Schlagwort: Namibia

Entlang einem 3 km langen Küstenstreifen in der Nähe einer Entsalzungsanlage ereignet sich ein Massensterben von Miesmuscheln und Meeresschnecken. Der französische Energiekonzern Areva, dem die Anlage zur Hälfte gehört, weist jede Schuld zurück. Zu keiner Zeit hätte es einen Rücklauf von Salzlauge ins Meer gegeben. Untersuchungen gehen weiter.

Höhlenforscher in den Pyrenäen haben drei Spurenleser aus dem Volk der San in Namibia eingeladen, um guterhaltene 18,000 Jahre alte Fußabdrücke von Eiszeitjägern in den Höhlen um Tarascon-sur-Ariège in Südfrankreich zu untersuchen. Die San Leute mit ihrem enormen indigenen Wissen können Geschlecht, Alter, Krankheit und getragene Lasten bestimmen. Die vielen Fußspuren in der Höhle Tuc d’Audoubert, z.B., die bislang als Ritualtanz gedeutet wurden, erkannten die San als die von einem 38-jährigen Erwachsenen und einem 14-jährigen Kind, die dort Lehm geholt hatten.

Der Bundestag hat mit Stimmen der Union und FDP die Anträge der Opposition abgelehnt, den Kolonialkrieg gegen die Herero (1904-1908) als „Völkermord“ anzuerkennen und Wiedergutmachung anzubieten. Die Regierungskoalition spricht wohl von Verantwortung, betont aber lieber die Gegenwart, die guten wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Namibia und Deutschland und den lebhaften kulturellen Austausch.

Die Präsidenten von Südafrika und Namibia haben sich über ein gemeinsames hydro-elektrisches Projekt am Orange River geeinigt. In beiden Länder bricht das Stromnetz wegen Überlastung immer häufiger zusammen.

Die Arbeitsvermittlungsagentur Africa Labour Services (ALS) ist mit einer Klage gegen die Regulierung der Leiharbeit gescheitert. Das neue namibische Arbeitsgesetz hatte verordnet, dass befristete Angestellte, die von einer Arbeitsagentur vermittelt wurden, dieselben Rechte, wie bezahlter Urlaub, Krankenkasse, Pension, Sozialversicherung oder Schwangerschaftsschutz ,genießen, wie festangestellten Kollegen. Mit dieser Regelung hat der Gesetzgeber den Status von Leiharbeitern nach Einschätzung von ALS derart aufgewertet, dass für deren Dienstleistung praktisch kein Bedarf mehr vorhanden ist.

Elefanten hassen den schrillen Lärm und fliehen, wenn ein Farmer mit dieser „Trompete“ sein Maisfeld beschützt. Um den sich zuspitzenden Konkurrenzkampf zwischen Elefanten und hungrigen Menschen einzudämmen, soll die Fertigstellung der ehrgeizigsten Schutzzone Afrikas vorangetrieben werden. Fünf angrenzende Länder – Angola, Botswana, Namibia, Sambia und Simbabwe – sollen in den Schutzkorridor einbezogen werden. Der zusammenhängende Naturraum KAZA (abgeleitet von den Flüssen Kavango und Zambesi) schützt die Tiere und könnte auch den Dörflern Wohlstand bringen, wenn Touristen mit einem einzigen Visum sich grenzüberschreitend an Safaris, Jagdtouren und Öko-Lodges beteiligen und die einzigartige Tierwelt erleben können.

Die San Leute in Namibia, ähnlich wie in Botswana, werden immer mehr eingeengt. Im Bwabwata National Park, wo sie jetzt leben, soll ein 10,000 ha Agrarprojekt entstehen. Die Bäume und Sträucher, die für Generationen ihr Überleben sicherten, werden verschwinden. Demeter International will im Oktober mit dem Pflügen beginnen. Die San Leute wehren sich, wohl ohne Erfolg, und Umweltexperten bedauern die Zerstörung eines bisher geschützten wertvollen Öko-systems.

Der Internationale Gerichtshof (ICC) untersucht eine Anklage gegen den ersten Präsident der SWAPO und der Nation, Sam Nujoma, wegen Mord an Hunderten von Namibiern, die im Unabhängigkeitskrieg der Spionage für Südafrika beschuldigt wurden und angeblich in einer unterirdischen Höhle in Angola hingerichtet worden sind. Präsident Hifikepunye Pohamba kritisierte die ‚Namibian National Society for Human Rights (NSHR)‘, eine Untersuchung des ICC angefordert zu haben.

Das Kabinett hat den Plan, Atomkraftwerke und eine Anlage zur Urananreicherung zu bauen, gebilligt. Namibia hat bedeutende Uranvorkommen und könnte angereichertes Uran exportieren.

Freitag und Samstag sind etwa 1.2 Millionen Namibier aufgerufen, ein neues Parlament und einen neuen Präsidenten zu wählen, der wahrscheinlich der alte sein wird. Seit der Unabhängigkeit von Südafrika regiert die SWAPO (South West Africa People’s Organisation), die frühere Befreiungsbewegung. Eine von der Konrad Adenauer Stiftung durchgeführte Studie zeigt, dass die Namibier im Allgemeinen unzufrieden sind mit der Politik ihres Landes, besonders mit der schlechten Schulbildung und der hohen Arbeitslosigkeit.

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