Schlagwort: Senegal

Der ehemalige Minister und Anführer der Oppositionspartei BCG, Jean Paul Dias, steht wegen Volksaufwieglung und Behinderung der Obrigkeit vor Gericht. In den letzten Monaten waren schon zwei andere Oppositionspolitiker gerichtlich belangt worden. Eine Gruppe von 15 zivilgesellschaftlichen Organisationen beschuldigte die Regierung, die politische Opposition einschüchtern zu wollen.

Wegen schwerer Kämpfe zwischen Milizen der Casamance Unabhängigkeitsbewegung (MFDC) und der Armee sind Tausende Einwohner über die Grenze nach Gambia geflohen.

Angeblich um Geld einzusparen, hat das Parlament abgestimmt, den Senat und den nie besetzten Posten des Vizepräsidenten abzuschaffen. Die vielen Millionen Dollar sollen die Flutopfer unterstützen und Schutzmaßnahmen vor weiteren Überschwemmungen in Dakar bezahlen. Die Senatsmitglieder, meist Gegner des Präsidenten Macky Sall, stimmten dagegen, weil sie, wie andere Kritiker, eine Schwächung der Opposition als Hauptziel der Aktion sehen.

Über 20 Jahre haben in Übersee arbeitende Senegalesen, 15% der Bevölkerung, Milliarden Dollar in ihre Heimat geschickt. Ganze Wohnsiedlungen wurden gebaut und kleine Unternehmen gegründet. Jetzt reicht das Geld kaum zum Überleben. Ein Abgleiten zurück in die Armut ist Realität auch für andere Länder Afrikas, die sich auf ausländische Finanzen verlassen haben.

Die Rebellen aus der Casamance Region im Süden des Landes kämpfen seit drei Jahrzehnten für die Unabhängigkeit von Casamance von der Zentralregierung in Dakar. Ihr neuester Angriff war auf eine Bank und mehrere Läden. Fünf Menschen kamen dabei ums Leben. Während der Senegal überwiegend muslimisch ist, sind die Jolo in Casamance meist Christen. Trotz einer in 2004 ausgehandelten Waffenruhe kommt es immer wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen.

Präsident Abdulaye Wade, der mit 80 Jahren eine weitere Amtszeit bei den Wahlen im nächsten Monat anstrebt, geht hart gegen die Opposition vor. Drei prominente Vertreter von Oppositionsparteien wurden von der Polizei verhaftet und verhört, und eine Demonstration unter Einsatz von Tränengas aufgelöst.

Präsident Wade hat öffentlich bekräftigt, dass Senegal die Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (EPAs) mit der EU nicht unterschreiben wird. Nachdem die westafrikanische Gemeinschaft ECOWAS eine Verlängerung der Verhandlungsperiode um zwei Jahre gefordert hatte, übt die EU massiven Druck auf einzele Länder aus, bilaterale Abkommen zu unterzeichnen. EPAs werden ein Thema auf dem EU-Afrika-Gipfel in Lissabon sein.

Die Regierung hat ein Abkommen mit dem Iran unterzeichnet, das den Bau einer Raffinerie und einer petro-chemischen Fabrik vorsieht. Seit November läuft der Bau einer 80-Million-Dollar-Montageanlage des iranischen Autoherstellers Khodro, in der die Regierung 20% Anteile hat.

Eine Studie über Kinderarbeit kommt zu dem Schluss, dass landesweit etwa ein Drittel aller Kinder, nämlich über 1.3 Million, in wirtschaftlichen Arbeitsverhältnissen tätig sind. Hauptursachen sind extreme Armut und Analphabetentum.

Wegen Klagen über Misshandlung von Flüchtlingen auf den Kanarischen Inseln durch die spanische Polizei hat Senegal sich geweigert, weitere abgeschobene Flüchtlinge zu empfangen.

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