Schlagwort: Südafrika

Gegen das US-Pharmaunternehmen Johnson & Johnson und gegen die belgische Tochtergesellschaft von J&J, Janssen Pharmaceuticals wird in Südafrika ermittelt. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, „wettbewerbswidrige Praktiken und überhöhte Preise“ für Bedaquilin, ein Tuberkulosemedikament, das unter dem Markennamen Sirturo verkauft wird, praktiziert zu haben. Südafrika braucht dringend die Medikamente, denn Tuberkolose ist die häufigste Todesursache mit mehr als 50 000 Todesfällen im Jahr 2021. Im Land leben mehr als 7 Millionen Menschen mit HIV, mehr als in jedem anderen Land der Welt. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation ist fast ein 1/3 der Todesfälle bei Menschen mit HIV/Aids auf Tuberkulose zurückzuführen.

Der Zulu Häuptling Mangosuthu Buthelezi, eine hervorragende und umstrittene Figur in der südafrikanischen Politik, ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Er hat fast das Land gespaltet, als er während des Apartheid Regimes die Zulu Inkatha Partei gründete, weil ihm der ANC zu extrem war und er einen moderaten Weg zur Freiheit suchte. Es kam zu Zusammenstößen zwischen den Anhängern der beiden Parteien mit Tausenden Toten. Nelson Mandela stiftete Frieden und machte den klugen Politiker zum Innenminister der ersten schwarzen Regierung, von 1994 bis 2004. 44 Jahre, bis 2019, war Buthelezi  Parteivorsitzender der Inkatha Freedom Party. Präsident Cyril Ramaphosa ehrte den verstorbenen Zulu Prinz Buthelezi für seinen enormen Beitrag zum politischen und kulturellen Leben Südafrikas und zu dem schwierigen Weg in die Freiheit in 1994. Der vielseitig begabte Zulu Häuptling Buthelezi spielte 1964 in dem Film Zulu die Rolle seines eigenen Urgroßvaters, des Zulu Königs Cetshwayo.

Die Demokratische Allianz (DA) lud 7 politische Parteien zu einem 2tägigen nationalen Konvent ein,  um den regierenden Afrikanischen Nationalkongress (ANC) vor den nationalen Wahlen im Jahr 2024 von der Macht zu entfernen Die versammelten Parteien, darunter ActionSA, Freedom Front Plus, Inkatha Freedom Party (IFP), United Independent Movement (UDM), Spectrum National Party (SNP) und die Independent South African National Civic Organization (Isanco), wollen eine eigene Koalitionsregierung bilden – nachdem jede Partei ihre „nicht verhandelbaren“ Ideale aufgelistet hat. Ein weiteres Thema, mit dem sich die Parteien befassen werden, ist der Name des sogenannten Moonshot Pact Convention. Einige politische Parteien lehnten jedoch ihre Einladung ab, da die offizielle Oppositionspartei des Landes sich ebenfalls auf eine Koalition mit dem ANC vorbereitete. Die Afrikanische Christdemokratische Partei (ACDP), die UDM und die Economic Freedom Fighters (EFF), die lokale Koalitionspartner der DA sind, gehörten zu den wichtigsten Parteien, die der Konferenz fernblieben.

Die katholische Kirche erklärt, dass sie im Namen lungenkranker Bergleute eine Sammelklage gegen Bergbauunternehmen in Südafrika durch die Gerichte bringt. Kohle ist ein Grundpfeiler der südafrikanischen Wirtschaft, beschäftigt fast 100.000 Menschen und macht 80 % der Stromerzeugung aus. Die Industrie konzentriert sich auf die östliche Region Mpumalanga, die nach Angaben der Umweltschutzorganisation Greenpeace zu den Regionen mit der schmutzigsten Luft der Welt gehört.

Julius Malema, der Führer der linksradikalen Oppositionspartei Economic Freedom Fighters (EFF) hat die Staats-und Regierungschefs Chinas, Indiens und Brasiliens aufgefordert, aus Solidarität mit Putin nicht zum bevorstehenden BRICS-Gipfel zu kommen. Wenn ein Mitglied angegriffen wird, berührt das alle. Putins möglicher Besuch in Südafrika stellte die Behörden wegen des bestehenden Haftbefehls vom Internationalen Gerichtshof vor ein diplomatisches Dilemma. Seinen Präsidenten Ramaphosa bezeichnete Marlema als Feigling, weil er die Sicherheit Putins nicht garantieren konnte. Putin selbst löste das Problem indem er eine persönliche Teilnahme absagte.

„Zweiundzwanzig Länder sind formell an die BRICS-Länder herangetreten, um Vollmitglieder der Gruppe zu werden, und ebenso viele Länder haben informell angefragt, ob sie BRICS-Mitglieder werden können“, sagte Südafrikas Botschafter für Asien und die BRICS, Anil Sooklal. Er führte weiter aus: „Die BRICS sind nicht nur die treibende Kraft der globalen Stärke bei dem Versuch, die Bruchlinien in der Weltpolitik zu verändern, sondern sie verändern auch das Geschehen im globalen Wirtschaftsraum“. Das nächste Gipfeltreffen findet vom 22. bis 24. August in Johannesburg statt. 69 Länder sind dazu eingeladen, darunter auch afrikanische Länder. Der französische Präsident Emmanuel Macron hat um die Teilnahme am Gipfel gebeten, aber es wurde noch keine Entscheidung getroffen. Siehe dazu BRICS-Staaten fordern den Westen heraus

Südafrika ist nach Kenia, Simbabwe und Uganda das vierte Land auf dem Kontinent, das die Gebärdensprache als offizielle Sprache anerkennt. Die 12 offiziellen Sprache Südafrikas: isiZulu ((23,8 %= Muttersprache), isiXhosa (17,6 %), Afrikaans (13,3 %), Northern Sotho (9,4 %), Englisch (8,2 %), seTswana (8,2 %), seSotho (7,9 %), xiTsonga (4,4 %), siSwati (2,7 %), Venda (2,4 %) und isiNdebele (1,6 %). Schätzungen zufolge gibt es im Land 600.000 Gehörlose und 1,4 Millionen Menschen mit Hörverlust.

Präsident Cyril Ramaphosa hat erklärt, dass die Verhaftung von Wladimir Putin – sollte er nächsten Monat zum Gipfeltreffen der Brics-Staaten in Johannesburg teilnehmen – eine Kriegserklärung an Russland darstellen würde. Gegen den russischen Präsidenten liegt ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) vor. Die oppositionelle Demokratische Allianz (DA) ist vor Gericht gegangen, um die südafrikanischen Behörden – ein IStGH-Mitglied – zu zwingen, die Verhaftung vorzunehmen.

Sukkulenten sind Pflanzen, die Wasser in ihren Blättern und Stängeln speichern. Sie werden wegen ihrer Schönheit und Seltenheit geschätzt, aber sie werden auch in einem alarmierenden Ausmaß gewildert. Es gibt eine steigende Nachfrage und der illegale Markt weitet sich aus. Die gleichen kriminellen Organisationen, die illegale Abalone oder Nashornhorn schmuggeln, handeln auch mit Sukkulenten. Die Syndikate betreiben einen grenzüberschreitenden Handel, da diese Pflanzen auf Märkten wie den USA, der EU und China, immer beliebter werden. Diese Wilderei stellt eine ernsthafte Bedrohung für das Überleben vieler Sukkulenten Arten in ihren natürlichen Lebensräumen dar, stören die empfindlichen Ökosysteme und untergraben die Bemühungen um die Erhaltung der Arten. Einer dieser Hotspots ist die „Sukkulenten Karoo“, die sich über 116.000 Quadratkilometer in den südafrikanischen Provinzen West- und Nordkap erstreckt und sogar bis nach Namibia reicht.

Präsident Cyril Ramaphosa und sein kongolesischer Amtskollege Felix Tshisekedi haben vereinbart, das gigantische kongolesische Wasserkraftwerksprojekt Inga 3 wiederzubeleben, von dem sich Südafrika einen Beitrag zur Lösung seiner lähmenden Stromkrise erhofft. Das 14-Milliarden-Dollar-Projekt Grand Inga Dam ist eine Reihe von sieben geplanten Wasserkraftwerken am Kongo-Fluss. Inga 3, das 2013 mit Unterstützung der Weltbank angekündigt wurde, sollte 11 GW Strom liefern, vor allem für den Export nach Südafrika und für Minen im Osten des Kongo. Die Weltbank kündigte jedoch 2016 ihre Beteiligung auf. Kongos Präsident Felix Tshisekedi erklärte, er habe in den letzten Wochen Gespräche mit potenziellen neuen Partnern, darunter China, geführt.

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