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Sudan – Premierminister Abdalla Hamdok, der im August vom elfköpfigen Souveränen Rat beauftragt wurde, eine Übergangsregierung zu bilden, hat einen Bombenanschlag auf seinen Konvoi unverletzt überlebt. Trotz solcher Zwischenfälle scheint sich die Demokratie im Sudan langsam zu stabilisieren. Nach monatelangen Protesten der Zivilgesellschaft entmachtete das Militär den damaligen Präsidenten Omar al-Bashir vor einem Jahr.

Sudan – Der gestürzte Präsident Omar al-Bashir soll an den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag ausgeliefert werden. Gegen ihn liegt seit 2009 ein Haftbefehl wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Die Armee und verbündete Milizen hatte 2003 in der Region Dafur etwa 300.000 Bewohner getötet und 2 Millionen vertrieben.

Sudan – Der Sudan erteilte Israel die Genehmigung seinen Luftraum zu überfliegen. Netanyahu bestätigte, dass das erste israelische Flugzeug am Samstag den Sudan in Richtung Südamerika überflog. Der neue Luftkorridor verkürzt die Strecke um 3 Stunden. Israel diskutiert eine rasche Normalisierung der Beziehungen zu seinem ehemaligen Feind.

Sudan – Die Übergangsregierung hat nicht nur die Partei des im April gestürzten Präsidenten Omar al-Bashir aufgelöst und enteignet, sondern auch das von dem Tyrannen erlassene „Gesetz der öffentlichen Ordnung“ aufgehoben und die Frauenrechte gestärkt. Bis jetzt galten im Sudan die restriktivsten Gesetze weltweit. Verhaftungen und Peitschenhiebe konnten Frauen für private Partys, Hosentragen und Kopftuchablegen treffen. Die Proteste, die zum Sturz der Militärdiktatur führten, wurden bis zu 70% von Frauen initiiert und durchgeführt.

Sudan – Gesichert in einem metallenen Käfig, muss der langjährige Machthaber sich u.a. für den Besitz ausländischer Gelder verantworten. Er räumte ein, vom saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman 25 Mio. Dollar per Privatjet erhalten zu haben, mit der Auflage, dass das Geld nicht zurückverfolgt wird. Daher ging es nie in eine Bank. Es sei aber nur für „Spenden“ eingesetzt worden, wie Universität und Militärkrankenhaus, nie für private Zwecke. Bashir wird auch der Tötung von tausenden Demonstranten angeklagt, und steht wegen des Völkermords von Darfur schon jahrelang unter internationalem Haftbefehl.

Sudan – Kurz nach dem Amtsantritt der mühsam geformten Übergangsregierung musste die neue Führung in der östlichen Provinz „Red Sea“ den Notstand erklären und den Gouverneur sowie den regionalen Sicherheitsrat entlassen. In der Haupt – und Hafenstadt Port Sudan waren bei ethnischen Auseinandersetzungen 16 Menschen getötet worden. Was die blutige Gewalt zwischen den Bani Amer und den Nuba Gruppen verursachte, ist noch nicht bekannt. Port Sudan ist das größte Handelszentrum des Landes und exportiert auch Öl aus Südsudan.

Sudan – Nach monatelangen Protesten haben Militär und Zivilisten sich auf eine gemeinsame Übergangsregierung geeinigt. Der „Souveräne Rat“, bestehend aus sechs Zivilisten und fünf Militär, soll den geschundenen Staat durch eine dreijährige Übergangszeit zu Wahlen und zu einer Zivilregierung führen. Der am 11. April gestürzte Staatschef al-Bashir steht diese Woche in Khartum vor Gericht. Er hatte während seiner Amtszeit Millionen von Saudi-Arabien erhalten; bei Durchsuchung seiner Residenz fanden Ermittler etwa 13 Mio. $ in drei verschiedenen Währungen.

Sudan – Trotz eines Abkommens zwischen dem Militär und der Zivilgesellschaft geht die Gewalt weiter. Fünf Schoolkinder wurden von Soldaten in El-Obeid bei einer Demonstration erschossen und der Ausnahmezustand erklärt. Im Juni kamen in Khartum 120 Menschen bei Protesten ums Leben. Verschlimmert haben sich auch die Lebensbedingungen. Der Wert des sudanesischen Pfunds stieg von 47 auf 70 Dollar. Die Inflationsrate und damit die Nahrungsmittelpreise steigen täglich. Nach mehreren Monaten ziviler Proteste geht den Demonstranten die Luft aus. Viele können nur noch einmal am Tag Essen.

Sudan – Nach monatelangen Demonstrationen mit über 100 Toten und langen, zähen Verhandlungen unter Vermittlung der Afrikanischen Union (AU) haben der regierende Militärrat und die Protestbewegung ein Abkommen zur Bildung einer Übergangsregierung unterzeichnet. In einem „souveränen Rat“ aus Vertretern des Militärs und der Protestbewegung sollen zunächst das Militär und später die zivile Opposition den Vorsitz übernehmen. Allerdings trauen die Demonstranten dem als General Hamiti bekannten Anführers des Militärs nicht, der jahrlange die berüchtigte Miliz Janjaweed befehligte. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate haben der neuen Regierung Hilfe in Milliardenhöhe versprochen.

Sudan – Nur wenige Tage nach der Unterzeichnung einer Einigung zwischen Armee und Demonstranten über die Bildung einer Übergangsregierung meldet das Staatsfernsehen einen versuchten Putsch und die Verhaftung von 12 Offizieren. Eine unabhängige Bestätigung des Vorfalls gibt es nicht. Ursache könnte ein Machtkampf zwischen verschiedenen Fraktionen innerhalb der Armee sein.

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