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Sudan – Trotz eines Abkommens zwischen dem Militär und der Zivilgesellschaft geht die Gewalt weiter. Fünf Schoolkinder wurden von Soldaten in El-Obeid bei einer Demonstration erschossen und der Ausnahmezustand erklärt. Im Juni kamen in Khartum 120 Menschen bei Protesten ums Leben. Verschlimmert haben sich auch die Lebensbedingungen. Der Wert des sudanesischen Pfunds stieg von 47 auf 70 Dollar. Die Inflationsrate und damit die Nahrungsmittelpreise steigen täglich. Nach mehreren Monaten ziviler Proteste geht den Demonstranten die Luft aus. Viele können nur noch einmal am Tag Essen.

Sudan – Nach monatelangen Demonstrationen mit über 100 Toten und langen, zähen Verhandlungen unter Vermittlung der Afrikanischen Union (AU) haben der regierende Militärrat und die Protestbewegung ein Abkommen zur Bildung einer Übergangsregierung unterzeichnet. In einem „souveränen Rat“ aus Vertretern des Militärs und der Protestbewegung sollen zunächst das Militär und später die zivile Opposition den Vorsitz übernehmen. Allerdings trauen die Demonstranten dem als General Hamiti bekannten Anführers des Militärs nicht, der jahrlange die berüchtigte Miliz Janjaweed befehligte. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate haben der neuen Regierung Hilfe in Milliardenhöhe versprochen.

Sudan – Nur wenige Tage nach der Unterzeichnung einer Einigung zwischen Armee und Demonstranten über die Bildung einer Übergangsregierung meldet das Staatsfernsehen einen versuchten Putsch und die Verhaftung von 12 Offizieren. Eine unabhängige Bestätigung des Vorfalls gibt es nicht. Ursache könnte ein Machtkampf zwischen verschiedenen Fraktionen innerhalb der Armee sein.

Sudan – Vertreter von Armee und Protestbewegung haben sich nach monatelangem teils blutigem Streit auf eine Machtteilung zwischen militärischen und zivilen Kräften für eine Übergangszeit von drei Jahren verständigt. In dieser Zeit sollen Neuwahlen vorbereitet werden. Vermittler waren Ägypten und die AU. Die politische Einigung könnte zu friedlicher Demokratie und zu Wirtschaftswachstum führen.

Sudan – Die Weigerung des Militärischen Übergangsrats, die Macht an eine Zivilregierung abzugeben, hat wieder zehntausende Sudanesen auf die Straße gebracht. Das Bündnis „Sudanese Professional Association“ (SPA) hat zu einem “Marsch der Millionen“ aufgerufen. Es gab Tote in Khartum, Obdurmam und Atbara und viele Verletzte in weiteren Städten. Es sind die ersten Massenproteste seit der gewaltsamen, blutigen Auflösung der Sitzblockade am 3. Juni.

Sudan – Nachdem in Khartum 40 Leichen aus dem Nil geborgen waren, hat sich die Opferzahl nach der Militärgewalt gegen die Sitzblockade drastisch erhöht. 300 Verletzte werden in Krankenhäusern behandelt. Die Militärführung sucht neue Gespräche, doch die Opposition winkt ab. Die UNO warnt vor einem Bürgerkrieg. In der Sitzung des Sicherheitsrats konnte wegen des Vetos von Russland, China und Kuweit keine Einigung erzielt werden.

Sudan – Nach monatelangen Massenprotesten haben die Menschen zum Sturz des Diktators al-Bashir beigetragen. Jetzt ist ihr Ziel eine Zivilregierung, doch das Militär hält an der Macht fest und hat die andauernden Sitzblockaden der Demonstranten in Khartum mit Tränengas und scharfer Munition aufzulösen versucht. 13 Menschen sollen getötet und viele andere verletzt worden sein.

Sudan – Kurz vor dem Sturz von al-Bashir hatte die Afrikanische Union dem Militär 15 Tage Zeit zur Machtübertragung gegeben. Nun sollen die Putschisten spätestens in 60 Tagen zugunsten der Zivilbevölkerung zurücktreten. Sonst wird der Sudan von der AU suspendiert. Der Friedens-und Sicherheitsrat erklärte, dass ein vom Militär geführter Übergang völlig unannehmbar ist und nicht dem Willen und Bestrebungen des sudanesischen Volkes entspreche. Der Diktator ist weg, aber nicht das System. Die Führer von Militär und Protestbewegung konnten sich bislang nicht einigen.

Sudan – Was im Dezember als Straßendemonstrationen anfing ist jetzt zu einem Sitzstreik geworden. Fünf Tage und Nächte harren Tausende vor dem Militär- Hauptquartier aus, um den Rücktritt al-Bashirs zu erzwingen. Dort fühlen sie sich am sichersten, weil das Militär die Demonstranten schützte gegen Polizei und Sicherheitskräfte, die mit Tränengas und Schüssen für mehrere Tote und Verletzte verantwortlich sind. Jetzt warten die Bürger auf die vom Militär angekündigte große Neuigkeit. Militärfahrzeuge haben wichtige Straßen in Khartum gesperrt und Radiosendungen werden durch Marschmusik unterbrochen. Man spekuliert, dass das Militär den Präsidenten zum Rücktritt zwingt oder einen Putsch veranschlagt. Das Gerücht ist, dass al-Bashir bereits zurückgetreten sei.

Sudan – Nach zwei Monaten fast täglicher Proteste hat Präsident al-Bashir vor dem Wochenende den Ausnahmezustand verhängt und seine ganze Regierung sowie alle Provinzregierungen entlassen. Sie werden durch Geheimdienst Offiziere ersetzt. Die Proteste, die den Umsturzparolen des „Arabischen Frühlings“ ähneln, haben an Fahrt gewonnen. Da al-Bashir unter Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs steht, klammert er sich an seine Macht. Überlegungen sind im Gange, ihm Straffreiheit anzubieten, wenn er sich friedlich zurückzieht.

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