Schlagwort: Sudan

Im Nordosten Afrikas am Roten Meer, an einer der wichtigsten Handelsstraßen der Welt, soll nach Vereinbarungen zwischen dem Sudan und Russland eine Marinebasis aufgebaut werden. In der für Moskau wichtigen Region wäre es nach Tartus in Syrien der zweite Stützpunkt. Die USA, Frankreich und China haben Marinestützpunkte in Dschibuti am Roten Meer. Im Herbst 2019 in Sotschi gab es den Russland- Afrika Gipfel, mit Vertretern aus mehr als 50 afrikanischen Ländern. Das russische Militär hat bereits Abkommen über eine Zusammenarbeit mit mehreren afrikanischen Regierungen; es werden Waffen und Technik geliefert. Russische Militärberater sind bereits in einigen afrikanische Staaten aktiv.

Über 6.000 Äthiopier sind in die sudanesischen Grenzprovinzen Kassala und al-Qadarif geflüchtet. Man nimmt an, dass es bis 200.000 werden könnten. Premierminister Abiy Ahmed hat eine Militäroffensive gegen die Regionalregierung von Tigray gestartet, die er für unrechtmäßig hält. Trotz internationaler Aufrufe zum Dialog sagte er, es werde keine Verhandlungen geben, bis die örtlichen Führer verhaftet und ihre gut bestückten Arsenale zerstört seien.

Der Sudan hatte nach den Arabischen Emiraten und Bahrain seine Beziehungen zu Israel normalisiert. Premierminister Benjamin Netanjahu sagte, er werde den Sudan beim Übergang unterstützen und  Weizen im Wert von 5 Mill. Dollar an seinen „neuen Freund“ Sudan schicken, da das Land unter einer Nahrungsmittelkrise leidet. Laut UNO Angaben sind 9,6 Mill. Menschen betroffen. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu versucht, Verbindungen zu arabischen und afrikanischen Staaten zu knüpfen, um mit ihnen gemeinsam gegen den Iran vorzugehen.

US-Präsident Donald Trump hat erklärt, dass der Sudan von der US-Liste staatlicher Terrorismus-Unterstützer gestrichen wird, wenn er eine Entschädigung von 335 Mill. US-Dollar zahlt. Der sudanesische Premierminister Abdalla Hamdok antwortete daraufhin, dass die Gelder zwar überwiesen worden seien, es aber keine sofortige Bestätigung der USA gebe. Der Sudan steht seit 1993 auf der Liste, als Al-Qaida-Führer Osama Bin Laden dort als Gast der Regierung lebte. Für internationale Firmen und Banken würde es einfacher werden, im Sudan Geschäfte zu machen. Auch wäre der Zugang zu multilateralen Geldgebern (z.B. IWF) leichter. Nordkorea, Iran und Syrien stehen noch auf der US-Liste.

Das Erdbeben, am Montag hatte die Stärke 4,4; es ist das zweite seiner Art in diesem Jahr. Menschen in der Region bestätigten, dass es in den 1940er Jahren zu einem Beben ähnlichen Ausmaßes gekommen sei. Der ostafrikanische Grabenbruch ist eine sich entwickelnde divergierende Plattengrenze in Ostafrika. Die somalische Platte zieht sich, vom Rest des Kontinents, der die nubische Platte umfasst, zurück. Die nubische und die somalische Platte trennen sich auch von der arabischen Platte im Norden, wodurch ein „Y“-förmiges Riftsystem entsteht.

Am 3.10.2020 wollen die sudanesische Regierung und die Rebellen ein Friedensabkommen unterzeichnen, um den jahrzehntelangen Krieg zu beenden, in dem Hunderttausende von Menschen gestorben sind. Das Abkommen soll in Juba, der Hauptstadt des benachbarten Südsudan, unterzeichnen werden. Die Beendigung der internen Konflikte im Sudan ist seit der Absetzung des langjährigen Machthabers Omar al-Bashir im vergangenen Jahr inmitten eines Volksaufstandes eine der obersten Prioritäten der amtierenden Übergangsregierung. „Dies ist ein historischer Tag. Wir hoffen, dass die Unterzeichnung die Kämpfe für immer beenden und den Weg für Entwicklung ebnen wird“, sagte Suleiman al-Dabailo, Vorsitzender der sudanesischen Friedenskommission.

Die Behörden versuchen, die alten Pyramiden von Meroe, die mehr als 2.300 Jahre alt sind, mit Sandsäcken und Wasser abpumpen, vor Überschwemmungen zu schützen. Der Nil hat nach heftigen Regenfällen eine bedrohliche Größe angenommen. Normalerweise ist das Hochwasser ein Segen und schafft fruchtbares Land, doch dieses Jahr haben Überschwemmungen fast 100 Menschen getötet und Tausende obdachlos gemacht.

Nach 17 Jahren Konflikt hat die Regierung sich mit mehreren Rebellengruppen  auf ein Friedensabkommen geeinigt. Das Abkommen adressiert Fragen der Sicherheit, des Landbesitzes, der Übergangsjustiz, der Machtteilung und der Rückführung Geflüchteter. Es sieht auch die Zerschlagung der Rebellentruppen und die Integration ihrer Kämpfer in die nationale Armee vor. Ziel ist unter anderem auch ein Frieden für die Region Darfur. Die Rebellen, meist aus nicht-arabischen Minderheitengruppen bestehend, lehnten sich gegen die wirtschaftliche und politische Marginalisierung von Seiten der Regierung in Khartum auf. Seit 2003 wurden 300.000 Menschen getötet und 2,5 Millionen zur Flucht gezwungen.

Die Übergangsregierung, mit Justizminister Abdulbari, kündigte weitere Reformen an. In der Übergangsverfassung wurde schon die Definition des Sudans als islamischer Staat gestrichen. Das Abfallen vom muslimischen Glauben soll nun entkriminalisiert werden. Auch ist es Nicht-Muslimen erlaubt, Alkohol zu konsumieren, unter der Bedingung „dass es nicht den Frieden stört“. Die Genitalverstümmelung bei Mädchen und Frauen ist auch unter Strafe gestellt worden.  Menschen, die diesen Eingriff vornehmen, können mit einer Gefängnisstrafe von bis zu 3 Jahren oder einer Geldstrafe verurteilt werden. Verantwortlichen Krankenhäusern und anderen Einrichtungen droht die Schließung.

 

Eine Geberkonferenz von 40 Ländern hat der Übergangsregierung von Abdalla Hamdok finanzielle Unterstützung in Höhe von 1.8 Milliarden Dollar zugesagt. Deutschland trägt 150 Millionen dazu bei. Damit sollen wirtschaftliche und soziale Programme finanziert werden. Obwohl die politische und wirtschaftliche Lage auch ein Jahr nach dem Sturz des Bashir-Regimes immer noch prekär bleibt, will die internationale Gemeinschaft die Reformbemühungen der Regierung weiterhin unterstützen.

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