Schlagwort: Südafrika

Nach den heftigen Luftangriffen Israels auf den Gazastreifen in der Nacht zum Sonntag hat Südafrika alle seine Diplomaten aus Tel Aviv zurückgerufen. Die Bombardierung war eine der schwersten, die Israel seit Beginn des Krieges vor einem Monat durchgeführt hat. Nach Angaben des Al-Shifa-Krankenhauses in Gaza-Stadt wurden etwa 200 Menschen getötet. Südafrika ist nicht das erste Land, das seine Diplomaten aus Protest gegen die Militäroperation im Gazastreifen aus Israel abberuft – der Tschad, Chile und Kolumbien haben dies bereits getan.

Nach dem neuen Bildungsgesetz (Bela) können Eltern bis zu 12 Monate ins Gefängnis gehen, wenn ihre Kinder nicht zeitig eingeschult werden oder die Schule schwänzen. Bela führt auch ein Verbot der körperlichen Bestrafung ein. Die größte Oppositionspartei, die Demokratische Allianz, verurteilt das Gesetz; es gebe dem Staat zu viel Kontrolle über die Schulen. Der Gesetzentwurf wurde mit 223 Stimmen gegen 83 angenommen. Eine kürzliche Studie ergab, dass 8 von 10 südafrikanischen Schulkindern im Alter von 10 Jahren Schwierigkeiten beim Lesen haben.

Tausende überfluteten die Straßen der Hauptstadt Pretoria, als die Rugbymannschaft, die Springboks, nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft zurückkehrte. Sie haben das Turnier zum vierten Mal gewonnen. Auf ihrer Siegertour werden die Springboks Johannesburg, Soweto, Kapstadt, Durban und East London besuchen. Präsident Matamela Cyril Ramaphosa hat den 15. Dezember 2023 zu einem Feiertag erklärt hat, um den Sieg landesweit zu feiern.

Das französische Kohlenwasserstoffunternehmen TotalEnergies kann mit seinen Plänen für Öl- und Gasbohrungen vor der Westkapküste fortfahren, nachdem Umweltministerin Barbara Creecy einen Einspruch von 18 Nichtregierungsorganisationen und Einzelpersonen zurückgewiesen hat. Innerhalb von 180 Tagen können sie eine gerichtliche Überprüfung der Entscheidung beantragen.

Wissenschaftler haben im Krüger – Nationalpark eine Studie durchgeführt, die zeigt, dass wilde Säugetiere menschliche Stimmen mehr fürchten als das Knurren von Löwen. Durch an Wasserlöchern  aufgestellte Lautsprecher ließen sie menschliche Stimmen abspielen. Etwa 95% der Tiere waren verängstigt und rannten weg. Des Knurren von Löwen löste weit weniger Alarm aus. Diese Erkenntnis will man nutzen, um den Gebieten, die auf Wildtier – Tourismus angewiesen sind, zu helfen, dass die menschlichen Besucher die Tiere, die sie sehen wollen, nicht unbewusst abschrecken. Auch hofft man, gefährdete Arten zu schützen. Menschliche Stimmen, an Wilderei-Hotspots angebracht, könnten z.B. die vielbegehrten Nashörner von diesen für sie tödlichen Orten fernhalten.

Über 100 in Russland ausgebildete Medizinabsolventen sitzen zu Hause ohne Arbeit. Laut einem Memorandum of Demands, das diese im Ausland ausgebildeten Ärzte verfassten, haben sie ihre Anträge beim Health Professions Council of South Africa (HPCSA) und der südafrikanischen Regierung eingereicht, um offiziell anerkannt und eingeladen zu werden, ihre Prüfungen abzulegen, damit sie als Ärzte praktizieren können. David Mametja, Abteilungsleiter des (HPCSA), sagt, dass die Verzögerung bei der Aufnahme von mehr im Ausland ausgebildeten Ärzten, die ihr Examen ablegen wollen, darauf zurückzuführen ist, dass nicht genügend medizinische Fakultäten diese Absolventen für die theoretischen und praktischen Prüfungen unterbringen können. Emmanuel Mnisi, einer der Medizinstudenten berichtet, er habe 11 Jahre lang studiert, um Arzt zu werden, aber heute kellnere er in Johannesburg in lokalen Restaurants, um seine Familie zu unterstützen.

Am Wochenende haben hohe Wellen, starker Wind und die Springflut in den Küstengebieten des West- und Ostkaps sowie in KwaZulu-Natal Verwüstungen angerichtet. Viele Häuser wurden durch die schiere Kraft des Wassers beschädigt. Die massiven Wellen waren durch ein Tiefdruckgebiet verursacht worden. Da die Winde über einen langen Zeitraum hinweg wehten, wurden die Wellen immer größer und stärker, so dass sie vor allem in KwaZulu-Natal fast neun Meter hoch wurden. Der Wind war nicht der einzige Faktor, der die Wellen verstärkte; auch die Frühjahrsgezeiten und das Zusammentreffen der Neumondphase spielten eine Rolle.

Gegen das US-Pharmaunternehmen Johnson & Johnson und gegen die belgische Tochtergesellschaft von J&J, Janssen Pharmaceuticals wird in Südafrika ermittelt. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, „wettbewerbswidrige Praktiken und überhöhte Preise“ für Bedaquilin, ein Tuberkulosemedikament, das unter dem Markennamen Sirturo verkauft wird, praktiziert zu haben. Südafrika braucht dringend die Medikamente, denn Tuberkolose ist die häufigste Todesursache mit mehr als 50 000 Todesfällen im Jahr 2021. Im Land leben mehr als 7 Millionen Menschen mit HIV, mehr als in jedem anderen Land der Welt. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation ist fast ein 1/3 der Todesfälle bei Menschen mit HIV/Aids auf Tuberkulose zurückzuführen.

Der Zulu Häuptling Mangosuthu Buthelezi, eine hervorragende und umstrittene Figur in der südafrikanischen Politik, ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Er hat fast das Land gespaltet, als er während des Apartheid Regimes die Zulu Inkatha Partei gründete, weil ihm der ANC zu extrem war und er einen moderaten Weg zur Freiheit suchte. Es kam zu Zusammenstößen zwischen den Anhängern der beiden Parteien mit Tausenden Toten. Nelson Mandela stiftete Frieden und machte den klugen Politiker zum Innenminister der ersten schwarzen Regierung, von 1994 bis 2004. 44 Jahre, bis 2019, war Buthelezi  Parteivorsitzender der Inkatha Freedom Party. Präsident Cyril Ramaphosa ehrte den verstorbenen Zulu Prinz Buthelezi für seinen enormen Beitrag zum politischen und kulturellen Leben Südafrikas und zu dem schwierigen Weg in die Freiheit in 1994. Der vielseitig begabte Zulu Häuptling Buthelezi spielte 1964 in dem Film Zulu die Rolle seines eigenen Urgroßvaters, des Zulu Königs Cetshwayo.

Die Demokratische Allianz (DA) lud 7 politische Parteien zu einem 2tägigen nationalen Konvent ein,  um den regierenden Afrikanischen Nationalkongress (ANC) vor den nationalen Wahlen im Jahr 2024 von der Macht zu entfernen Die versammelten Parteien, darunter ActionSA, Freedom Front Plus, Inkatha Freedom Party (IFP), United Independent Movement (UDM), Spectrum National Party (SNP) und die Independent South African National Civic Organization (Isanco), wollen eine eigene Koalitionsregierung bilden – nachdem jede Partei ihre „nicht verhandelbaren“ Ideale aufgelistet hat. Ein weiteres Thema, mit dem sich die Parteien befassen werden, ist der Name des sogenannten Moonshot Pact Convention. Einige politische Parteien lehnten jedoch ihre Einladung ab, da die offizielle Oppositionspartei des Landes sich ebenfalls auf eine Koalition mit dem ANC vorbereitete. Die Afrikanische Christdemokratische Partei (ACDP), die UDM und die Economic Freedom Fighters (EFF), die lokale Koalitionspartner der DA sind, gehörten zu den wichtigsten Parteien, die der Konferenz fernblieben.

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