Schlagwort: Südafrika

Südafrika erlebt einen starken Anstieg in Gewaltkriminalität: Tötungsdelikte (auch von Kindern) und Vergewaltigungen. Die Polizei meldet von Juli bis September 6100 Morde, 20,7% mehr als im selben Zeitraum letztes Jahr. Es wurden 9556 Vergewaltigungen gemeldet, ein Anstieg von 7,1%. Die Dunkelziffer ist viel höher. Polizeiminister Bheki  Cele beschreibt die sexuelle Gewalt als „eine Schande und zutiefst verstörend“. Präsident Cyril Ramaphosa hat alle Männer aufgerufen, sich gegen geschlechtsspezifische Gewalt zu stellen. Der diesjährige 16-tägige Aktivismus gegen sexuelle und häusliche Gewalt, der diese Woche beginnt, soll „über bloße Worte hinausgehen“.

Es klingt kontrovers, doch arbeiten im Auftrag der Umweltorganisation „The Nature Conservancy“ 350 Holzfäller auf 54.000 Hektar rund um Kapstadt, um invasive Bäume, besonders Kiefern, zu fällen. Mit ihren tiefen Wurzeln nehmen sie enorm viel Wasser auf und konkurrieren mit der einheimischen Vegetation. Diese „kolonialen“ Bäume wurden wegen der Holzindustrie am Kap eingeführt. Wenn sie in den Einzugsgebieten im Großraum Kapstadt gerodet werden, können 55 Mrd. Liter Wasser eingespart werden, d.i. 2 Monate Wasserversorgung für Kapstadt. Das Projekt fing vor zwei Jahren an, als die Großstadt praktisch kein Wasser mehr hatte. Die Angst vor dem „Day Zero“, wenn alle Wasserhähne  trocken sein würden, ist noch tief im Gedächtnis der Kap Bewohner.

Südafrikas ehemaliger Präsident und Friedensnobelpreisträger leitete mit einem radikalen Reformkurs die Abschaffung des Apartheid-Regime ein. Er ordnete während seiner Amtszeit die bedingungslose Freilassung von Nelson Mandela an. Beide verhandelten gemeinsam den Übergang Südafrikas zu einer Demokratie, in der alle Menschen die gleichen Rechte haben. Nach der ersten freien Wahl am 27. April 1994 diente de Klerk in der Regierung Mandelas als Vizepräsident. 1997 zog er sich zurück.

Nach J.M. Coetzee, Nadine Gordimer hat Damon Galgut für seinen Roman „The Promise“ den Booker Prize 2021 erhalten. Im Roman geht es um den gesellschaftlichen Konflikt seiner Heimat Südafrika, anhand der weißen Farmerfamilie Swart, vom Apartheid-Systems bis in die unmittelbare Gegenwart. Insgesamt 5 seiner Bücher sind bereits ins Deutsche übersetzt worden.

Heute beginnen im ganzen Land die Prüfungen für das National Senior Certificate (NSC), dem Abitur. Fast 900 000 Schüler werden die Prüfungen ablegen. Die Prüfungen folgen auf ein weiteres Jahr, in dem Covid-19 das Lernen gehindert hat. Die Zahl der Kandidaten in KwaZulu-Natal ist die höchste seit 6 Jahren. 1004 Prüfungszentren wurden akkreditiert, darunter 652 öffentliche Regelschulen, 244 unabhängige Schulen, 97 AET-Zentren, und acht Gefängnisse.

Die größte südafrikanische Metallarbeitergewerkschaft (NUMSA), mit rund 155.000 Mitgliedern, ruft nach dem Scheitern der Lohnverhandlungen mit den Arbeitgebern zu einem unbefristeten Streik auf. NUMSA hatte eine allgemeine Lohnerhöhung von 8 % im ersten Jahr eines Tarifvertrags und eine Erhöhung in Höhe der Inflationsrate plus 2 % für die folgenden zwei Jahre gefordert. Der Industrieverband Steel and Engineering Industries Federation of Southern Africa hatte 4,4 % für 2021, Inflation plus 0,5 % im Jahr 2022 und Inflation plus 1 % im dritten Jahr angeboten. Die jährliche Inflationsrate liegt derzeit bei etwa 5 %. Es gab landesweit Demonstrationen und Kundgebungen; in Johannesburg gingen Tausende auf die Straße.

Vogelschützer berichten, dass in Simonstown, 63 vom Aussterben bedrohte afrikanische Pinguine von einem Bienenschwarm getötet worden. Die Kap-Honigbienen sind Teil des lokalen Ökosystems. Die Pinguine wurden an einem Strand mit mehreren Bienenstichen, aber ohne andere körperliche Verletzungen gefunden. Die Obduktion ergab, dass die Vögel um die Augen herum gestochen worden waren. Afrikanische Pinguine zeichnen sich durch ihre geringe Größe aus. Sie leben an der Küste und auf den Inseln Südafrikas und Namibias, wurden aber auch schon bis nach Gabun gesichtet. Die südafrikanische Nationalparkbehörde (SANParks) erklärt: „Die Proben werden noch auf andere Toxizitätsmöglichkeiten und Krankheiten untersucht, um andere mögliche Ursachen auszuschließen“.

Eine Anhörung über die Pläne, die Provinzen KwaZulu-Natal und Ostkap über eine Mautstraße entlang der N2 zu verbinden, eskalierte. In Amadiba kam es zu einem Kampf zwischen einigen Anwohnern und der Polizei, die sogar Tränengas einsetzte. Das Treffen fand nach einem langen Streit zwischen dem Bergbauunternehmen Sanral und einigen Gemeindemitgliedern über den Bau der Straße statt, von dem einige befürchten, dass er nur ein Vorwand ist, um Titanabbau in dem Gebiet zu betreiben. Die geplante N2-Mautstraße wird durch die Gemeinde Sigidi verlaufen. Im Jahr 2002 wurden an der Küste von Xolobeni seltene Mineralien entdeckt. Mineral Sand Resources (MSR), eine Tochtergesellschaft des australischen Unternehmens Mineral Commodities Ltd, beantragte den Abbau dieser Mineralien. 

Eine Kaltfront bringt Schnee in mehrere Teile des Landes, darunter das Westkap, KwaZulu-Natal und das Ostkap. Der Wetterdienst warnt, dass Städte und Gemeinden durch den herannahenden Schneesturm „abgeschnitten“ werden könnten. In einigen Gebieten des Westkaps wurden mehr als 20cm Schnee und eisige Bedingungen verzeichnet.

Bei den jüngsten Unruhen und Plünderungen wurde in Durban ein Lagerhaus für Chemikalien in Brand gesetzt. Es dauerte mehr als eine Woche, um den Brand unter Kontrolle zu bringen und die Flut von Chemikalien einzudämmen, die bei den Löscharbeiten in die nahegelegene uMhlanga-Mündung gelangte. Das wahre Ausmaß der Schäden ist zwar nicht öffentlich bekannt, aber Hunderte von Subsistenzfischern mussten mit ansehen, wie die Gewässer, in denen sie lebenslang gefischt haben, abgesperrt wurden. Die in indischem Besitz befindliche giftige Chemiefabrik war Teil eines speziellen „Schnellspur“-Programms der nationalen Regierung für wirtschaftliche Investitionen, ohne dass spezifische Genehmigungen für den Umweltschutz oder gefährliche Stoffe erteilt wurden und ohne dass die örtlichen Behörden eine Prüfung vornahmen. In dem Lagerhaus wurden 1.600 verschiedene Stoffe gelagert und man nimmt an, dass es Jahre dauern könnte, bis sich die Umwelt von der Verseuchung erholt. Das Unternehmen erklärte, es sei „bemüht, alle Anstrengungen zu unternehmen, um (seine Chemikalien) aus der Umwelt zu entfernen“, und bestätigte, dass das Lager eine Reihe von Pestiziden und Fungiziden enthielt, die Haut-, Augen- und Atemwegsreizungen verursachen können.

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