird ein Sturz des Staatschefs kaum zu erwarten sein.

Sudan – Wegen dem verdreifachten Brotpreis fingen die Demos in der Provinzstadt Atbara am 19. Dezember an und breiteten sich rasant aus. Dutzende Menschen wurden in Khartum brutal erschossen. Es geht nicht mehr um Preise und Knappheit; die Bürger wollen sich befreien von dem seit 1989 andauernden autokratischen Regime von Omer al-Bashir, von Unterdrückung und Korruption, von Kriegen, Morden und Vertreibungen. Zwei Koalitionsparteien haben sich von der Regierung getrennt. Auch die Elite, darunter Offiziere, rückt von Bashir ab. Doch weil er mit Nachbarländern gute Netzwerke geschaffen hat und dem Westen versprochen hat, die illegale Migration aus dem östlichen Afrika zu unterbinden und dem internationalen Terror entgegen zu arbeiten, fühlt er sich vor äußerer Einmischung ziemlich sicher.

Sudan – Präsident al-Bashir hat ein Dekret erlassen, das diese Massen-Freilassung anordnete. Die meisten der Betroffenen waren vor drei Monaten in den Protesten gegen steigende Lebensmittelpreise und erhöhte Militärausgaben verhaftet worden, zur Empörung im In-und Ausland. Al-Bashir, fast 30 Jahre an der Macht, ist wegen Menschenrechtsverletzungen vor dem Internationalen Gerichtshof angeklagt, hat aber seine Hilfe in der internationalen Terrorbekämpfung angeboten und will auch seinen Ruf im eignen Land verbessern. Für die Wahlen in 2020 wolle er nicht mehr kandidieren.

Sudan – Nach Absichtserklärung mit dem russischen Nuklearkonzern „Rosatom“ und einem Fahrplan für die Umsetzung soll der Bau etwa anderthalb Jahre brauchen und bis 2020 mehr als 5000 Megawatt Strom erzeugen. Da der Sudan über die drittgrößten Uranvorkommen der Welt verfügt, ist Moskau sehr interessiert, seine Führerrolle in der Kernenergie auch im östlichen Afrika zu stärken.

Sudan – Sudan ist in ernsten Gesprächen mit der IAEA (Internatonal Atomic Energy Ageny). Bei dem Treffen in Wien wurde bestätigt, dass der Sudan gute Fortschritte in der Entwicklung von Personal, Technik und legaler Struktur gemacht hat, um die IAEA Bedingungen zu erfüllen und technische Hilfe für die friedliche Nutzung der Atomenergie zu erhalten. China soll Ostafrikas erstes AKW bauen.

Sudan – Seit 26 Jahren gibt es Krieg in Südkordofan, neu entflammt in 2011. Al-Bashir lässt Bomben abwerfen; die militanten Rebellengruppen wehren sich gegen die erzwungene Islamisierung. Sie sind in jeder Weise benachteiligt und wollen mehr Selbstbestimmung. Jetzt hat al-Hilu, der Anführer der SPLM-N in den Nuba Bergen und der Blue Nile Region, eine 6-monatige Waffenruhe erklärt. Auch die Regierung in Khartum hatte ein Ende der Kämpfe angekündigt, weil sie eine Annullierung der Sanktionen erhofft.

In einer bilateralen Partnerschaft will die Regierung 793.000 Hektar Land in sechs Standorten für 99 Jahre an die Turkei verpachten. Investoren wollen bis zu 10 Milliarden Dollar in landwirtschaftliche Projekte investieren.

Sudan – Trotz des internationalen Haftbefehls, der gegen ihn wegen Kriegsverbrechen vorliegt, reist Sudans Staatschef zum morgigen Gipfeltreffen der Arabischen Liga nach Amman. Die Organisation Human Rights Watch hat Jordanien aufgefordert, ihm die Einreise zu verweigern oder ihn festzunehmen. Bashir werden der Tod von 300.000 und die Flucht von zweieinhalb Millionen Menschen in der Region Darfur angelastet. Jordaniens König Abdullah besteht auf al-Bashirs Teilnahme. Meist reist er in Länder, die dem IStGH nicht angehören. In Südafrika kam er glimpflich davon.

Sudan – In der Region Kordofan hat der 70-jährige Ibrahim Yagoup Fudeili, dessen Schulbildung aus finanziellen Gründen abgebrochen wurde, jetzt das CPE – Abschlussexamen der Grundschule – geschrieben, in der Hoffnung, ein Gymnasium und später eine Uni zu besuchen. Zu Radio Dabanga sagte er, dass er Kinder und Jugendliche ermutigen will, am lernen zu bleiben, um ihr Land Sudan voranzubringen.

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