Schlagwort: Südafrika

Das erste Ei auf pflanzlicher Basis kommt nun im Land auf den Markt. Im Einzelhandel wird es in einer Viererpackung im Tiefkühlregal verkauft. Zukünftig wird es auch bei allen Wellness Warehouse Einzelhändlern erhältlich sein und auf den Speisekarten von Restaurants im Großraum Kapstadt, Johannesburg und Durban stehen. Die Hauptzutat ist ein Protein aus der Mungobohne.  Nach Angaben des Herstellers „Infinite Foods“ ist „JUST Egg Folded“ cholesterinfrei, enthält mindestens so viel Eiweiß wie vergleichbare tierische Produkte und kann problemlos im Toaster, im Backofen, in der Pfanne oder in der Mikrowelle aufgewärmt werden.  Der durchschnittliche Südafrikaner isst etwa jährlich 7 kg Eier.

Syndikate könnten hinter einer millionenschweren Wilderei stecken – doch statt auf Nashorn-Horn oder Abalone Muscheln haben sie es nun auf endemische und gefährdete Sukkulenten abgesehen. In nur sechs Monaten wurden 11 Fälle verzeichnet. Einige Pflanzen können für Tausende von Dollar pro Stück verkauft werden. Die Wilderei dieser Pflanzen  ist in den Provinzen Nordkap und Westkap am stärksten ausgeprägt, die ein trockenes Klima haben, in dem Sukkulenten am besten gedeihen. Die Leute wollen diese wilden Pflanzen, die bis zu hundert Jahre lang wachsen können. Sie werden von Einheimischen ausgegraben und verkauft; „die Tragödie ist, sie pflücken nicht nur die Samen ab,“ so die südafrikanische Expertin Cornelia Klak. Wenn sich das Problem verschlimmert, könnte es zu einem verheerenden Verlust der biologischen Vielfalt in Südafrika führen. Die Nachfrage wird insbesondere von Sammlern in Korea und China angetrieben. Die Wilderei hat während der Pandemie zugenommen-

BioNTech und sein US-Partner Pfizer teilen mit, dass sie mit dem südafrikanischen Unternehmen Biovac zusammenarbeiten, um den Impfstoff Comirnaty® in Kapstadt herzustellen. Es können ab kommendem Jahr dann mehr als 100 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs produziert werden, die ausschließlich innerhalb der 55 Mitgliedsstaaten der afrikanischen Union verteilt werden sollen.

Während das Land im Chaos zu versinken drohte, gewinnen die Stimmen der Vernunft die Oberhand. Die katholische Bischofskonferenz (SACBC) mahnt, „Wir sollten nicht zulassen, dass die Meinungsverschiedenheiten über politische Angelegenheiten von kriminellen Absichten missbraucht werden, um Anarchie in unserem Land zu schaffen, die zu einer noch schlimmeren sozialen und wirtschaftlichen Situation führen wird, als wir als wir uns gegenwärtig befinden“. Der König der Zulu, ruft zu einem Ende der Unruhen auf, „Ich rufe zum Frieden auf… die Gewalt hat große Schande über uns alle gebracht. Dieses Chaos zerstört die Wirtschaft, und es sind die Armen, die am meisten leiden werden“. RebuildSA Facebook, eine Freiwilligengruppe, hat bereits fast 27.000 Mitglieder, die bereit sind, geplünderte Einkaufszentren aufzuräumen, Geld zu spenden und Lebensmittel zu transportieren.

Nach der Verhaftung des ehemaligen Präsidenten Jacob Zuma am Mittwoch kam es in den letzten Tagen in ganz KwaZulu-Natal zu Gewalt und Plünderungen. Die Ausschreitungen von Zumas Anhängern begannen in seiner Heimatprovinz und breiteten sich am Wochenende auf die Provinz Gauteng und Johannesburg aus. Hauptverkehrsstraßen wurden mit brennenden Trümmern blockiert, die Infrastruktur beschädigt, Geschäfte geplündert und mindestens 33 Lastwagen abgefackelt. Die Autobahn N3 Johannesburg – Durban war für viele Stunden blockiert. Der städtische Busverkehr in eThekwini (Durban) ist ausgesetzt und auch Taxis werden in der Provinz nicht fahren.

Kurz vor seiner Verhaftung (40 Min.) stellt Ex-Präsident Zuma sich den Behörden. Hunderte seiner Anhänger, einige mit Gewehren, Speeren und Schilden bewaffnet, hatten sich in der Nähe seines Wohnortes versammelt, um zu versuchen, seine Verhaftung zu verhindern. Er war zu einer 15-monatigen Haftstrafe verurteilt worden, weil er sich einer Anordnung widersetzt hatte, bei einer Untersuchung über Korruption während der neun Jahre, in denen er Präsident war, auszusagen. Die Vorwürfe waren bereits während seiner Amtszeit (2009 bis 2018) erhoben worden. Seine eigene Partei, der Afrikanische Nationalkongress (ANC), hatte Zuma wegen Korruption und Vetternwirtschaft zum Rücktritt gedrängt. Kritiker gaben ihm den Spitznamen „Teflon-Präsident“ für seine Fähigkeit, die Justiz zu umgehen. Der ANC rief seine Mitglieder dazu auf, „ruhig zu bleiben und die Entscheidung des ehemaligen Präsidenten Jacob Zuma zu respektieren, sich an die Urteile des Gerichts zu halten“.

Südafrika hat eine der liberalsten Verfassungen der Welt, die gleichgeschlechtliche Ehen für alle und Polygamie für Männer zulässt. Nun schlägt ein Dokument auch die rechtliche Anerkennung von muslimischen, hinduistischen, jüdischen und Rastafari-Ehen und Polyandrie vor. Der neue Gesetzesvorschlag wird weitgehend begrüßt; nur an dem Vorschlag, dass eine Frau mehr als einen Ehemann (Polyandrie) hat, scheiden sich die Geister. Charlene May, eine Anwältin des Women’s Legal Centre, argumentiert: „Es ist wichtig .. die Menschenrechte aufrechtzuerhalten …wir können die Gesetzesreform nicht ablehnen, weil sie bestimmte patriarchalische Ansichten in unserer Gesellschaft in Frage stellt.“ Polyandrische Gesellschaften gibt es heute noch vor allem in Asien und in einigen Ländern Afrikas (z.B. Kongo, Nigeria). Die fraternale Polyandrie (alle Brüder eine Frau) ist die häufigste heute noch existierende Form der Polyandrie.

Emmanuel Taban war erst 17 Jahre alt, als er – bereits geprügelt, inhaftiert und angeschossen – seine Heimatstadt Juba im kriegszerrütteten Südsudan verließ. Heute ist er einer der berühmtesten Lungen Spezialisten in Afrika. Seit dem Ausbruch der Pandemie hat er in einer Johannesburger Klinik über 170 Covid19 Patienten vor dem Erstickungstod bewahrt. Er revolutionierte die  diagnostische Bronchoskopie für therapeutische Zwecke, riskant aber effektiv, wandte sie aber nur an, wo sonst nichts mehr half. In seiner Autobiografie „Der Junge, der niemals aufgab“ dankte ihr den katholischen Missionaren, die ihm zur ersten Bildung verhalfen und ihn auf seiner langen Flucht unterstützten, sowie den Deutschen, weil er dort einen Teil seiner medizinischen Ausbildung erhielt.  Den Rest seines Lebens will er medizinische Hilfe geben und am Weltfrieden mitwirken.

Bis zu 3.000 Menschen aus ganz Südafrika strömten in das abgelegene Dorf KwaHlathi, in der östlichen Provinz KwaZulu-Natal, nachdem ein Hirte auf einem offenen Feld einen unbekannten Stein entdeckt und die Nachricht verbreitet hatte. Nun teilten die Behörden mit, dass es sich nicht wie erhofft um Diamanten, sondern um Quarzsteine mit relativ geringem oder gar keinem Wert handelt. Auf einer Fläche von etwa 5 Hektar wurden erhebliche Schäden angerichtet, das Land ist mit Löchern von bis zu einem Meter bedeckt, was eine Gefahr für das Vieh darstellt.

Das türkische Unternehmen Karpowership sollte bis August nächsten Jahres etwa 1 220 Megawatt Strom von drei vor der Küste des Landes verankerten Schiffskraftwerken liefern. Das Genehmigungsverfahren für das Projekt in der Saldanha Bay ist nun gestoppt, damit die Beschwerden der Umweltorganisation Green Connection untersucht werden können. Der Unterwasserlärm, der mit der Anlage verbunden ist, die Karpowership in der Bucht anlegen will, beeinträchtigt das Meeresleben und die Fischerei; zudem bindet es Südafrika für 20 Jahre an die Nutzung eines fossilen Brennstoffs, der zum Betreiben der Motoren gebraucht wird.

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