Schlagwort: Südafrika

Ein plötzlicher und heftiger Hagelsturm hat am Montagabend mehrere Teile von Johannesburg heimgesucht, Autobahnen blockiert und Gärten, Fahrzeuge, Parkplätze, Gebäude, Straßen und anderes Eigentum beschädigt. Die Hagelkörner seien „so groß wie Golfbälle“ gewesen.

Das Oberste Gericht in Durban hat den in Mumbai ansässigen Agrochemiekonzern UPL angewiesen, mit sofortiger Wirkung die wachsende Gefahr eines weiteren Austritts von mit Giftstoffen verseuchtem Wasser in den großen Fluss Ohlanga und das Meer abzuwenden. Außerdem wurde das Unternehmen angewiesen, Abwassertankwagen zu mieten, um das verschmutzte Wasser zu einer Sondermülldeponie zu transportieren. Dies geschah einige Tage, nachdem giftige Chemikalienrückstände aus einem alten UPL-Lagerhaus in den Fluss gelangt waren, was an einen Vorfall vor zwei Jahren erinnerte, als 5.000 Tonnen Agrargifte und andere „landwirtschaftliche Heilmittel“ Feuer fingen und in einen Fluss nördlich der Stadt flossen.

BirdLife Südafrika hat den Vogel des Jahres 2024 bekannt gegeben: der Bateleur; er ist auch als berghaan in Afrikaans, ingqungqulu in isiZulu und ingqanga in isiXhosa bekannt und gilt als weltweit gefährdet. Der Gaukler (Bateleur) ist eine Greifvogelart aus der Unterfamilie der Schlangenadler und ist für sein unverwechselbares Gefieder bekannt – eine Kombination aus Schwarz, Weiß und einem leuchtenden Rot-Orange im Gesicht und an den Beinen. Man findet ihn im Buschland des Krüger-Nationalparks und in der trockenen Kalahari. In den letzten drei Generationen (40 Jahren) ist die Population schätzungsweise um mehr als 50 % zurückgegangen, so dass die regionale Populationsgröße bei weniger als 1 000 geschlechtsreifen Tieren liegt. Die Gründe dafür sind absichtliche und zufällige Vergiftungen, Pestizide und Störungen von Nestern oder Lebensräumen.

Nach den heftigen Luftangriffen Israels auf den Gazastreifen in der Nacht zum Sonntag hat Südafrika alle seine Diplomaten aus Tel Aviv zurückgerufen. Die Bombardierung war eine der schwersten, die Israel seit Beginn des Krieges vor einem Monat durchgeführt hat. Nach Angaben des Al-Shifa-Krankenhauses in Gaza-Stadt wurden etwa 200 Menschen getötet. Südafrika ist nicht das erste Land, das seine Diplomaten aus Protest gegen die Militäroperation im Gazastreifen aus Israel abberuft – der Tschad, Chile und Kolumbien haben dies bereits getan.

Nach dem neuen Bildungsgesetz (Bela) können Eltern bis zu 12 Monate ins Gefängnis gehen, wenn ihre Kinder nicht zeitig eingeschult werden oder die Schule schwänzen. Bela führt auch ein Verbot der körperlichen Bestrafung ein. Die größte Oppositionspartei, die Demokratische Allianz, verurteilt das Gesetz; es gebe dem Staat zu viel Kontrolle über die Schulen. Der Gesetzentwurf wurde mit 223 Stimmen gegen 83 angenommen. Eine kürzliche Studie ergab, dass 8 von 10 südafrikanischen Schulkindern im Alter von 10 Jahren Schwierigkeiten beim Lesen haben.

Tausende überfluteten die Straßen der Hauptstadt Pretoria, als die Rugbymannschaft, die Springboks, nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft zurückkehrte. Sie haben das Turnier zum vierten Mal gewonnen. Auf ihrer Siegertour werden die Springboks Johannesburg, Soweto, Kapstadt, Durban und East London besuchen. Präsident Matamela Cyril Ramaphosa hat den 15. Dezember 2023 zu einem Feiertag erklärt hat, um den Sieg landesweit zu feiern.

Das französische Kohlenwasserstoffunternehmen TotalEnergies kann mit seinen Plänen für Öl- und Gasbohrungen vor der Westkapküste fortfahren, nachdem Umweltministerin Barbara Creecy einen Einspruch von 18 Nichtregierungsorganisationen und Einzelpersonen zurückgewiesen hat. Innerhalb von 180 Tagen können sie eine gerichtliche Überprüfung der Entscheidung beantragen.

Wissenschaftler haben im Krüger – Nationalpark eine Studie durchgeführt, die zeigt, dass wilde Säugetiere menschliche Stimmen mehr fürchten als das Knurren von Löwen. Durch an Wasserlöchern  aufgestellte Lautsprecher ließen sie menschliche Stimmen abspielen. Etwa 95% der Tiere waren verängstigt und rannten weg. Des Knurren von Löwen löste weit weniger Alarm aus. Diese Erkenntnis will man nutzen, um den Gebieten, die auf Wildtier – Tourismus angewiesen sind, zu helfen, dass die menschlichen Besucher die Tiere, die sie sehen wollen, nicht unbewusst abschrecken. Auch hofft man, gefährdete Arten zu schützen. Menschliche Stimmen, an Wilderei-Hotspots angebracht, könnten z.B. die vielbegehrten Nashörner von diesen für sie tödlichen Orten fernhalten.

Über 100 in Russland ausgebildete Medizinabsolventen sitzen zu Hause ohne Arbeit. Laut einem Memorandum of Demands, das diese im Ausland ausgebildeten Ärzte verfassten, haben sie ihre Anträge beim Health Professions Council of South Africa (HPCSA) und der südafrikanischen Regierung eingereicht, um offiziell anerkannt und eingeladen zu werden, ihre Prüfungen abzulegen, damit sie als Ärzte praktizieren können. David Mametja, Abteilungsleiter des (HPCSA), sagt, dass die Verzögerung bei der Aufnahme von mehr im Ausland ausgebildeten Ärzten, die ihr Examen ablegen wollen, darauf zurückzuführen ist, dass nicht genügend medizinische Fakultäten diese Absolventen für die theoretischen und praktischen Prüfungen unterbringen können. Emmanuel Mnisi, einer der Medizinstudenten berichtet, er habe 11 Jahre lang studiert, um Arzt zu werden, aber heute kellnere er in Johannesburg in lokalen Restaurants, um seine Familie zu unterstützen.

Am Wochenende haben hohe Wellen, starker Wind und die Springflut in den Küstengebieten des West- und Ostkaps sowie in KwaZulu-Natal Verwüstungen angerichtet. Viele Häuser wurden durch die schiere Kraft des Wassers beschädigt. Die massiven Wellen waren durch ein Tiefdruckgebiet verursacht worden. Da die Winde über einen langen Zeitraum hinweg wehten, wurden die Wellen immer größer und stärker, so dass sie vor allem in KwaZulu-Natal fast neun Meter hoch wurden. Der Wind war nicht der einzige Faktor, der die Wellen verstärkte; auch die Frühjahrsgezeiten und das Zusammentreffen der Neumondphase spielten eine Rolle.

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